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Gorilla des Monats

bernie 
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Metroid Prime 3: Corruption
mp3System: Wii

USA (2007), Director: Mark Pacini, Senior Designer: Tom Ivey, Mike Wikan, Art Director: Todd Keller, Engineering Director: Frank Lafuente, Lead Animation: Vince Joly, Musik: Kenji Yamamoto, Minako Hamano, Masaru Tajima

Entwickler: Retro Studios
Erschienen bei: Nintendo
Preis: ca. 45 € Metroid Prime 3 - Corruption bei Amazon.de

Was für ein Dilemma! Metroid Prime 3: Corruption hat bereits vor Wochen seinen Weg in den Einzelhandel gefunden und wir haben noch immer nichts drüber geschrieben. Und was passiert, wenn man unter dem Druck der Deadline zerbricht? Nun, einige Autoren geben auf, andere werden schizophren. Vielleicht lässt es sich ja so erklären, dass unsere Metroid Prime 3 Review nur in Form eines offensichtlich fiktiven Interviews mit Samus Arans Nemesis, dem Mother Brain, vorliegt.

Zumindest gehen wir davon aus, dass sich dieses Interview nur im Kopf eines gestressten Schreiberlings ereignet hat. Aber entscheidet selbst, was ihr davon haltet...

G wie Gorilla: Können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?

mbMother Brain: Natürlich kann ich das, elender Narr. Mein Name ist Mother Brain. Ich bin ein gigantisches Hirn in einem überdimensionalen Einweckglas und übe die Kontrolle über den Planeten Zebes aus. Mithilfe meiner selbstgezüchteten biologischen Superwaffen, den Metroids, sowie einer Gruppe niederträchtiger Weltraumpiraten gedenke ich in absehbarer Zukunft das Universum zu beherrschen.

G wie Gorilla: In absehbarer Zukunft? Das klingt, als sei noch der Hauch eines Zweifels vorhanden. Woran hat es denn bisher gehapertt?

Mother Brain: Darüber möchte ich nicht sprechen.

G wie Gorilla: Die Pläne sind also noch nicht ganz ausgereift?

Mother Brain: NICHT GANZ AUSGEREIFT??!!! NARR!! Meine Pläne sind immer bis ins letzte Detail durchkalkuliert. Es gibt eben bloß gewisse Faktoren, die man nicht vorhersehen kann...

G wie Gorilla: Interessant. Samus Aran hat mir kürzlich etwas ganz ähnliches erzählt.

Mother Brain: SAMUS ARAN??!! NIMM NIE WIEDER DIESEN NAMEN IN DEN MUND, ODER ICH TÖTE DICH!

G wie Gorilla: Tut mir leid ich dachte nur...

Mother Brain: Ohoho. "Ich dachte nur". Ich weiß genau, was Männer denken, wenn sie das unschuldige Fräulein in ihrem goldenen Kampfanzug sehen. Abstoßend.

G wie Gorilla: Nein... ich...

Mother Brain: Na gut. Ich gebe es ja zu. Ich hasse Samus Aran. Jedesmal durchkreuzt das Miststück meine perfekten Pläne. Und nimmt sie dabei jemals Rücksicht auf das arme Mother Brain? Nein! Falls es ihnen noch nicht aufgefallen ist, ich bin verkrüppelt! Ich bin ein Gehirn in einem Wassertank. Ich kann mich nicht bewegen. Kann nicht weglaufen. Und wenn man sich in einer solchen Konstitution befindet, ist es nicht unbedingt erfreulich wenn ach-so-perfekte Kopfgeldjägerinenn plötzlich dreckig lachend in dein Haus eindringen, und dich mit Raketen vollpumpen.

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G wie Gorilla: Sie halten also nicht besonders viel von Samus Aran?

Mother Brain: Ha. Dieses Flittchen war doch nie eine richtige Herausforderung. Wissen sie wer ein würdiger Rivale war? Kevin Keene!

G wie Gorilla: Captain N?

