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Gorilla des Monats

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CocoRosie in Berlin (2007)

coco CocoRosie, die beiden in Paris lebenden Schwestern, sind schon seit langer Zeit die Darlings der internationalen Indie-Szene. Relativ spotan entschieden sich die beiden Amerikanerinnen für ein Konzert im Berliner Lido, das natürlich sofort ausverkauft war.

Also beschlossen sie, noch spontaner, am selben Abend gleich zwei Vorstellungen zu geben, damit die ganzen Fans, die vor dem Eingang 100 € für zwei Karten boten, auch für weniger Geld dabei sein könnten. Na wenn das nicht ein gutes Zeichen ist?

Den Anfang macht der Beatboxer TEZ, der allein mit seiner Stimme den Laden für eine halbe Stunde in eine prall gefüllte Disco verwandelt. TEZ ist wirklich gut - als zu den gewöhnlichen Beatbox-Geräuschen auch noch das Klappern von Holz dazukommt, kauft man ihm wirklich kaum noch ab, dass da im Hintergrund kein Band läuft. Und dann singt der Franzose doch tatsächlich perfekt das Kiss von Prince nach, während er parallel die Beats aus sich rauspresst.

Beinahe hätte TEZ der Band komplett die Show gestohlen, wenn er nicht gleich wieder auf die Bühne zurückgekehrt wäre, diesmal als Teil von CocoRosies Ensemble. Überraschung? Nein, ein nachträglicher Blick auf die Credits der aktuellen Platte, The Adventures of Ghosthorse and Stillborn, verrät, dass die Beats von CocoRosie schon immer nicht mechanischen, sondern menschlichen, TEZs (und natürlich Rosies) also, Ursprungs waren. Zusammen mit einem Klavierspieler und einem Gitarristen liefern die drei Männer den Background für die bizarren Klänge, die Sierra und Bianca Cassidy, die eine mit einer ausgebildeten Opernstimme, die andere auf kindliche Weise quäkend und rappend, beide bis zur Unkenntlichkeit geschmikt und verkleidet, von sich geben. Die Show ist ein guter Schnitt durch die drei Alben, schwankend zwischen Stimmungshöhen und -tiefen, Freude und Trauer. Terrible Angels wird gelitten, Rainbow Warriors dagegen gefeiert, zu voller Begeisterung der Menge. Es ist erstaunlich, wie gut die teils verschroben und völlig unnatürliche Musik von CocoRosie auf der Bühne funktioniert.

cocococo

Nach nur knapp einer Stunde ist das Konzert vorbei, das Zugaben-Spiel gespielt, die letzten Schweißtropfen in der kaum auszuhaltenden Hitze des Saals ausgeschwitzt. Und nun kam der Nachteil der Großzügigkeit der Band zum Tragen: Anstatt dass, wie geplant, eine After-Show-Party stattfand, wurden die Besucher um gerade mal kurz nach Elf herausgebeten. Für zehn Euro mehr hätte man sich auch die zweite Show ansehen können, aber in der heißen Konzerthalle war das wirklich nur was für die Harten. Diese erzählen, dass die zweite Vorstellung besser, länger, toller war. Aber das ist doch immer so.

Text Copyright Darina Goldin 2007 
Bilder Copyright Niko Losse 

 
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