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Da ist es - mit Fatal Fury hat das erste Neo Geo-Spiel seinen Weg auf die Virtual Console gefunden. Klar, es ist kein Überhammer, aber doch ein Anfang. Highlight diese Woche ist aber ohne Zweifel Climax' Landstalker - das famose Mega Drive Action-Adventure ist toll gealtert und macht auch heute noch einiges her. Etwas schwerer haben es da dann Streets of Rage 3 und Golden Axe 3... ersteres wurde von Segas willkürlicher Zensur-Politik überrollt, zweiteres fühlt sich einfach weit liebloser an als die beiden Vorgänger. Und dann haben wir diese Woche noch Super Thunder Blade. Aber da sparen wir uns eine Review und raten gleich ab - die Automatenkonvertierung überforderte das Mega Drive schon bei seinem erscheinen, und der Zahn der Zeit hat an der Pseudo-3D-Ballerei ziemlich herzhaft genagt. Fatal Fury
System: Neo Geo Japan (1992) Originaltitel: Garou Densetsu Entwickler: SNK Preis: 900 Wii-Punkte (entspricht 9,-€) Wie könnte es auch anders sein: Die erste Neo Geo-Veröffentlichung auf der Virtual Console ist natürlich ein Prügelspiel - kein Wundern, waren die dynamischen Kloppereien doch weiland das stärkste Genre auf der SNK-Edelhardware. Allerdings ist Fatal Fury bei weitem nicht der stärkste Prügler, tatsächlich ist der erste Titel um Terry Bogard, Andy Bogard und Joe Higashi SNKs erster Prügel-Gehversuch und dementsprechend noch nicht allzu ausgereift: Ihr dürft lediglich die drei bereits erwähnten Helden spielen und viele Elemente die in späteren Teilen der Serie dann weit besser funktionierten stecken hier noch in den Kinderschuhen. Und während Fatal Fury grafisch und akustisch Capcoms Street Fighter 2 etwas überlegen ist bieten Ryu, Ken und Konsorten zu diesem Zeitpunkt noch das entschieden größere Spaß-Potenzial. Aber keine Angst, das wird sich ändern, spätestens mit Fatal Fury Special und Samurai Shodown hatte SNK die Konkurrenz damals eingeholt und läutete das goldene 2D-Klopper-Zeitalter ein. So ist Fatal Fury heute immer noch eine nette Prügelei und für 900 Wii-Punkte auch sicherlich nicht zu teuer bezahlt (man denke nur daran, was man für die dicken Neo Geo-Module damals hinblätterte...), aber wir raten zum Warten - das Neo Geo hat zahllose weit bessere Schlägereien im Angebot, an Fatal Fury werden in erster Linie Nostalgiker ihre Freude haben. Und auch wenn 900 Wii-Punkte im Prinzip ein ordentlicher Preis sind, die Tatsache, dass Microsoft das dramatisch bessere Fatal Fury Special für 400 MS-Punkte (also etwa 5 €) auf dem XBox Live Arcade-Markt inklusive Online-Duellen anbietet wirft doch ein etwas schlechteres Licht auf dieses Angebot. Und weil wir noch am Meckern sind heben wir uns die "beste" Nachricht doch für den Schluss auf: Fatal Fury läuft in 50HZ. Ekligen, grausigen, öden 50HZ. Balken, Slowdown, Quetschfiguren. Danke Nintendo. Wir findens super, als Europäer wieder mal der Arsch zu sein. 
