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Gorilla des Monats

bernie 
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Nathan Fillion & Summer Glau
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Gruppe: Wählen Sie denn die Rollen aus oder wählt man Sie aus?

Nathan Fillion: Wenn ich eine Rolle sehe, ist es leider nicht so, dass ich mit den Fingern schnipse und sage „Das mache ich!“. Aber wenn ich Drehbücher vorgelegt bekomme, schaue ich mir natürlich schon an, was mich davon interessiert. Aber wie schon gesagt, wenn man im Filmbusiness was anderes machen will, sind sich die Leute oft nicht sicher, ob man es wirklich durchziehen kann. Aber wenn es da draußen Antiheld-Rollen gibt, oder Quasi-Helden, oder Pseudohelden, dann werde ich sicher eine Chance haben. Leute ohne Vision können sich zumindest sicher sein, wenn sie einen schon in bestimmten Rollen gesehen haben.

Gruppe: Wenn Sie also in zehn Jahren ein Superstar wären, würden sie immer noch Independent-Filme drehen?

Nathan Fillion: Kommt drauf an. Welche Rolle? Ist es ein Anti-Held? Ein Pseudoheld? Dann sicher. Wichtig ist nur die Figur.

Gruppe: Mal Reynolds hat sich von der Serie zum Film sehr verändert. Er ist sehr viel düsterer geworden.

Nathan Fillion: In der Serie sollte er immer düster sein. Wenn wir uns den Pilotfilm ansehen, ist er eine sehr dunkle Person. In der ersten richtigen Folge hingegen ist er schon wesentlich leichtfüßiger. Der Sender wollte, dass Mal „liebenswürdiger“ rüberkommt. Also musste er lustiger und freundlicher sein. Ironischerweise mögen die Zuschauer ihn aber wesentlich mehr, wenn er zornig, verbittert und unfreundlich handelt.

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Die Serenity bei einer Routinelandung

Gruppe: Einige Leute haben allerdings Online gesagt, dass dem Film das Familiengefühl der Serie abgehen würde.

Nathan Fillion: Sag ihnen „Nein“. (selbstironisch) Sie kriegen, was sie kriegen, und darüber sollen sie sich freuen. Verdammte Onliner!

Peter Clausen: Können wir das als Zitat bringen?

Gruppe: Perfekte Überschrift.

Peter Clausen: „Der Captain hasst euch“.

Nathan Fillion: Okay, die Sache ist so – Fans sind toll! Aber diese Geschichte ist nicht nur da, um die Fans zufriedenzustellen. Diese Geschichte soll in erster Linie ihrer eigenen Erzählung gerecht werden. Kommt und seht es euch an, und sagt nicht „Nein, ich will es ganz anders haben“. Das ist toll. Ich wäre auch gern ein Multimilliardär. So ist das Leben. Man kriegt was man kriegt. Malcolm Reynolds kriegt was er kriegt, River kriegt was sie kriegt, die Fans kriegen was sie kriegen. Was sie bekommen haben, war eine abgesetzte Serie. Danach haben sie eine Wiederauferstehung der Serie im Kino bekommen. Und dann sagen sie „Uns gefällt es nicht“? (Flüstert) Das ist kein besonders guter Browncoat (Anm.: Firefly-Fans nennen sich Browncoats). Vielleicht ist es gar kein Browncoat, sondern nur heller Mantel, oder gar ein Green Beret (Anm.: Spezialeinheit der Us-Armee).

Gruppe: Was ist mit den anderen Schauspielern? Haben Sie immer noch Kontakt?

Nathan Fillion: Wir sind alle Freunde. Alan Tudyk ist gerade am Broadway und spielt in der Bühnenshow von Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuss mit, Gina dreht gerade einen neuen Film, deswegen kann sie auch nicht hier sein. Wo ist Sean? Ich weiß nie, ob er in New York oder LA ist.

Summer Glau: Ich glaube, er ist in LA. Ich habe ihn und Jewel dort vor kurzem getroffen.

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Wieder mal hatte sich ein Firefly-Fan erfolgreich an seine Stars herangeschlichen

Nathan Fillion: Morena sehe ich auch immer noch. Ron Glass sehe ich nicht oft genug, ich schulde ihm sogar noch ein Essen. Die Leute fragen immer, ob es eine bewegende Wiedervereinigung war am Set von Serenity, und tatsächlich haben wir alle noch wenige Tage zuvor gemeinsam gewandert. Es war allerdings seltsam, meine Freunde wieder in ihren Rollen zu sehen. Das hatte einen merkwürdigen Effekt: Ich hatte diese Figuren wirklich vermisst.

Peter Clausen: Wenn man einen so intensiven Charakter wie Mal spielt, hat das Einfluss auf das Privatleben? Dringt die Härte und Verbitterung der Figur in die Zeit außerhalb der Arbeit vor?

