Advertisement

Gorilla des Monats

bernie 
Home arrow Games arrow Resident Evil: The Umbrella Chronicles
Resident Evil: The Umbrella Chronicles
resiSystem: Nintendo Wii
Japan
(2007), Producer: Masachika Kawata, Toru Takahashi, Director: Yasuhiro Seto, Hiroaki Kotake, Advisor: Jun Takeuchi, Kenji Shimizu, Sprecher:  D.C.Douglas, Tara Platt, Stephanie Sheh, Steve Van Wormer, Yuri Lowenthal, Patrick Seitz

Entwickler: Capcom
Erschienen bei: Nintendo
Preis: ca. 50 €

Manche Fragen beschäftigen die Videospieleszene schon seit Jahren: Warum hat Albert Wesker den Angriff des Tyrants überlebt? Wie hat sich Rebecca Chambers zwischen Resident Evil Zero und dem ersten Teil von einer toughen Zombiejägerin zur hilflosen Maid verwandelt? Warum sind Claire Redfield und Leon S. Kennedy bei ihrem Bummel durchs zombieverseuchte Raccoon City nie dem omnipräsenten "Nemesis" über den Weg gelaufen und wie zum Geier wurde die Umbrella Corporation zwischen Resident Evil 3 und 4 eigentlich zur Strecke gebracht? Seien wir ehrlich, was Plotholes angeht, hat sich Capcoms Zombiehatz inzwischen zum virtuellen Schweizer Käse entwickelt. Umso besser also, dass es jetzt ein weiteres Spin-Off gibt, in dem wir das untote Gesindel wie einen solchen durchlöchern und nebenbei ein paar der größten Handlungslöcher stopfen können.

resi

Resident Evil: The Umbrella Chronicles ist ein klassischer Light Gun-Shooter in typischer Virtua Cop/House of the Dead-Manier. Anstelle kostenintensiver Zusatzhardware nehmen wir die Gegner allerdings diesmal mit Wiimote und Nunchuck aufs Korn. Das gestaltet sich erfreulich simpel. Mit der Fernbedienung streifen wir den Bildschirm nach Frischfleisch ab, während der Analogstick zur Änderung des Blickwinkels dient. Das kann oft lebensrettend sein, denn wer seine Augen regelmäßig durch die modrigen Räumlichkeiten wandern lässt, wird oft mit lebensrettender Munition, Heilkräutern, Medizin und enthüllendem Aktenmaterial aus den Umbrella-Archiven belohnt. Besonders investigative Naturen können sich sogar über versteckte Räume und alternative Pfade freuen. Keine Frage, Forscherdrang wird bei den Umbrella Chronicles reichhaltig belohnt.

resi

Und wie sieht es in Sachen Story aus? Nun, im Gegensatz zu den spielerisch weitaus weniger ausgereiften Resident Evil Gun Survivor-Abenteuern bewegen sich die Umbrella Chronicles nicht besonders weit von der Rahmenhandlung und den Hauptfiguren der Kernserie weg. Die zentralen Kapitel des Spiels sind Neuerzählungen der Storys von Resident Evil Zero, 1 und 3 im Kostüm eines Light Gun Shooters. Und obwohl die Geschichten entsprechend zusammengekürzt wurden, vermag das Entwicklungsteam es doch, die Essenz der jeweiligen Spiele hervorragend ins neue Format zu übertragen. Im Falle von Resident Evil Zero profitiert die Narrative sogar von der Straffung, denn was vorher eher zäh und uninspiriert war, wirkt plötzlich wesentlich involvierender als es im Original jemals der Fall war. Zugegeben, erzählerische Diskrepanzen im Vergleich zum Quellmaterial kommen gelegentlich vor, aber da die Erlebnisse von Chris, Jill, Rebecca und wie sie denn alle heißen aus der Sicht von Haus- und Hofbösewicht Albert Wesker nacherzählt werden, kann man die kleinen Wiedersprüche geflissentlich unter den Teppich kehren. Überhaupt ist der mächtige Wesker wohl die größte Stärke des Spiels, denn schließlich kann der eifrige Wiimote-Schütze in den hammerharten Bonuskapiteln von Umbrella Chronicles die Kontrolle über den martialischen Albino übernehmen, um zu erfahren, was der intrigante Antiheld so getrieben hat, während sich anderenorts seine ehemaligen Stars-Kollegen mit blutrünstigen Virusopfern herumschlagen durften.

 resi

Keine Frage, es bringt verdammt viel Laune mit einem gigantischen Waffenarsenal die Monsterhorden aus den Arklay Mountains über den Jordan zu schießen und die Neuinszenierung klassischer Resident Evil-Lokalitäten kann sich wirklich sehen lassen. Besonders der Raccoon City-Lokalkolorit aus dem zweiten und dritten Teil wirkt in gefällig animiertem Echtzeit 3D gleich doppelt so schön wie in den mittlerweile doch recht angegrauten Playstation-Originalen. Zugegeben, spielerischen Anspruch kann man in Weskers Aktenschrank eher mit der Lupe suchen, aber wer sich mit gut zehn Stunden solider Dauerfeuer-Action, einer interessanten Rahmenhandlung und der langerwarteten Chance zufrieden gibt, Umbrella endgültig den Garaus zu machen, sollte hier trotzdem auf seine Kosten kommen. 

Zumindest, wenn er zum Import bereit ist, denn wie nicht anders zu erwarten haben die selbsternannten Sittenwächter unseres schönen Landes einmal mehr unter dem Deckmantel des Jugendschutzes einen deutschen Release im Keim erstickt. Aber da die ewig Gestrigen im restlichen Europa noch nicht die Kontrolle übernommen haben, ist der Import der Pal-Version für versierte Shooter-Freunde ein Leichtes. Und es lohnt sich ohne Zweifel, denn obwohl Capcom, dem unausgeglichenen Schwierigkeitsgrad und dem etwas einseitigem Gameplay sei Dank, nicht ganz ins Schwarze getroffen hat, ist dieses Spiel mit Sicherheit auch kein Schuss in den Ofen. Wer Freude an ebenso kurzen wie knackigen Dauerfeuersessions hat, wird diesen Nostalgietrip nach Raccoon City mit Sicherheit nicht bereuen.


Text Copyright Peter Clausen 2007
Bilder Copyright Capcom

 
< zurück   weiter >
© 2012 www.g-wie-gorilla.de
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.