Mother Brain: Der Game Master! Der war noch ein echter Kerl, mit seiner männlichen Lightgun und der feuerroten Footballjacke! Auf billige Tricks wie den Morph Ball hat er nie zurückgegriffen.

G wie Gorilla: Dafür hatte er aber ein paar äußerst dubiose Kampfgefährten.

Mother Brain: Das ist wohl wahr. Besonders dieser Simon Belmont war mir immer suspekt. Erst kämpft er an der Seite von Captain N und kurz danach tauchen architektonische Konzepte, die ich über Jahre hinweg auf Zebes perfektioniert habe, plötzlich in transylvanischen Vampirschlössern auf. Zufall? Ich glaube kaum!

G wie Gorilla: Kommen wir zum eigentlichen Grund des Gesprächs. Sie wollten eine wichtige Ankündigung machen, korrekt?

Mother Brain: Das stimmt. Ich kann hier und heute nämlich endlich verkünden, dass ich endlich eine Möglichkeit gefunden habe um mir das lästige Fräulein Aran endgültig vom Hals zu schaffen. Ich nenne das Projekt "Metroid Prime 3".

G wie Gorilla: Und worum geht es in diesem Projekt?

Mother Brain: Tja, offiziell bin ich diesmal gar nicht involviert. Offiziell *heimtückisches Kichern*. Aber sagen wir einfach mal, dass die gute Samus von ihrer aktuellen Mission mit ziemlicher Sicherheit nicht in einem Stück zurückkehrt. Hihihi.

G wie Gorilla: Wenn sie offiziell nicht involviert sind, stellt sich natürlich die Frage gegen wen Samus Aran diesmal kämpft.

Mother Brain: Sagen wir einfach, dass man sich oft selbst der größte Feind ist. Muahaha.

G wie Gorilla: Also ist Dark Samus aus dem zweiten Metroid Prime zurück?

Mother Brain: Im Klartext: Ja. Allerdings hast du jetzt gerade die unheilvolle Ambivalenz meiner kryptischen Anspielung zerstört, NARR!

G wie Gorilla: ... Aber zurück zu ihrem Plan... Metroid Prime 3 soll das endgültige Ende von Samus Aran darstellen, stimmt's? Wie genau soll das funktionieren?

Mother Brain: Eine hervorragende Frage! Nun, die Antwort ist simpel: In den bisherigen Episoden der Serie hat sich Samus mit Hilfe einer kompakten Kontrolleinheit, dem sogenannten Joypad durch die Gegend bewegt. Das gehört der Vergangenheit an. Jetzt muss sie mit Hilfe des Wii-Nunchucks durch die Gegend stampfen während sie die Gegner mit der Fernbedienung aufs Korn nimmt. ZWEI KONTROLLEINHEITEN! Da würde doch jeder die Übersicht verlieren!

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G wie Gorilla: Aber ist die Steuerung mit dieser Kombo nicht wesentlich eleganter? Immerhin kann Samus jetzt innerhalb von Sekundenbruchteilen jeden Feind anvisieren und ihn ins Nirvana pusten. Und man sollte auch den eingebauten Logon-Modus nicht vergessen. Komfortabler geht's eigentlich nicht.

Mother Brain: Nun... auf den ersten Blick könnte man das denken. Aber wer will schon pausenlos Fernbedienungen herumschwenken? Rentner, Kinder und Gelegenheitsabenteurer vielleicht, aber Elite-Krieger? Ich glaube nicht! In Videospieleforen habe ich bereits zahlreiche Gleichgesinnte kennen gelernt die mir bedingungslos zustimmen.

G wie Gorilla:
Nun, das mag sein. Aber wäre es nicht trotzdem möglich, dass Samus ihren Auftrag erfolgreich beendet?

Mother Brain: Das könnte man denken. Aber da besteht keine Chance. Schließlich hat sich die optische Qualität ihrer Umgebung seit dem letzten Abstecher in die Chozo-Ruinen nur geringfügig verbessert. Zugegeben, die Architektur ist abwechslungsreicher, aber im großen und ganzen sieht es nicht viel anders aus als früher.

