|
System: Wii Frankreich (2007)
Entwickler: Ubisoft Montpellier Erschienen bei: Ubisoft Preis: ca. 50 € Rayman Raving Rabbids 2 bei Amazon.de Südfrankreich ist gerade im Sommer ein sehr warmer Ort. Und wenn man ein Spiele-Entwicklerteam an so einem warmen Ort ansiedelt, dann kann es gerade so am späten Nachmittag, wenn die Sonne am heißesten brennt, dann kann es schon einmal passieren, dass das neue Rayman Jump'n'Run über spontan zur Minispiel-Sammlung mutiert und anstelle des gliederlosen, knollennasigen Hüpfstars auf einmal durchgeknallte, hasenartige Kreaturen, gegen die selbst Adventure-Langohr Max noch wohlerzogen wirkt, mit gellenden Schreien ins Rampenlicht stürmen. War die Überraschung, dass es sich beim ersten Rayman Raving Rabbids um keine neue Hüpferei handelt bei manchen Spielern noch recht groß hat man sich mittlerweile damit abgefunden und ist nun bereit für den zweiten Teil. Der hat auch kaum Interesse daran, das Minispiel-Rad neu zu erfinden und setzt auf die gleichen Elemente, die den Vorgänger ausgezeichnet haben – viele, viele durchgeknallte Spielideen, eine starke Fixierung auf den Mehrspieler-Aspekt und eben haarsträubend albernen Humor. Notorische Einzelgänger die partout keine Gäste vor die heilige Konsole lassen werden die hasige DVD dementsprechend schnell wieder aus dem Laufwerk nehmen und das Spiel grummelnd als Fehlkauf deklarieren. Wer dagegen regelmäßig die Bude voll hat (und nebenbei noch genügend Freude mit eigenen Wiimotes besitzt), der ist beim zweiten Rayman Raving Rabbids genau an der richtigen Adresse. 
Das Motto des Spiels lautet Weltreise – und so sind die einzelnen Minispiele nach Kontinenten aufgeteilt. Jede Tour beinhaltet sechs Spiele von denen das letzte stets eine flotte Musiknummer darstellt bei der jeder Spieler ein Instrument übernimmt und in klassischer Bemani-Manier die entsprechende Aktion ausführt, wenn das Symbol auf der Timerleiste ankommt. Die Minispiele selbst sind... einfach wunderbar grotesk. Da gilt es, einem dicken Paten-Hasen riesige Sandwiches zu servieren, in der U-Bahn wird die Wiimote wie eine Flöte gehalten um eine Schlange zu beschwören und wer beim furiosen Hasen-Wettrülpsen auf dem Arc de Triomph nicht zumindest verhalten grinsen muss, der geht auch sonst zum Lachen in den Keller. Jedes einmal absolvierte Spiel kann dann per Baukasten in einer eigenen Wunschtour eingesetzt werden, verschiedene Schwierigkeitsgrade und die Möglichkeit, nur Minispiele zuzulassen, die auf die Nunchuk-Erweiterung verzichten sprechen weiterhin für den hohen Benutzerkomfort. Groteskes Highlight sind allerdings die Baller-Missionen. Die erinnern nicht von ungefähr an alte FMV-Spiele wie wir sie in der CD-Konsolen-Frühzeit öfter mal ertragen mussten: Die Kamera fährt durch reale Ort, allerdings wimmelt es überall nur so vor hyperaktiven Polygonhasen – die gilt es mit der Stopfer-Wumme unschädlich zu machen. Ein herrlich sinnfreies Spielvergnügen das zeigt, welch seltsame Ideen ihren Weg in ein Spiel finden, wenn man den Entwicklern mal halbwegs freie Hand lässt. 
Was sollen wir noch großartig sagen... Rayman Raving Rabbids 2 ist ein hochgradig albernes Mehrspielervergnügen. Natürlich ist es auch wieder Wasser in die Mühlen der Anti-Wii-Brigade die Nintendos weißen Winz-Kasten am liebsten zum Minispiel-Generator für Debile abstempeln würden, aber hey – das Spiel sieht gut aus, es funktioniert und macht Spaß. Und das ist ja doch nach wie vor das wichtigste. Und selbst wenn ihr nur alle Jubeljahre mal die Bude voller Zockwilliger habt und dadurch zögert, den vollen Preis für den albernen Spiele-Fast-Food zu zahlen, ein kurzer Gang zur Videothek genügt, und der Abend ist gerettet! Text Copyright Thomas Nickel 2007 Bilder Copyright Ubisoft |