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  Nick (Jason Segel) hat den Rhytmus im Blut...
Und so manövrieren sich unsere Helden durch die Tücken des Alltags. Egal ob es nun um die unerfüllte Liebe zum beliebtesten Mädchen der Schule, Prügel vom Klassenschläger oder eine radikale Neuinterpretation des eigenen Stils geht – Sam, Neal und Bill lassen kein Fettnäpfchen aus. Warum auch sollte man nach dem Sportunterricht freiwillig duschen und sich der Demütigung seiner Feinde aussetzen? In solchen Situationen müssen Fluchtpläne formuliert werden, die jegliche Form der Blamage effektiv verhindern. Dass solche Situationen meist um so schlimmer enden, müssen sie erst noch lernen.   Nach dem Ende des großen Kilrathi-Krieges konnte sich Maniac endlich seiner wahren Passion widmen: Sportunterricht an der High School. Noch ahnte er nicht, dass ihm eines der Aliens auf den Fersen war. Aber nicht nur die Situationen in Freaks & Geeks erinnern ans wahre Leben. Jeder Charakter, bis hin zur unbedeutendsten Nebenfigur, hat eine perfekt definierte Persönlichkeit. Abgesehen von, möglicherweise, den Simpsons fällt mir keine Serie mit einem dermaßen eindringlich inszenierten Mikrokosmos ein. Von der ersten Folge fühlt es sich an, als sei die Welt dieser Serie real. Alle Figuren sind Typen, die jeder schon einmal im realen Leben getroffen. Vom arroganten Sportlehrer Mr. Fredericks (brilliant verkörpert durch Tom „Maniac“ Wilson) über den naiv/idealistischen Vertrauenslehrer Jeff Rosso (Dave Gruber Allen) bis hin zum letzten Statisten kriegt jeder seinen Moment im Rampenlicht. Die Welt von Freaks and Geeks fühlt sich lebendig an. Am Ende der Serie kam es mir fast vor, als wäre ich wirklich auf die McKinley High School in Chippewa gegangen, aber in Anbetracht der zahlreichen Parallelen zu den Ereignissen und Menschen meiner Jugend ist das wohl auch kein Wunder. Trotzdem – jeder dem ich die Serie bisher aufgezwun… gezeigt habe, konnte sich zu einem hohen Grad mit dem Inhalt identifizieren. Denn manche Erfahrungen machen wir wohl alle. Normalerweise werden sie bloß nicht im Fernsehen gezeigt.
  "Kann ich ihn behalten, Lindsay? Bittebittebitte? Ich füttere ihn auch... sobald was übrig bleibt!" Wer introspektiven Humor und realistische Charaktere mag, kommt um Freaks & Geeks einfach nicht herum. Die Drehbücher sind erstklassig, die Schauspieler ebenso witzig wie natürlich, und selbst das Ende ist, der kurzen Laufzeit zum Trotz, hundertprozentig befriedigend. Und am DVD-Set gibt es sowieso nichts auszusetzen. Mit knapp 30 unterhaltsamen Audiokommentaren, dutzenden Zusatzszenen und Videotagebüchern vom Dreh bietet die Box ein fast ungesundes Maß an Extramaterial. Wer über ausreichende Englischkenntnisse verfügt, kann hier eigentlich keinen Fehlkauf machen. Und da die Chance auf einen deutschen Release, dank niedrigem Bekanntheitsgrad und teuren Musikrechten, quasi nicht existent ist, stellt der Import sowieso die einzige Alternative dar. Aber für einen echten Geek macht das diese DVD nur noch interessanter! Nicht, dass ich ein Geek wäre. Ähem. In unserer Belletristik-Rubrik findet ihr übrigens noch eine kurze Rezension zu Kick Me und Superstud, zwei Werken, in denen Freaks and Geeks-Erfinder Paul Feig seine eigene Jugend gewohnt humoristisch aufgearbeitet hat. Text Copyright 2006 Peter Clausen Freaks and Geeks Copyright NBC; Dreamworks, Apatow Productions __________________________________________________________________ Kommentar Cordelia von Teichman: Freaks and Geeks schafft es unnachahmlich, den Alltag von Schülern, die nicht "dazugehören", einzufangen. Das Besondere ist, dass es nie völlig überzogen wirkt (oder wie zum Beispiel die MTV-Zeichentrickserie Daria die Highschool doch sehr überspitzt karikiert) oder den Fehler anderer Highschool-Serien, macht, in denen die Protagonisten häufig älter scheinen, als sie sein sollen und zudem komplett humorfrei und problembeladen sind. In Freaks and Geeks hingegen hat jeder Charakter zwar Probleme, häufig nicht zu knapp, aber die Macher der Serie schaffen es trotzdem gekonnt, diese in witzige, alltägliche Situationen einzubetten. Die Charaktere sind nicht nur alle sehr detailliert und komplex, sondern auch wirklich treffend dargestellt, angefangen bei Lindsay, die es satt hat, immer nur als das vernünftige, ruhige, fleißige Mädchen angesehen zu werden, über Bill, der im Sportunterricht immer als letzter gewählt wird und jeden Tag alleine vorm Fernseher essen muss, bis hin zu den konservativ-naiven Weir-Eltern, die Angst haben, der "schlechte Umgang" könnte ihre Tochter gefährden. Freaks and Geeks ist mit einer unglaublichen Liebe zum Detail produziert, streckenweise dramatisch, aber nie zu sehr, macht eine Menge Spaß und hochgradig süchtig. Es wurde wirklich alles richtig gemacht. Schade, dass das sowohl in den USA als auch hierzulande so wenig gewürdig wurde. Eine Drehbuchsession für die Simpsons? Eine Heftbesprechung der MangasZene? Oder die Geeks beim Dungeons & Dragons spielen?
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