G wie Gorilla: Früher? Wann früher? Als Samus ihre Pläne regelmäßig durchkreuzt hat?

Mother Brain: Nein. Ich... Nur weil das vor ein paar Jahren gut genug war, muss es heute noch lange nicht gut genug sein. Helden sind heutzutage anspruchsvoller und benötigen State of the Art-Ausstattung um ihre Feinde zu besiegen!

G wie Gorilla: Andererseits ist Samus auch dafür bekannt, aus ihrer Situation stets das beste zu machen. Eine echte Improvisationskünstlerin eben.

Mother Brain: Ist es jetzt Improvisation, Türen mit Raketen zu öffnen? Lächerlich! Aber egal, meine Pläne gehen schließlich noch viel weiter. In der guten alten Zeit hatte ich meine komplette Basis, inklusive der taktisch positionierten Objekte mit denen Samus sich nach und nach ins Zentrum meines Domizils vorarbeiten konnte, auf einem einzigen Planeten untergebracht. Aber das gehört der Vergangenheit an! Das Zauberwort lautet Dezentralisierung!

G wie Gorilla: Also sind die Standorte der Bösewichte diesmal über mehrere Planeten verteilt?

Mother Brain:
Exakt! Wieder und wieder muss das kleine Miststück in seinem Raumschiff zwischen den Sternen pendeln! Das zermürbt jeden!

G wie Gorilla: Andererseits dürfte das Samus lange Fußmärsche ersparen und übertriebenes Backtracking massiv reduzieren! Anstatt ausladende Gefilde per Pedes abzuklappern, kann sie nun quasi zwischen einzelnen Gebieten hin und herspringen. Klingt so, als hätten Sie Samus wieder direkt in die Hand gespielt.

Mother Brain: Nun... ich...

G wie Gorilla: Ja?

Mother Brain:
Na gut, vielleicht war diese Entscheidung nicht perfekt durchdacht. Aber um Samus aufzuhalten wurden die Planeten mit zahlreichen versteckten Hinweisen, Aufzeichnungen und anderen Details garniert. Bis sie das alles mit ihrem Visor gescannt hat, haben die Weltraumpiraten sie schon lange überrumpelt.

G wie Gorilla: Das Scannen ist aber nicht obligatorisch, oder?

Mother Brain: Nun, in den meisten Fällen nicht. Aber wie kann Samus wissen, was gescannt werden muss? Nur durch Ausprobieren! Und als Belohnung gibt es bestenfalls neue Details zur Hintergrundgeschichte, freischaltbare Artworks, Musik, ein Tool für Bildschirmfotos und Luxusausstattung fürs Raumschiff!

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G wie Gorilla: Das klingt doch ziemlich motivierend...

Mother Brain: Wenn man bereit ist, 20-30 Stunden zu investieren, vielleicht. Wenn man wirklich seine Umgebung nach Herzenslust erforschen, neue Fähigkeiten lernen und sie mit Bedacht einsetzen will um voranzukommen, möglicherweise! Ansonsten sieht es düster aus.

G wie Gorilla: Also ist im Prinzip alles wie bei Samus vorherigen Abenteuern?

Mother Brain: Ha! Nicht im Geringsten! Um es noch einmal zusammenzufassen: Das Abenteuer ist diesmal länger, abwechslungsreicher und komfortabler zu steuern. Außerdem hängen die verschiedenen Abschnitte wesentlich besser zusammen und sinnlose Repetition wurde auf ein Minimum reduziert.

G wie Gorilla: Und wie genau soll dieser Plan nun dienen, um Samus Aran endgültig zu besiegen?

Mother Brain: Nun... ich... ich habe keine Zeit mehr. Wir müssen dieses Interview jetzt beenden. Ich muss an meiner Strategie arbeiten. Haben Sie zufällig die Telefonnummer von King Hippo?

Text Copyright Peter Clausen 2007
Bilder Copyright Nintendo

 
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