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Gorilla des Monats

bernie 
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The Donnas – Feather Nation Tour (2007)

donnas Es mag in meiner fanatischen Liebe zu einem gewissen Rocktrio aus Nordirland derzeit ein wenig untergehen, aber ich bin ja ein großer Verfechter von Frauen mit Gitarren. 2004 hielt ich mit Gold Medal meine erste CD der kalifornischen Frauenband The Donnas in der Hand, und die Liebe zu den vier unglaublich tollen Mädels war entflammt. Seit 1993 spielen Sängerin Brett Anderson, die unfassbar gute Gitarristin Allison Robertson, Bassistin Maya Ford und Drummerin Torry Castellano zusammen Rockmusik. Die Donnas waren ursprünlich ein Ramones-Punk spielendes Nebenprojekt zu ihrer damaligen Hauptband The Electrocutes (denkwürdiger Name übrigens, wie ich finde). Mit der Zeit allerdings wurde das Nebenprojekt immer beliebter, so dass sie sich schließlich dafür entschieden, die Donnas zur Hauptband zu machen. Eine wunderbare Entscheidung!
Die in Deutschland bekanntesten Alben sind die letzten drei, die Majoralben Spend the Night (2002, auch bekannt als „Die, wo Who Invited You drauf ist“), die bereits erwähnte Gold Medal (2004) und die aktuelle CD
Bitchin', erschienen im September 2007.

Die Musik ist herrlichster Gitarren-Rock'n'Roll mit einer großen Portion Tribut an den Glamrock und die 80er. Über die Jahre hinweg ist der Stil ein wenig ausgereifter geworden, Gold Medal war tatsächlich ein klein wenig ernster als die anderen beiden CDs, aber der Grundtenor ist im Prinzip immer offensiv, breitbeinig und volle Pulle. Wo sich andere Frauen mit emotionalen Dingen durch ausdrucksstarken, einsamen Gesang beschäftigen, drehen die Donnas die Amps auf Rechtsanschlag und Brett pfeffert ihre wunderschöne, starke helle Stimme ins Mikro, dass es einem die Ohren weghaut. Die Themen sind klar: Hauptsächlich Männer, schließlich birgt kein anderes Feld so viele Möglichkeiten wie das der gescheiterten oder angestrebten Beziehungen. Dabei zeigen die Donnas kaum Schwäche, im Gegenteil, ihre Musik ist selbstbewusst und offensiv, Songs wie Like An Animal sprechen da eindeutig für sich. Aber natürlich, wie Mädchen nunmal so sind, muss auch eine gehörige Portion Zickerei dazu, und auch dieses Thema wird hervorragend umgesetzt und passt bestens zum Sound. Das lässt die Frage aufkommen, was für Menschen die Donnas denn so mögen. Die Möglichkeit, das rauszukriegen, bot sich auf der Feather Nation Tour gekoppelt mit der Jägermeister Rockliga in Deutschland, von der ich das Glück hatte, gleich bei drei Gigs dabeizusein.
Ein komplettes Set der Donnas ist in etwa eine Stunde lang, das mag einem recht kurz vorkommen. Aber wenn man sich so ansieht, wie die auf der Bühne rumtoben, kann man sich gut vorstellen, dass sie nach einer Stunde schlichtweg völlig erledigt sind.

donnas

Ein Donnas-Gig ist von Anfang an Kick-Ass, die vier sind gut gelaunt, sehen aus wie aus dem Ei gepellt und lieben ihr Publikum. Das besteht übrigens sowohl aus verschiedenen Arten von Männern, große schwarze Metaller stehen glücklich neben Familienvätern, ebenso wie allerlei Frauen und Mädchen – wobei die bei einem reinen Donnas-Live schon ein wenig in der Unterzahl sind. Brett Anderson jedenfalls liebt sie alle, nach jedem Song kommt mindestens ein mit zahlreichen „shit“s und „fuck“s gespicktes (die nutzen das in Amerika irgendwie als Interpunktion oder so) Dankeswort ans Publikum zusammen mit der nächsten Ansage. Zu Beginn der Tour fand das alles noch zaghaft auf Englisch statt, eine Woche später hingegen plapperte sie schön fröhlich: „Wir sind die Donnas! Wie geht’s Euch, Leute?!“ Während der Songs springt sie wie ein Derwisch auf der Bühne herum, feuert ihr Publikum an, flirtet mit den Herren aus der ersten Reihe und steckt zwischendrin noch mal eben mit einer ihrer Bandkolleginnen die Köpfe zusammen, um irgendwas ganz wichtiges zu besprechen. Diese Tour war wirklich ein Erlebnis, aus den Konzerten geht man immer gut gelaunt nach Hause. Hoffen wir, dass das Versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen, auch eingehalten wird. Nach eigener Aussage jedenfalls waren sie von Deutschland so begeistert, dass sie sich nie verzeihen werden, bei der letzten Tour nicht hergekommen zu sein. Weiß man's?

Die Donnas sind für mich als Frau ein Phänomen. Wie kann sowas funktionieren, frage ich mich immer, dass eine Frauenband 14 Jahre lang ohne Mitgliederwechsel zusammenspielt? Die Beziehung zwischen den einzelnen Mädels muss was ganz besonderes sein, jede Frau kennt Cliquenwirtschaft und weiß, wie schnell alles auseinanderbrechen kann. Aber die vier hier sind gleichzeitig Kolleginnen und beste Freundinnen, die sich in- und auswendig kennen und die anscheinend nichts und niemand trennen kann. Sowas ist verflucht selten, und lasst uns alle hoffen, dass das noch lange so bleibt!

Aktuelle CD: Bitchin', 2007, Purple Feather Records

Text Copyright Anna-Selina Sander 2007
Fotos Copyright The Donnas 

 
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