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Aus Filmen wie Clueless oder seiner wiederkehrenden Gastrolle in der Erfolgsserie Friends kennt man Paul Rudd schon lange. Seine wahre Berufung hat der vielseitige Mime aber erst als Stammmitglied des zunehmend populären Apatow-Ensembles gefunden. Auch in Beim Ersten Mal, dem neusten Film des begabten Comedy-Regisseurs stellt Rudd einmal mehr Improvisationstalent, Charme und Vielseitigkeit unter Beweis. Wir konnten ein kurzes, aber aufschlussreiches Gespräch mit dem vielbeschäftigten Schauspieler führen.
An english transcript of this interview can be found here. Peter Clausen: Was hältst du vom deutschen Filmtitel?
Paul Rudd (liest vor): Beim ersten Mal.
Peter Clausen: Das kann man als "The First Time" übersetzen.
Paul Rudd: The First Time?
Peter Clausen: Ich bin mir nicht sicher, wo da der Zusammenhang zum Film ist...
Paul Rudd: Ich glaube nicht, dass es den gleichen Sinn ergibt wie der amerikanische Titel von Knocked Up. Wie sagt man Knocked Up?
Peter Clausen: Man könnte es als "Braten in der Röhre" übersetzen - "Bun in the Oven" also.
Paul versucht den Titel auszusprechen.
Paul Rudd: Hast du nen Stift?
Peter Clausen: Vielleicht sollten wir damit mal an die ganzen Filmposter in der Stadt gehen...
Paul Rudd: Ja, das ist gut. "Das erste Mal"? Das ist etwas anderes.
Peter Clausen: In Knocked Up wird viel improvisiert. Wo liegt der Unterschied dazwischen, einen Film zu improvisieren und sich ans Skript zu halten?
Paul Rudd: Das haben ich mit Judd jetzt ein paar Mal gemacht. Diese Art zu arbeiten... Ich mag sie. Ich mag sie sogar sehr gerne. Es macht gewissermaßen mehr Spaß, als die Zeilen auswendig zu lernen und eine Szene abzufilmen. Es gefällt mir. Ich glaube, es könnte mir nicht noch mehr gefallen. Ich habe seitdem auch andere Filme gemacht, bei denen ich mich ans Drehbuch hielt, und das kann auch Spaß machen.
Peter Clausen: Dein Charakter in Knocked Up ist im Grunde genommen ein Vater, der aus der Spur geraten und frustriert ist. Kannst du dich damit identifizieren?
Paul Rudd: Ja, mit einigen Aspekten dieses Characters durchaus. Mir geht's nicht so dreckig wie ihm, aber weißt du, ich bin verheiratet und Vater eines zweieinhalb Jahre alten Jungen. Es gibt Sachen in meinem Leben, die gar nicht so weit von den Situationen und den Charakteren und den Sachen, die mein Charakter in dem Film sagt, entfernt sind. Ich wusste, ich würde den Film machen, noch bevor es ein Skript gab, und Judd und ich haben über Dinge und Situationen gesprochen, um die wir Charaktere bereichern könnten. Eine Sache, die meine Frau und ich gemacht haben, war, dass wir eine Liste den Dinge schrieben, die den einen am anderen echt stören. Und das war irgendwie therapeutisch. Auch wenn sie die Liste immer noch führt und der Film seit Monaten draußen ist.
Peter Clausen: Glaubst du, dass dein Charakter egoistisch ist?
Paul Rudd: Ja, es gibt an Pete einige Seiten, die egoistisch sind, aber ich weiß nicht, ob das so schlecht ist, ich glaube, es ist manchmal wichtig, egoistisch zu sein. Aber er geht mit der Sache nicht so gut um, es ist wohl keine so tolle Idee, zu lügen und allein ins Kino gehen, bloß weil du mal raus muss. Es ist nicht falsch, allein ins Kino gehen zu wollen, aber ich finde, wenn du verheiratet bist und Kinder hast, ist es gar keine schlechte Idee, das deiner Frau einfach zu sagen, dass du allein ins Kino willst...
Peter Clausen: Aber wahrscheinlich ist es interessanter, unperfekte Helden wie Pete zu spielen, als den strahlenden Helden.
Paul Rudd: Natürlich. Weißt du, es ist wahr. Keiner von uns ist perfekt. Viele Menschen würden lügen, um allein ins Kino zu gehen. 
Peter Clausen: Wie wichtig ist dir in einer Komödie die Natürlichkeit?
Paul Rudd: Es hängt von der Art der Komödie ab. Natürlichkeit kann im gesprochenen Dialog sehr gut sein. Manchmal ist Natürlichkeit aber reine Faulheit. Aber weißt du, machmal gibt es Augenblicke, in denen du normal so wie immer sprichst und natürlich spielst, und manchmal improvisierst du oder du gehst so an die Szenen ran, wie wir in diesem Film und es geschieht etwas Organisches, und das kann sehr, sehr witzig sein.
Peter Clausen: Und wie kann Natürlichkeit Faulheit sein?
Paul Rudd: Manchmal glaube ich, du ratterst es einfach irgendwie runter und denkst dabei nicht wirklich so, wie dein Charakter denken würde. Du machst deine Arbeit nicht.
Peter Clausen: Aber das andere Extrem kann natürlich auch Faulheit sein. Wenn jemand auf Clownerei zurückgreift, rumalbert.
Paul Rudd: Grimassen zu schneiden ist wirklich Faulheit, als würde ich jetzt "Mueeh" (verzieht das Gesicht) machen und alle schreien "Yeah, das ist witzig" - aber das ist es nicht wirklich.
Peter Clausen: Glaubst du, dass die Filme von Judd Apatow diese Art von Komödie verfeinert haben? Paul Rudd: Er ist wirklich gut darin, die verschiedenen Typen zu gewichten. Es gibt eine sehr rührende Seite an seinen Filmen, sie sind süß oder realistisch und handeln von dramatischen Situationen, aber da ist auch die große Comedy-Seite an seinen Filmen. Ich habe mit ihm mal darüber gesprochen und er sagte: "Fast Times at Richmond High, das ist ein Film, der beides hat." In dem Film spielt Sean Penn Jess Pecolean und bestellt in sein Klassenzimmer Pizzen und hat diese verrückten, großen komödiantischen Auftritte, aber es hat in dem Film auch jemand eine Abtreibung. Diese beiden Dinge existieren parallel und ich glaube, dass Judd das gut macht. Interview: Seth Rogen Interview: Judd Apatow Interview: Leslie Mann Interview: Paul Rudd Review: Undeclared Review: Freaks & Geeks Review: Beim ersten Mal Text Copyright 2007 Peter Clausen Screenshots Universal |