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Gorilla des Monats

bernie 
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Eledees
eledeesSystem: Nintendo Wii

Japan (2006), Producer: Shingo Kukaitoge, Director: Akihiro Ishihara, Game-Design: Kazuhiro Ogaqa, Masanobu Kanno, Yuta Hoshino,  Akihiro Ishihara, Lead-Artist: Hiroaki Sonobe, Character-Artist: Shiho Yonemaru,  Yukiko Nishimura, Hiroki Nakamura, Musik: Naoyuki Sato, Michiru Yamane
Originaltitel: Elebits 

Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Preis: 59,95 € Eledees bei Amazon.de

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz der Spielebranche: Wir Europäer sind auf den Releaselisten (fast) immer die letzten. Während die Japaner und Amerikaner bereits vor Monaten Konamis Wii-Debüt Elebits käuflich erwerben konnten, wurden die Gamer aus der alten Welt wie üblich auf die Warteliste gesetzt. Jetzt aber ist der Hybride aus Egoshooter und Puzzlespiel endlich auch in unseren Breitengraden erhältlich. Aber wo sich am Inhalt nicht das geringste geändert hat, scheinen die Titelhelden einer ausgewachsenen Identitätskrise zum Opfer gefallen zu sein. Liegt es daran, dass Konami die Assoziation mit den, vom englischsprachigen Volksmund, oft als „Naughty Bits“ bezeichneten sekundären Geschlechtsteilen vermeiden wollte? Nein. Rechtliche Probleme mit dem Namen waren für die Entscheidung dann doch signifikanter. Fest steht aber: Die Elebits heißen jetzt Eledees (bzw. LEDs).

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Besagte Eledees sind eine Subspezies des gemeinen Heinzelmännches. Kleine Haushaltshelfer, die den Menschen das Leben leichter machen, indem sie ihnen als Energiequelle dienen. Atomkraft? Strom? Öl? Vergesst es. Anstelle eines ausgewachsenen Tigers packt der Mann von Welt jetzt Eledees in den Tank. Zu dumm nur, dass die kleinen Kraftpakete seit einem besonders garstigen Gewitter die Arbeit verweigern. Aber da haben sie die Rechnung ohne den nörgelnden Rotzbengel Kai gemacht. Mit dem portablen Traktorstrahler seines Vaters bewaffnet, macht sich das naseweise Gör auf den Weg, um jedes noch so schlüpfrige Eledee einzufangen und die Stromversorgung der Nachbarschaft wiederherzustellen.

Von der Steuerung her funktioniert Eledees nach dem besten Ego Shooter-Prinzip. Mit dem Analogstick des Nunchucks wird die Laufrichtung bestimmt, während man mit der Wiimote den Strahler abfeuert, Gegenstände durch die Gegend schleudert oder sogar Schalter und Türknäufe umdreht. Die Steuerung ist erfreulich intuitiv und geht schon nach kurzer Einspielzeit hervorragend von der Hand. Ein Glück, denn die lichtscheuen Eledees verstecken sich mit Vorliebe hinter Möbeln, in Schubladen, Elektrogeräten; Blumentöpfen und jeder noch so versteckten Ritze. Je mehr Eledees man einsammelt, desto stärker wird der Fangstrahler, und schon nach kurzer Zeit kann man Schränke, Couchgarnituren, Autos und sogar Häuser durch die Gegend schleudern. Aber egal welchen Gegenstand der Spieler aufs Korn nimmt, am wichtigsten ist es, stets so viele Eledees wie möglich zu fangen, denn sonst öffnen sich keine neuen Gebiete, in denen man nach Herzenslust seiner Zerstörungswut frönen kann.

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Die amüsanten Kettenreaktionen, die butterweiche Steuerung und die zahlreichen destruktiven Interaktionsmöglichkeiten sind ohne Zweifel das größte Plus von Eledees. Und was sollte es auch sonst sein? Die Grafik? Garantiert nicht. Die holt nämlich mit ihrer durchschnittlichen Gamecube-Optik keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Und über die hanebüchene Rahmenhandlung wollen wir lieber gar nichts sagen. Die hat nämlich dermaßen wenig mit dem eigentlichen Spiel zu tun, dass schnell der Verdacht einer eiligst zusammengeschusterten Last Minute-Lösung aufkommt.
Und dieser Gedankengang lässt sich nicht nur auf den Plot anwenden, denn auch der geringe Umfang, der Mangel an Abwechslung, der kaum spielbare Multiplayermodus und der übermäßig gnädige Schwierigkeitsgrad wecken die Vermutung, dass die Entwickler unter enormem Termindruck gearbeitet haben. Dass die Eledees im Endeffekt trotzdem eine manierliche Figur machen, können wir also mit Fug und Recht dem hervorragend durchdachten Spielprinzip zuweisen. Es bringt eben immer wieder Laune, mit der Wiimote auf Eleede-Jagd zu gehen, und nebenbei einen kompletten Vorort zu zertrümmern. Und wer nach Beendigung des Story Modus immer noch nicht genug hat, kann sich mit Hilfe eines leicht verständlichen Leveleditors neue Einsatzgebiete erstellen, und diese über Wii Connect 24 sogar mit seinen Freunden teilen.

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Ähnlich wie frühe DS-Titel à la Pac Pix oder Yoshi's Touch & Go ist Eledees ein Titel, der hauptsächlich durch seine innovative Steuerung definiert wird. Zynische Naturen mögen das als Gimmick bezeichnen, aber tatsächlich handelt es sich bei all diesen Titeln um ebenso simple wie motivierende Spiele, die ein paar Stunden gelungene Unterhaltung garantieren. Wer seinem Wii in der momentanen Softwaredürre etwas Gutes gönnen will, der darf also, allen Kinderkrankheiten zum Trotz, mit den verschmitzten Eledees liebäugeln.

Text Copyright Peter Clausen 2007
Artwork, Screenshots Copyright Konami

 
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