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Gorilla des Monats

bernie 
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Stardust - Der Sternenwanderer
stardustNeil Gaiman, Charles Vess: Stardust - Der Sternenwanderer (1998)

Verlag: Panini
ISBN: 3866073925
Preis: € 19,95 Stardust - der Sternenwanderer bei Amazon.de

Auch wir können uns dem Schubladendenken nicht ganz verschließen, und sei es nur bei der Rubrizierung unserer Artikel. Gehört Neil Gaimans Stardust - Der Sternenwanderer jetzt in die Comic- oder in die Bücher-Rubrik? Klar, das Werk ist im Grunde ein Kurzroman, lebt aber doch genauso stark von den Zeichnungen aus der Feder von Charles Vess - praktisch keine Seite kommt ohne die wunderbaren Illustrationen des Amerikaners daher und so gehören sie ebenso stark zum Gesamtwerk wie Neil Gaimans großartige Prosa. Also haben wir uns gesagt, stellen wir´s eben zu den Comics, immerhin findet sich wohl kaum ein ehrlicherer Träger der Bezeichnung "Graphic Novel" als hier - und dieses Mal passt die Bezeichung tatsächlich ganz ohne den sonst so präsenten finanziellen Hintergedanken!

stardustDie Geschichte um Tristran Thorn der auf der Suche nach einem vom Himmel gefallenen Stern für seine Angebetete Victoria Forester weit mehr findet, als er jemals vermutet hätte lässt sich ohne Wenn und Aber ins Fantasy-Genre einreihen. Aber Neil Gaiman wäre nicht Neil Gaiman, wenn er der Fantasy nicht seinen eigenen Stempel aufdrücken würde - so ist das Reich Fairie in das es Tristran verschlägt eine wunderbar frische Welt die weit weg von allem Tolkienesken das das Fantasy-Genre schon seit Dekaden fest im Griff  hat existiert. Die viel zu oft bemühte Mischung aus nordischer Sagenwelt und englischem Mittelalter bleibt dem Leser hier zum Glück erspart, dafür ist das Reich Stormhold, in dem Stardust spielt ein faszinierender Ort voller Hexen, seltsamer Fabelwesen und einer Königsfamilie die sich bevorzugt selbst an die Gurgel geht.

Seinen Stern hat Tristran dann auch überraschend schnell gefunden - allerdings entpuppt der sich nicht als lustig glitzerndes Kleinod, sondern als die ziemlich dickköpfige und renitente Yvaine die von der Aussicht, an Tristrans hochnäsiges Objekt der Begierde verschenkt zu werden überhaupt nicht gefällt. Trotzdem sind die beiden schnell aufeinander angewiesen, sind doch diverse Parteien hinter Yvaine her - denn so ein Stern gibt nicht nur ein vermeintlich gutes Geschenk für die Dorfschönheit ab, Hexen versprechen sich vom Fleisch eines Sterns auch ewige Jugend, die wenigen überlebenden Königssöhne sehen in Yvaine dagegen den Freifahrschein in Richtung Thron...

Wer die sehr gelungene Verfilmung von wenigen Wochen gesehen hat, der weiß schon in etwa, was auf ihn zukommt - eine wilde Abenteuergeschichte mit schillernden Figuren und etlichen Gaiman-typischen Elementen. Und vor allem gibt es in der gedruckten Vorlage mehr von fast allem - der Film wurde aus dramaturgischen Gründen an vielen Stellen etwas abgekürzt (was ihm aber keinesfalls schadet), außerdem kommt er insgesamt witziger daher als die Originalgeschichte - die hat weitaus mehr düstere und dramatische Elemente und zeichnet ein weit komplexeres Bild von Tristrans Heimatdorf Wall und dem Abenteuer seines Vaters Dunstan das schließlich mit der Zeugung Tristrans kulminierte. Und auch wenn der gefürchtete (von Robert deNiro kongenial verkörperte) Captain Shakespeare eine weit weniger wichtige und gratwandlerische Rolle einnimmt, so ist doch jedem die Lektüre von Stardust wärmstens ans Herz gelegt. Und zwar in genau dieser Form - dem im Hause Panini erschienenen illustrierten Roman. Es existiert auch eine reine Textausgabe, aber die Zeichnungen von Charles Vess gehören einfach dazu - wer darauf verzichtet, der tut sich keinen Gefallen. 

Text Copyright Thomas Nickel 2007
Bilder Copyright Panini

 
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