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Gorilla des Monats

bernie 
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Freilaufende Männer
maenner Gernot Gricksch: Freilaufende Männer
erschienen bei:   Droemer/Knaur
ISBN: 978-3-426-63213-0
Preis:  € 8,95 Freilaufende Männer bei Amazon.de

Drei Herren fahren nach Schweden, um vier Wochen Urlaub zu machen. Die Startvoraussetzungen dafür könnten besser nicht sein: Jens, verheiratet, drei Kinder, bekommt von seiner Geliebten ein Ultimatum gestellt: Bis zum Ende des Urlaubs hat er sich zwischen ihr oder seiner Frau zu entscheiden. Blöd. Malte, Chef einer TV-Produktionsfirma, gutaussehend, Frauenheld, wird erstens bald Großvater und zweitens bald pleite sein. Ehrensache, dass er beide Tatsachen so gut es geht verheimlicht, welche Frau will schließlich mit einem Opa schlafen, dessen Firma gerade den Bach runtergeht? Auch blöd. Der dritte im Bunde ist Thomas, Autor für schlechte Comedysendungen, leidenschaftlicher Hypochonder, sensibel, beziehungsunfähig und trockener Alkoholiker. Er hat soeben ein Angebot von einem TV-Sender erhalten, das Drehbuch für eine Reality-Serie namens „Die Sex-Klinik“ zu schreiben. Das Problem ist, dass er als Mitarbeiter in Maltes wackelnder Firma quasi keine andere Wahl hat, als zuzusagen. RICHTIG blöd.

Der Sprengstoff ist gelegt, die Lunte brennt, Stoff für jede Menge Unbequemlichkeiten liegt vor dem Leser wie eine große Schüssel Schokopudding.

In Schweden beginnt alles ganz harmlos, die Männer haben ein paar schöne Tage, in denen sie ihre nette Vermieterin und den schrulligen, halb wahnsinnigen Schotten Max kennenlernen, viel Bier trinken und Fleisch vom Umfang eines ganzen Schweins auf den Grill werfen. Herrlich.
Ein normaler Urlaub wäre jetzt aber viel zu langweilig. Jens' Geliebte taucht auf und will Entscheidungen. Zwischen Thomas und Malte entbrennt ein Kampf um die Gunst der Vermieterin (und deren Tochter). Und augenblicklich ist es vorbei mit der Ruhe.

Ich kenn mich ja schlecht aus mit dem Innenleben von Männern, aber das hier ist, glaube ich, eine sehr gute Feldstudie. Erzählt wird fast immer aus der Sicht von Thomas, in einzelnen Kapiteln wird geschrieben, was die anderen Personen parallel dazu gerade tun. Sehr sympathisch ist die Art und Weise, in der Gricksch mit dem Sprachrohr Thomas über Frauen spricht, ebenso fand ich mich in vielen anderen kleinen Problemen in seinem Geiste wieder. Vielleicht geht das anderen ja ähnlich. Auf der anderen Seite unterbreitet sich Frauen angesichts von Charakteren wie Malte natürlich das totale Unverständnis, aber ich will hier keine Mannfrau-Diskussion vom Zaun brechen.

Trotz all der fiesen, jammerigen und auch sentimentalen Dinge, die in der Geschichte passieren, ist der Schreibstil durchgehend unendlich witzig und trocken. Ja, ein großer Teil der Lacher ist einfach pure Schadenfreude, das muss man zugeben. Aber es geht am Ende ja auch alles gut aus – für meinen Geschmack fast ein bisschen zu gut. Irgendwie klären sich alle Probleme, die die Personen in diesem Buch hatten, auf und keiner bleibt alleine. Wer sowas nicht mag, kann sich den Epilog gern sparen. Der Rest des Buches ist ganz und gar großartig, wer was für einen Nachmittag gegen die Langeweile braucht, dem sei geraten, sich Freilaufende Männer sofort zu kaufen.

Gernot Gricksch hat übrigens noch ein paar mehr Bücher für Herren geschrieben, über die zu gegebener Zeit berichtet wird. Lest solange Freilaufende Männer!

 Text Copyright Anna-Selina Sander 2007
Cover Copyright Droemer/Knaur

 

 
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