Nathan Fillion: Nein, ich spiele nur. Man geht zur Arbeit und gibt einfach nur vor. Mein Raumschiff ist ein Pappkarton. Summer, hast du jemals ein Pappraumschiff gebaut?

Summer Glau: Nein, kein Raumschiff.

Nathan: Als Kinder haben wir Pappkartons genommen und dann das Plastik aus Pralinenschachteln draufgeklebt. Und dann konnten wir es umdrehen, und die einzelnen Behälter wie Knöpfe drücken. Und dann blieben sie reingedrückt, und wir mussten sie von innen wieder rausdrücken. Unser „Pappkarton“ in Serenity war natürlich ein wenig besser, aber es verschwimmt trotzdem nicht mit meinem Alltag. Verprügelst du im wahren Leben irgendwelche Leute, Summer?

Summer Glau: Nein. Ich lese leider auch keine Gedanken oder beherrsche komplizierte mathematische Gleichungen.

Nathan Fillion: Was denke ich gerade?

Summer Glau: Das will ich den anderen lieber nicht sagen.

Nathan Fillion: Du liest meine Gedanken!

Peter Clausen: Was halten Sie denn vom bisherigen Einspielergebnis?

Nathan Fillion: (sarkastisch) Ich erhalte leider gar nichts vom Einspielergebnis.

Peter Clausen: Nein, ich meinte eher, was Sie von den Reaktionen bezüglich des Einspielergebnisses halten.

Nathan Fillion: Als ich mit der Schauspielerei angefangen habe, war es für den Applaus. Dann kam ich zum Film und zum Fernsehen, und plötzlich gab es keinen Applaus mehr. Die Herausforderung für mich als Schauspieler war es, mich immer wieder selbst zu übertreffen. Das ist mein erster richtiger Film, und ich bin froh, dass es kein Flop ist. Aber ich gewinne keine Freude aus dem finanziellen Aspekt. Mich freuen die guten Kritiken und die Reaktionen der Fans, (zeigt auf ein Gruppenmitglied) abgesehen von denjenigen, von denen Sie gerade erzählt haben. Der finanzielle Erfolg bedeutet mir nichts. Was mir etwas bedeutet, ist die Tatsache, dass ich noch einmal Malcolm Reynolds spielen konnte. Was das angeht bin ich sehr egoistisch. Ich habe es für mich gemacht.

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Uns sind die Bilder ausgegangen...

Peter Clausen: Und glauben Sie, es gibt eine Chance dass sie den Charakter noch einmal spielen können?

Nathan Fillion: Ich glaube inzwischen nicht mehr... dass nichts unmöglich ist. Ergibt das Sinn? Ich glaube, das war eine dreifache Verneinung.

Summer Glau: Diese Erfahrung hat ihn gelehrt, das Unerwartete zu erwarten.

Nathan Fillion: Danke, Summer! Du liest meine Gedanken!

Gruppe: Mögen Sie Conventions?

Nathan Fillion: Auf jeden Fall. Wann immer man mich vor 2000 Leute stellt, die über meine lahmen Witze lachen, bin ich zufrieden. Ich liebe Conventions! „Oh mein Gott, er ist so witzig! Er hat den gleichen Witz schon im letzten Jahr gemacht, aber ich lache immer noch“.

Peter Clausen: Summer, wie wird River sich in Zukunft entwickeln? Am Ende des Films ist sie etwas weniger verrückt, und scheinbar hat sie jetzt auch eine neue Aufgabe auf dem Schiff.

Summer Glau: Ich hoffe, dass sie sich weiterhin in diese Richtung entwickeln wird. Denn ich glaube, das ist es, was sie immer wollte. Von dem Tag, an dem Sie das Schiff betreten hat, hat sie nach einer neuen Heimat gesucht. Sie war jahrelang allein, in diesem Regierungslabor, und dachte, niemand würde sich um sie sorgen, sie würde nirgendwo hingehören. Und als sie dann an Bord kommt, wird es zu ihrer Mission, den Leuten zu zeigen, dass sie eine von ihnen ist. Ich finde es einfach toll, wie sich River entwickelt, und hoffe, dass es so weitergeht, so dass sie sich irgendwann unersetzlich fühlen kann.

Peter Clausen: Ich glaube, das sehen wir auch in den Rückblenden, in denen Rivers Famile vorkommt. Ihr Bruder ist natürlich ein großartiger Mensch, aber die Eltern sind nicht unbedingt so toll. Und ich glaube, in Joss Whedons Serien geht es immer darum, sich eine Familie aus Freunden zu bauen.

Summer Glau: Richtig. Das liebe ich.

Nathan Fillion: Man findet seine Familie selbst. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt!

Summer Glau: Danke!


 

Text Copyright 2005/2006  Peter Clausen
DVD-Cover, Screenshots Copyright ???

 
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