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Gorilla des Monats

bernie 
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The Simpsons Movie
simpsonsUSA/UK (2007)

Buch: Matt Groening, James L. Brooks, Joel Cohen,  John Frink, Al Jean, Tim Long, Ian Maxtone-Graham, George Meyer, David Mirkin, Michael Price, Mike Reiss, Mike Scully, Matt Selman, John Swartzwelder, Jon Vitti, Regie: David Silverman, Musik: Hans Zimmer,  Stimmen: Dan Castellaneta, Julie Kavner, Nancy Cartwright, Yeardley Smith, Harry Shearer, Hank Azaria

Erschienen bei: Twentieth Century-Fox

Das mit den lange und erfolgreich laufenden Fernsehserien ist immer so eine Sache. Egal, ob Comedy, Mistery oder Krimi, irgendwann läuft sich jedes Konzept tot. Es gibt einen kurzen Höhepunkt, meist so bei Staffel drei, und dann geht's abwärts. Nicht rapide zwar, und mit Raum für zahlreiche weitere ordentliche Episoden, aber dennoch: Es geht bergab. Bei Queer as Folk wählte man den eleganten Weg und beendete die Serie nach fünf Staffeln, als die Qualität noch einigermaßen gleichbleibend war. Akte X, Star Trek oder, ganz aktuell, Scrubs (die siebte Staffel wird die letzte sein) wurden hingegen so lange gemolken, bis für neue Episoden einfach kein Raum mehr war. Und noch kritischer wird es bei Amerikas beliebtester Fernsehfamilie, den Simpsons.

Wobei man hier natürlich nicht pauschal auf die Drei Staffeln-Regel schielen kann. Nach drei Staffeln wurden die Simpsons überhaupt erst zu dem Format, das wir heute kennen: in den ersten beiden Staffeln waren die halbstündige Episoden zur besten Sendezeit noch sehr damit beschäftigt, den richtigen Ton zu finden - was sie auch dann mit Bravour geschafft haben. Die Simpsons im gewohnten Look laufen auf dem US-Sender Fox seit 1989, inzwischen sind 18 Staffeln und über 400 Episoden ausgestrahlt worden, die 19. Staffel startet im September. Doch auf die Entwicklung der Serie, den Weggang von Schöpfer Matt Groening, den gefühlten Tiefpunkt und mögliche Aussichten auf Besserung der Simpsons einzugehen würde den Artikelrahmen sprengen. Hier geht es schließlich um den ersten Kinofilm und seine Qualität.

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Die größte Schwierigkeit ist es wohl, ein lustiges Skript zu schreiben, das über 85 Minuten weder nachlässt noch langweilt. Daran ist der Simpsons-Kinofilm (den man übrigens bereits drehen wollte, als die vierte Staffel in der Produktion war) bereits mehrfach gescheitert, bis 2001 schließlich doch noch die Ausarbeitung einer Plot-Idee von Matt Groening begann. Sechs Jahre später ist es soweit: Springfield hat ein Umweltschutzproblem, Präsident Arnold Schwarzenegger will die Stadt zerstören und nur Homer kann seine Heimat retten...

Der Kinofilm konzentriert sich fast ausschließlich auf die titelgebende Familie Simpson. Das ist enttäuschend - den Erfolg der Serie machen zu einem guten Teil die anderen Bewohner von Springfield aus. Doch auch wenn die Crew versucht hat, alle Nebencharaktere mindestens einmal vorkommen zu lassen, davon 89 in Sprechrollen, ist das Ergebnis eher ernüchternd. Ein guter Teil der Handlung findet gar nicht erst in Springfield statt. Und wer Annäherungsversuche von Smithers an Burns, Mordversuche von Tingeltangel-Bob oder weitere Eskapaden von Barkeeper Moe erwartet, wird zweifelsohne enttäuscht werden. Dennoch gewinnt der Film im Vergleich zu den aktuellen Staffeln an Substanz. Es gibt wieder einen roten Faden, einen Gefühlshintergrund, der weit über der Situtationskomik und dem Slapstick steht. Marge ist kurz davor, ihren Ehemann zu verlassen, Bart entdeckt in Ned Flanders einen viel besseren Vater, Lisa ist verliebt... Und für Homer wird die Gefahr, seine Familie zu verlieren auf einmal zur bitteren Realität. Der Simpsons Film ist wirklich kurz davor, auf die Tränendrüse zu drücken und erhält eine Tiefe, die den Gang über das übliche Serienformat hinaus gerechfertigt.

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Handwerklich stimmt alles. Hat man sich einmal mit den ungewohnten Schatten abgefunden, darf man sich von flüssigen Animationen und ganz neuen Perspektiven beeindrucken lassen. Die gewohnte Synchronsprecher-Crew ist mit dabei und gibt ihr Bestes, in der Original- wie auch in der deutschen Fassung. Die Witze - für das Skript wurden sogar einige der alten Autoren wieder mit an Bord geholt - sind endlich mal wieder richtig gelungen. Gewisse Längen in der Handlung sind dennoch nicht von der Hand zu weisen. Auf rund eine Stunde zusammengeschnitten würde der Film eine viel bessere Dynamik entwickeln. Dennoch ist es auch so erfreulich, mal einen Film ohne Überlänge im Kino zu sehen. Er macht die aktuell im Fernsehen laufenden Folgen nicht besser, aber wenigstens machen die Simpsons im Kino richtig Spaß.

Text Copyright 2006 Darina Goldin (Mit Dank an Peter und Thomas für last minute Hilfe!)
Screenshots, Poster Artwork Twentieth Century-Fox

 
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