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USA, 2006, 2007 Umfang: zwei Staffeln, mit insgesamt 50 Episoden a' 42 Minuten, Buch: u.a. Tim Kring, Michael Green, Regie: Allan Arkush,Greg Beeman u.a., Musik: Lisa Coleman, Wendy Melvoin, Manon Dave, Sprecher: Hayden Panettiere, James Kyson Lee, Masi Oka, Jack Coleman, Sendhil Ramamurthy, Adrian Pasdar, Milo Ventimiglia, Ali Larter
"Save the Cheerleader! Save the World!" Peter Petrelli ist ein junger, sensibler Mensch, der als Krankenpfleger für einen sterbenden Mann arbeitet. Und er ist überzeugt davon, er könne fliegen. Claire Bennet ist eine blonde hübsche Cheerleaderin, die sich aus 10 Metern von Gerüsten hinunterwerfen kann, nur um sofort wieder zusammenzuheilen. Der drogensüchtige Maler Isaac Mendez malt im Rausch die Zukunft – und mit ihr eine fürchterliche Katastrophe. Was all diese Menschen verbindet, hat ein indischer Genforscher herausgefunden. Doch der ist nun tot. Ermordet. So wie andere Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Von Anfang an konfrontiert Heroes uns mit einer Personenfülle und einer ebenso großen Zahl an einzelnen Geschichten. Wir folgen den Menschen mit besonderen Fähigkeiten und sehen dabei zu, wie sie auf die unterschiedlichste Art damit klarzukommen versuchen. Wie Peter, dem sein emotional kalter Bruder nichts zutrauen möchte, nur noch getrieben wird von dem Gedanken, die Welt retten zu können. Wie Claire versucht, ihre Fähigkeiten zu verstecken, da sie lieber ein ganz normales Mädchen sein möchte als als Versuchskaninchen zu enden. Wie der Polizist Matt über seine Fähigkeit, die Gedanken seiner Mitmenschen zu hören, einfach nur seinen Job und seine Ehe retten möchte. Und wie der naive Japaner Hiro – der heimliche Star der Serie – als einziger die direkte Verbindung zu den Superhelden zieht, die er aus seinen Comics kennt. Eine Verbindung, die auch dadurch zum Ausdruck gebracht wird, dass die Übersetzung seiner japanischen Aussagen nicht wie üblich am unteren Bildschirmrand zu finden ist, sondern frei im Raum steht wie in einer gedachten Sprechblase. Und wenn dann noch sein hörbares Schlucken von einer Schriftform des Gleichen begleitet wird, dann wissen wir, dass der Vergleich zu den Comicheften garnicht so sehr hinkt. Doch wir folgen nicht nur den einzelnen ‚Superhelden’ wider Willen. Bald schon merkt der Zuschauer, dass der tote Genforscher nicht der Einzige war, der mehr zu wissen schien. Und es wächst das Gefühl, dass hier mehr zusammenhängt und vielleicht sogar von irgendwo hinter dem Vorhang gesteuert wird, als jeder einzelne unserer Helden denkt.   Produzent Tim Kring wagt sich mit Heroes zum ersten Mal an eine Mysteryserie, nachdem er zuvor mit Chicago Hope und Crossing Jordan recht erfolgreich war. Dabei bleibt er aber auf sicherem Eis, denn die Serie weist in ihrer Konstellation einige Parallelen zu Lost auf, besonders wenn es um das Aufwerfen von unbeantworteten Fragen geht, den zwischendurch in Brocken servierten Hintergrund der Charaktere und das ständige Gefühl, dass alles so vorherbestimmt bzw. geplant war. Was Heroes so sehenswert macht, ist neben der spannenden Storyline aber eindeutig die liebevolle Charaktergestaltung. Die drei wirklichen ‚Helden’ sind nämlich die schwächsten Charaktere, während alle anderen doch immer wieder undurchsichtig werden und ihre wahren Motive gut zu verstecken wissen. Keine eindeutige Schwarz-Weiß-Zeichnerei also. Und auch der Bösewicht der ersten Staffel, der mysteriöse und übermächtige Sylar, bekommt im Zuge der einzelnen Folgen immer mehr Hintergrund zugeschrieben.
Die RTL Group hat sich frühzeitig die Rechte an Heroes gesichert und strahlt die Serie jetzt endlich ab Oktober Mittwoch Abends auf RTL II im 16:9 Format aus. Sehenswert ist Heroes für Fans von Mysteryserien, bei denen man ein wenig durchblicken kann, frühere und heutige Leser von Superheldencomics und all jene, die Coming of Age Geschichten gerne mal in anderen Formaten sehen. Wer auch noch Spaß an versteckten Botschaften hat, sollte sich schon einmal darauf einstellen, nach biblischen Namen Ausschau zu halten und nach Kakerlaken. Mehr wird nicht verraten und ist teilweise auch noch nicht in der ersten Staffel von Relevanz. Soviel vorweg: wie bei jeder guten Mysteryserie wird auch nach den ersten 24 Folgen nicht alles aufgeklärt und man darf sich zurecht auf die zweite Staffel freuen. Text Copyright Judith Harbich 2007 Bilder Copyright NBC |