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Thomas Finn: Die Chroniken der Nebelkriege 3: Die Letzte Flamme (2007) Verlag: Ravensburger ISBN: 978-3-473-35272-2 Preis: € 16,95 Die Chroniken der Nebelkriege 3: Die Letzte Flamme bei Amazon.de
„Wenn der Verfluchte den Drachenthron besteigt, wird Nebel die Lande Albions verhüllen. Der Tag wird gehen und die Nacht wird kommen Von Nord nach Süd wird die Finsternis ziehen. Erlöschen werden die Feuer Und wo viere waren, sind nur noch drei. Licht und Dunkel werden um die letzte Flamme ringen die den Keim des Schattens in sich trägt. Ihr Feuer entscheidet die letzte Schlacht. Die Flamme wird brennen, die Flamme wird flackern, im Ringen mit der Dunkelheit Doch am Ende wird sie unterliegen.“
Der tapfere Feuermagier Kai, dem diese Zeilen einst geweissagt wurden, hat eine ganze Menge Ärger an den Hacken. Das Heer der finsteren Nebelkönigin Morgoya, das bereits Hammaburg eingenommen hat, nähert sich unaufhaltsam Colona, wo Kai, Fi, Dystariel und die Hexen gemeinsam mit allem, was die Stadt an Verteidigungsmaßnahmen aufbieten kann, auf Magister Eulertin wartet. Der wollte nämlich die Chefmagier aus Halla mobilisieren und zum Schauplatz der letzten Schlacht um die Welt bringen, wo sie sich ein bisschen nützlich machen sollten.
Die Magier kommen auch. Aber dummerweise werden sie von einem wahnsinnigen Erzmagus angeführt, der Eulertin kurzerhand aus dem Weg geräumt hat, um selbst die Ausbildung Kais zu übernehmen und den in der Prophezeihung genannten Kern des Schattens aus Kai zu entfernen. Zum Glück kann er sich auf die Hilfe der Hexen verlassen: Er wird aus seiner misslichen Lage befreit und kann aus Colona fliehen. Doch Zeit zum Verschnaufen bietet sich keine, Eulertin muss gerettet und Morgoya gestoppt werden! Ersteres ist noch die kleinere Herausforderung, denn um es mit der Nebelkönigin aufzunehmen, gibt es nur einen Weg, und der führt in ihr kuscheliges Zuhause nach Albion. Dorthin gelangt man allerdings nur über den Seeweg vom besetzten Hammaburg aus. Dass keiner der dort noch verbliebenen Seeleute erstens noch auf der Seite der Guten steht und zweitens irre genug ist, nach Albion überzusetzen, braucht eigentlich nicht erwähnt zu werden. Aber zum Glück haben unsere Helden einflussreiche Freunde im Untergrund, zum Beispiel den Klabauter Koggs, dessen Wagemut seine Größe ja erfahrungsgemäß um ein Vielfaches übersteigt.
Auf geht’s also in die Höhle der Löwin. Albion ist von der Schreckensherrschaft gezeichnet, die Sonne scheint nicht mehr durch die dicken Nebelbänke und Wolkenschichten hindurch, die das Land undurchdringlich umschließen und die Häuser der Hauptstadt an der Teus sind nur noch als gespenstische dunkle Schemen zu erkennen. Überall lauern Schurken, Verräter und Stadtwachen. Es beginnt ein zehrender und verlustreicher Kampf, an dessen Ende Kai Auge und Auge Morgoya gegenübersteht. Der frischgebackene Adept gegen die mächtige Magierin, eigentlich eine aussichtslose Sache. Und dann ist da auch noch dieser nervige Teil der Prophezeihung der Schicksalsweberinnen, der besagt, dass die Letzte Flamme am Ende unterliegen wird. So macht das ganze natürlich doppelt Spaß. Doch so mancher Kampf ist schon mit ganz anderen Mitteln entschieden worden, als ursprünglich geplant!
Meine Damen und Herren, so und nicht anders schreibt man den Abschluss einer Trilogie. Der Sack mit den Ideen wurde mit Schmackes nochmal ausgeschüttelt, der Leser kriegt mit Albion nochmal ein völlig neues Land mit seinen eigenen Geheimnissen und Schauplätzen serviert, an denen sich atemberaubende Szenen abspielen. Kai bombt sich mit Feuerbällen und Flammenlanzen seinen Weg durch die Finsternis und rappelt sich immer wieder auf, um seinem Schicksal Herr zu werden. Das Ende der Geschichte zieht sich lange hin, genau wie sich das für die knifflige Aufgabe gehört, die Kai lösen muss. Mächtige Verbündete sieht er hilflos in den Tod gehen und zum Schluss eröffnet sich sogar die eigene Geschichte des Waisenkindes aus Lychtermoor, das in all die viel zu großen Ereignisse hineingestolpert ist. Das passiert aber in so einem fiesen Zusammenhang, dass... ach verdammich, lest das einfach selbst, es ist hart, aber großartig!
Dass diese Reihe ein Glanzstück im Bücherregal ist, zeigt auch der auf Goldpapier gedruckte Umschlag. Ich finde ja das Cover des ersten Bandes immernoch am schönsten, und eigentlich hätte diese Reihe ja handgezeichnete Umschlagsillustrationen von Alan Lee oder John Howe verdient, aber auch so passt die spektakuläre Gestaltung zum Inhalt. Verwandte Artikel: Interview mit Thomas Finn Review: Der Funke des Chronos Review: Der eisige Schatten Review: Das unendliche Licht Text Copyright Anna-Selina Sander Cover Copyright Ravensburger |