LandStalker System: Mega Drive Japan (1992), Executive Director: Kan Naito, Creative Director: Kenji Orimo, Scenario Designer: Shinya Nishigaki, Character-Design: Yoshitaka Tamaki, Program: Kan Naito, Chief Map Designer: Kenji Orimo, Musik: Motoaki Takenouchi Originaltitel: LandStalker: Koutei no Zaihou Entwickler: Climax Entertainment Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€) Zwar ist Fatal Fury als erstes Neo Geo-Spiel in dieser Woche natürlich die meistbeachtetste Veröffentlichung im Virtual Console Shop - die beste ist aber ohne Zweifel Landstalker. Bei seinem erscheinen als potenzieller Zelda-Killer gehypet verbinden alte Fans bis heute wohlig-warme Erinnerungen mit dem isometrischen Action-Adventure. Dabei hat es spielerisch eigentlich kaum etwas mit der Zelda-Reihe zu tun: Held und Schatzsucher Niels erforscht eine ordentlich große Insel und jede Menge komplexer (und im späteren Spielverlauf regelrecht Hirn-zermarternder) Labyrinthe, geht dabei aber doch völlig anders vor als Link der regelmäßig neue praktische Hilfsmittel einsetzt. Landstalker fühlt sich etwas rollenspieliger an - Handel nimmt eine größere Rolle ein, Niels kann regelmäßig Heilkräuter, bessere Schwerter und härtere Rüstungen kaufen und trifft weitaus mehr Passanten zum Plaudern. Und dann ist da natürlich noch die Sache mit der isometrischen Grafik - die war damals noch eine Seltenheit und brachte Landstalker jede Menge bewundernde Blicke ein, das Spiel sah damals wie auch heute noch ziemlich hübsch aus. Allerdings brachte die Iso-Grafik auch Iso-Steuerung mit sich - wer sein Pad nicht beherrschte hatte zunächst Probleme, Niels durch schräges Drücken des Steuerkreuzes über seine Insel zu steuern. Erschwert wurde das ganze noch durch fehlende Schatten bei schwebenden Objekten, spätere Sprungpassagen fordern dem Spieler alles ab. Aber hey, es geht doch nichts über eine Herausforderung. Das Spiel ist niemals unfair, lässt euch nicht in bodenlose Abgründe stürzen und bietet ein paar wirklich tolle Momente. Landstalker ist ohne Zweifel das beste Action-Adventure auf dem Mega Drive, wer sich nur marginal für das Genre interessiert greift sofort zu. Niels Schatzsuche ist eine gelungene Abwechslung von den Zeldas und den zahlreichen Klonen der damaligen Zeit. 
Streets of Rage 3 System: Mega Drive Japan (1994), Producer: Max taylor, Total-Design: Atumiya Seisi, Lead Programmer: Momonga Momo, Background-Design: Kaz Ewasawa, Musik: Yuzo Koshiro Originaltitel: Bare Knuckle III Entwickler: Sega Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€) Streets of Rage 3 hat es schwer - kaum jemand mag die Prügelei so wirklich. Dabei ist es im Prinzip kein schlechtes Spiel, aber ein paar Faktoren haben dem letzten Auftritt von Axel, Blaze und ihren Kollegen doch recht übel mitgespielt. Da ist zum Beispiel die Musik - nach den gefeierten Soundtracks der ersten beiden Teile gibt sich Star-Komponist Yuzo Koshiro hier sehr experimentell - leider zu experimentell, er überfordert meist sowohl den Sound-Chip des Mega Drives, als auch die Ohren der Spieler. Die Grafik ist schwächer als des zweiten Teils, am schlimmsten ist aber, was Sega USA dem Spiel angetan hat. Das Stichwort hier ist nämlich "Zensur": Etliche Sequenzen wurden gekürzt, Gegner wurden stark verändert oder im Fall von Ledertunte Ash gar ganz entfernt, die Handlung wurde komplett umgeschrieben und zu allem Überfluss wurden sogar noch die Farben der Sprites verändert - und leider nicht zum Guten. Sega wollte "geschlechtsneutrale" Farben - na vielen Dank auch, jetzt läuft Blaze also in schnödem Grau anstatt ihrem gewohnten roten Outfit rum. Ist gleich viel schöner. Diese Behandlung hat Streets of Rage 3 nun wirklich nicht verdient, denn spielerisch ist hier alles im grünen Bereich. Man kann sich das heftig veränderte und zensierte Spiel durchaus mal geben, allerdings raten wir erstmal zum Download des besseren zweiten Teils.  
Golden Axe 3 System: Mega Drive Japan (1993) Entwickler: Sega Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€) Und noch ein etwas enttäuschender dritter Teil... wir wissen auch nicht, was sich Sega bei Golden Axe 3 gedacht hat - das Spiel ist grafisch schwächer als der Erstling aus den 80er Jahren und auch spielerisch macht das Barbaren-Gekloppe nicht allzu viel her. Gut, die Steuerung fühlt sich nicht schlecht an und die sich verzweigenden Levels sind mal ein ganz netter Ansatz, aber wir hätten uns vom dritten und letzten Mega Drive-Golden Axe schon etwas mehr erwartet. Gerade im Zweispielermodus macht Golden Axe 3 wie die meisten seiner Genre-Kollegen nach wie vor großen Spaß, die oft ziemlich eintönige und triste Grafik gibt allerdings doch Anlass zur Verwunderung - das kann Sega doch besser. So hat es Golden Axe 3 schließlich auch Jahrelang nicht in den Westen geschafft, erst in der Sega Mega Drive Collection kam es erstmals nach Europa und in die USA. Und wer es unbedingt spielen will, der sollte das auch auf der Collection tun - da gibts nämlich 60HZ und noch eine ganze Menge weiterer, meist besserer Spiele fürs Geld. 
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