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Leslie Mann - Beim Ersten Mal

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An English transcript of this interview can be found here.  

Schauspielerin Leslie Mann hat in einigen der erfolgreichsten Komödien der letzten Jahre mitgespielt. Unter der Regie ihres Mannes tritt die blonde Mimin in Beim Ersten Mal als scharfzüngige Mutter und Ehefrau auf. Dass sie auch im wahren Leben nicht auf den Mund gefallen ist, bewies uns Leslie Mann bei einem kurzen Plausch über ihre aktuelle Rolle.

Peter Clausen: Was ist Ihre Meinung zum deutschen Filmtitel?

Leslie Mann: Wie heißt der Film auf Deutsch?

Peter Clausen: Beim Ersten Mal. Ich kann mir den Zusammenhang zur Handlung nur schwer erklären.

Leslie Mann: Vielleicht, weil es ihre erste Schwangerschaft ist?

Peter Clausen: In Beim Ersten Mal wurde sehr viel improvisiert. Wie unterscheidet sich diese Arbeit von "normaler" Schauspielerei?

Leslie Mann: Es ist sehr befreiend für einen Schauspieler, wenn man so viel improvisieren und sogar vom Drehbuch abweichen kann. Natürlich hat Judd strenge Richtlinien für jede Szene. Anfang, Mitte und Ende sind immer genau definiert. Aber dazwischen haben wir genug Raum, um Spaß zu haben, herumzuspielen und spontan zu sein. Doch letzten Endes müssen wir uns immer an die Handlung halten, damit am Schluss auch alles Sinn ergibt.

Peter Clausen:
Also schüchtert es einen nie ein?

Leslie Mann: Nun, wir können an den Texten und anderen Kleinigkeiten herumfeilen, aber vom eigentlichen Drehbuch weichen wir nie ab.

Peter Clausen: Es bleibt also alles in einem gewissen Rahmen?

Leslie Mann:
Genau.

Peter Clausen: Und wie war es für Sie, mit ihren echten Kindern vor der Kamera zu stehen?

Leslie Mann: Die waren ganz toll! Ich war so glücklich darüber, dass alles gut über die Bühne ging, weil ich im Vorfeld auch etwas nervös war. Ich wusste, dass mein Mann Regie führen würde, und konnte mir sicher sein, dass er nie wütend oder ungeduldig sein würde. Die Kinder waren sehr entspannt, weil sie mit Leuten arbeiten konnten, mit denen sie aufgewachsen sind, wie z.B. Seth. Sie kennen Seth seit ihrer Geburt, und Paul seit ihrer frühesten Kindheit. Und da sie auch mit dem Großteil des Produktionsteams vertraut waren, hat es sich am Set fast wie eine große Familie angefühlt. Sie haben einfach das gemacht, was ihre Eltern und deren Freunde machen, und das mit Erfolg. Gott sei Dank!

Peter Clausen: Aber es ist natürlich trotzdem ein Film für Erwachsene...

Leslie Mann: ... weswegen sie ihn auch nicht sehen dürfen (lacht). Nicht bis sie achtzehn sind. Es sei denn, sie schleichen sich ins Kino.

Peter Clausen: Und haben die Leute auf ihr Vokabular geachtet, wenn sie Szenen mit den Kindern gedreht haben?

Leslie Mann: In den Szenen, in denen die Kinder mitspielen, wird nicht geflucht. Darauf haben wir immer geachtet.

Peter Clausen: Judd hat in dem Film ja seine eigenen Erfahrungen in Sachen Vaterschaft aufgearbeitet. Haben Sie während der Dreharbeiten neue Einblicke in die männliche Perspektive zum Thema Schwangerschaft erlangt?

Leslie Mann:
Nein, aber ich glaube, Judd hat so einiges über die weibliche Perspektive gelernt. Ich habe darauf geachtet, dass er die weibliche Perspektive ebenso ernst nimmt wie die männliche. Und das ist ihm letzten Endes auch gelungen.

Peter Clausen: Am Anfang des Films ist ihre Figur nicht unbedingt die verständnisvollste Person, die man sich vorstellen kann. Spielen Sie gern Charaktere mit Schwächen?

Leslie Mann: Ja! Das macht so viel mehr Spaß als immer nur das liebenswerte Mädchen zu sein.

Peter Clausen:
Und war es schwer, Debbies Schwächen und Stärken auszubalancieren?

Leslie Mann: Schwer zu sagen. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich während der Dreharbeiten wirklich darauf geachtet habe, aber ich finde sie wirklich sympathisch, und hoffe, dass die Zuschauer ihre Probleme verstehen können.

Peter Clausen:
Ich glaube, man ergreift nie endgültig Partei für einen der Charaktere. Manchmal identifiziert der Zuschauer sich mehr mit Pete, in anderen Momenten kann er sich besser in Debbie hineinversetzen. Ich fand es sehr ausgewogen.

Leslie Mann: Das ist toll! Freut mich, das von einem jungen Mann zu hören!

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Peter Clausen: Wie wichtig ist Natürlichkeit in Komödien?

Leslie Mann: Natürlichkeit? Das ist mir die liebste Art von Comedy. Wir reden sehr viel über Ricky Gervais und Stephen Merchant...

Peter Clausen:
Wirklich? Ich bin so ein großer Fan der beiden...

Leslie Mann: Wir treffen Stephen Merchant morgen in London.

Peter Clausen: Jetzt haben Sie mich richtig eifersüchtig gemacht!

Leslie Mann: (lacht) Oh, das ist schön! Ich bin jetzt schon so aufgeregt. Und Natürlichkeit ist wirklich sehr wichtig für mich. Ich mag alberne Komödien nicht annähernd so gern.

Peter Clausen: Wo wir schon beim Thema Natürlichkeit sind, waren die Streitereien zwischen Ihnen und Paul Rudd improvisiert?

Leslie Mann: Nur innerhalb des vorgegebenen Rahmens. Wir haben sie inhaltlich etwas aufgepäppelt, aber der Kern war immer vorgegeben.

Peter Clausen: Und hatten die Streitszenen einen großen Einfluss auf die Stimmung am Set?

Leslie Mann:
Nein, nicht auf die Stimmung am Set. Sie hatten aber einen Einfluss auf meine Beziehung zu Paul. Inzwischen ist wieder alles in Ordnung und wir verstehen uns hervorragend, aber während der Dreharbeiten ging er mir manchmal unheimlich auf den Geist, weil die Dynamik unserer Rollen auch in die Realität überging.

Peter Clausen: Eine letzte Frage - wie hat es sich angefühlt, all diese Szenen mit einem Rudel junger Männer zu drehen?

Leslie Mann:
Naja, als wir die Szenen im Krankenhaus gedreht haben, habe ich einen ganzen Tag im Wartezimmer mit den Jungs verbracht. Und da haben sie über nichts anderes als Kiffen und Pornographie gesprochen. Das war alles. Pornos und Kiffen von morgens bis abends.

Peter Clausen:
Also spielen die Schauspieler sich im Film mehr oder weniger selbst?

Leslie Mann:
Ja. Wenn wir gedreht haben, ging es um Pornos und Gras, und zwischen den Takes ging es um Gras und Pornos. Sie sind aber trotzdem richtig nette Jungs, ich kenne sie alle seit sie sehr jung waren, und habe sie wirklich gern.

Peter Clausen: Vielen Dank für dieses Interview.

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Text Copyright Peter Clausen 2007
Bilder Copyright Universal

 
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