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USA seit 2002
Buch: Brian Swenlin, Mark Palmer, Mark McCorkle u.a., Konzept: Mark McCorkle, Robert Schooley, Regie: Steve Loter, David Block, Chris Bailey u.a., Musik: Adam Berry, Sprecher: Christy Carlson Romano, Will Friedle, Nancy Cartwright, Tahj Mowry, John Di Maggio, Nicole Sullivan
Erschienen bei: Disney Preis: 8,95€ Kim Possible bei Amazon.de Blaugesichtige grössenwahnsinnige Wissenschaftler, Millionäre, die nach der Weltherrschaft greifen, lässige Raketenforscher und Affenninjas: All' das ist Kim Possible - derzeit der vielleicht amüsanteste Eintrag om die Tradition des Abenteuer- und Agentengenres. Umso überraschender, dass das Ganze eine Disney-Fernsehserie ist, die man im High School-Milieu angesiedelt hat. Wenn irgendwo auf der Welt ein alter Tempel von Bösewichten geplündert wird, wenn fantastische Technik und bahnbrechende Erfindungen von machthungrigen Schurken entwendet werden, gibt es nur eine Person, die man zu Hilfe ruft: Kim Possible. 15 Jahre, Agentenwunderkind und Meisterin der Martial Arts. Gemeinsam mit ihrem Sidekick Ron Stoppable und dem Nacktmull Rufus durchkreuzt sie die Pläne böser Genies und machthungriger Krimineller auf dem Weg zur Weltherrschaft. Und davon gibt es mehr als genug: Dr. Drakken, Kims Erzfeind mit dem blauen Gesicht, kompensiert sein Aufmerksamkeitsdefizit, indem er immer wieder die Weltherrschaft an sich zu reissen versucht. Mit Duff Killegan, "The World's Deadliest Golfer" ist nicht zu spassen, wenn er erstmal sein Eisen schwingt. Lord Montgomery "Monty" Fiske, genannt Monkey Fist, beherrscht den Affenstil des Kungfu, führt eine Armee von Affenninjas an und ist stets auf der Suche nach Artefakten, die seine "Mystical Monkey Power" zu allesüberragenden Macht werden lassen. 
Versatzstücke aus Martial Arts Filmen, James Bond bis hin zu Indiana Jones geben sich in Kim Possible die Klinke in die Hand. Immer steht die Vernichtung der Welt vor der Türe. Immer gelingt es Kim Possible in letzter Sekunde, sie zu verhindern. Mit diesen hyperbolischen Bösewichten wird sie leichterhand fertig, die High School-Schönheit Bonnie aber, die Kim den Platz als Hauptcheerleader streitig macht, oder ein Date mit ihrem Schwarm Josh Mankey sind Kims eigentliches Problem. Während sie sich von den Bösewichten den Schneid nie abkaufen lässt und immer einen lässigen Spruch übrig hat, bevor sie Dr. Drakken oder Monkey Fist in die Schranken weist, bringen sie Bonnies spitze Bemerkungen und Joshs Grinsen stets aus dem Gleichgewicht. Als Heldin in der Abenteuer- und Agentenwelt hat sie die Dinge im Griff. An ihrer High School kümmert es sie auf einmal, was sie trägt, mit wem sie gesehen wird und was gerade in ist. Vielleicht stellt dieses Setting den Eskapismus der Fantasiewelt der Abenteuer- und Agentenfilme einer (ebenso konstruierten) Realität US-amerikanischer Teenager gegenüber. Vielleicht soll Kim Possible eine Geschichte des Erwachsenwerdens erzählen, in der Kim ihre Angst davor, nicht "in" zu sein oder peinlich zu wirken, überwindet. Am Ende jeder Episode scheint sie darin - ganz im Stile US-amerikanischer High School-Komödien - einen Schritt weiter gekommen zu sein. Mit dem Beginn jeder neuen Episode allerdings steht sie wieder am Anfang. Bei allem Superheldentum erlaubt Disney der Hauptheldin keine Emanzipation von alltäglichen Zwängen. Vielleicht sollte jemand Kim Possible ein Buch in die Hand drücken, das sie mit jenem anderen bekannten Rotschopf bekannt macht, die mit soviel Chuzpe auf gesellschaftliche Konventionen pfeift -Pippi Langstrumpf.   Kim Possible war eine Zeit lang auf Super RTL zu sehen. Nun läuft die aktuelle Staffel auf dem Disney Channel. Auf DVD sind jeweils vier Folgen erhältlich, die allerdings wild zusammengewürfelt und ohne jeden Zusammenhang aus der Serie gerissen worden sind. Als Einstieg ist Kim Possible - Die Geheimen Akten zu empfehlen, danach kommt man von der Serie nicht mehr los: Zitatgeladene Dialoge, ein verbaler Schlagabtausch während das Seil über dem Abgrund reisst, Bösewichte, die man einfach gern haben muss und alle 25 Minuten wird die Welt gerettet.
Text Copyright Karin Dannecker 2007 Bilder Copyright Disney |