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Gorilla des Monats

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Auf ANFANG [:reprise]

repriseNorwegen (2007)

Buch:  Eskil Vogt, Joachim Trier, Regie: Joachim Trier, Kamera: Jakob Ihre, Musik:  Ola Fløttum, Knut Schreiner,  mit: Espen Klouman Høiner, Anders Danielsen Lie, Viktoria Winge, Christian Rubeck, Pål Stokka, Odd-Magnus Williamson, Henning Elvestad, Rebekka Karijord
Originaltitel: Reprise

Verleih: MFA

Auf Anfang (eine doch ziemlich unglückliche Übersetzung des Filmtitels Reprise, gemeint sein kann wohl nur eine Kassette, die man auf den Anfang zurückspult) ist mal wieder einer dieser Filme, die in Deutschland ein, zwei mal in kleinen Kinos laufen und dann sang- und klanglos wieder verschwinden werden. Das liegt zum einen an der Form - von euch, werten Lesern, mal abgesehen, gibt es in Deutschland nur wenige, die sich gern einen Film auf Norwegisch mit Untertiteln anschauen. Zum anderen an der Farbe - kein vielversprechendes Plakat, keine großen Reviews, kein Marketing überhaupt, von Mundpropaganda mal abgesehen. Und zu allerletzt ist der Film ganz einfach für einen sehr begrenzten Zuschauerkreis gemacht. Es ist eine Liebeserklärung ans Schreiben, und wer selbst noch nie versucht hat, doch noch Schriftsteller oder Dichter zu werden, wird Schwierigkeiten haben, den Film zu mögen.

Wir verfolgen das Leben und Leiden von zwei Anfangzwanzigern in Oslo, die gerade ihren ersten Roman fertiggestellt haben. Philipp und Erik sind schon seit der Grundschule die besten Freunde, und die Tatsache, dass sie ungleich begabt sind, hat keine wirklichen Auswirkungen auf ihre Beziehung. Als der psychisch labile Philipp schließlich komplett zusammenbricht und in einer Klinik landet, ist Erik für ihn da. Doch während Philipp versucht, sein Leben wieder in den Griff zu kriegen, arbeitet Erik daran, seinen Roman doch noch veröffentlichen zu können. Und dann gibt es noch Kari, Philipps Freundin, die indirekt Schuld an seiner Psychose hat. Und was wäre eigentlich geschehen, wenn beide Manuskripte von Anfang an angenommen worden wären?

reprisereprise

Die Handlung von Auf Anfang ist schwer zusammenzufassen und auch nicht wirklich in Mittelpunt des Films. Sie ist noch nicht mal in sich konsequent oder linear - im Gegenteil, Auf Anfang fragt sich, stets "Was wäre, wenn?" und antwortet darauf oft im Konjuktiv. Viel Mitdenken wird dem Zuschauer abverlangt, denn alle nötigen Informationen über das Leben der Hauptcharaktere werden visuell, oft in Collagen mit der vordergründigen Handlung, mitgeteilt. Auch lebt der Film von der Stille - wo andere wenigstens Musik eingesetzt hätten, hört man in Auf Anfang minutenlang nichts, und hat so gar keine Wahl, außer in den inneren Kampf der Charaktere einzutauchen.

Es bietet sich hier nur zu sehr an, Newcomer-Regisseur Joachim Trier mit seiner Filmfigur Erik gleichzusetzen. Dieser benennt sein Buch "Prosopopeia" und legt Wert darauf, anspruchsvolle Literatur zu schreiben. Auch [:reprise] ist kein durchschnittlicher Filmtitel und kein Film, der Aussichten darauf hat, ein großer Hit zu werden. Doch der Vergleich hinkt, Trier gelingt es, in seinem ersten Film auf dem Boden zu bleiben und die Charaktere nicht von ihrer eigenen, hohen Warte zu zeigen, sondern ganz im Gegenteil, mit einem guten Schuss Ironie und Realität - denn im Endeffekt sind es ja doch nur kleine Jungs mit zu großem Ego.

Text Copyright Darina Goldin 2007
Bilder Copyright  MFA

 
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