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Gorilla des Monats

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Lebe lieber ungewöhnlich
lebeUSA / UK (1997)

Regie: Danny Boyle, Drehbuch: John Hodge,  Kamera: Brian Tufano, Musik: David Arnold, mit: Ewan McGregor, Cameron Diaz, Holly Hunter, Delroy Lindo, Ian Holm

Originaltitel: A Life Less Ordinary
Erschienen bei: Universal
Preis: ca. 9€ Lebe lieber ungewöhnlich bei Amazon.de


Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, ehrenwerte Putzkräfte durch Roboter zu ersetzen, ihn möge die ganze Wucht von Roberts (Ewan McGregor) Rache treffen, denn er wurde soeben Opfer einer solchen Sparmaßnahme. Der Schuldige ist schnell gefunden: Sein ebenso aufgeblasener wie mickriger Chef Mr. Naville (Ian Holm). Wütend stürmt Robert dessen Büro, um ihm die Meinung zu sagen – wie, weiß er noch nicht so richtig – und verlässt es wieder mit einer Pistole, die er gegen den Kopf einer hübschen jungen Frau, die er mit sich zieht, gedrückt hält, in Richtung Parkhaus, setzt sie ans Steuer, erklärt ihr kurz, wie das Fahren funktioniert, sie brettern hinaus aus der Stadt und kommen erst wieder an einer verlassenen Jagdhütte mitten in der Wallachei wieder zum stehen.

Moment.

Tatsächlich gerieten die Dinge außer Kontrolle, kaum dass Robert von den Sicherheitskräften seines Chefs überwältigt werden sollte. Mit ihm im Zimmer war Celine (Cameron Diaz), Mr. Navilles Tochter, die er gerade wegen ihres notorischen Hedonismus zusammenfalten wollte. Um ein wenig Action in die Angelegenheit zu bringen (oder einfach, weil er ihr leidtat), schanzte sie Robert eine Waffe zu, mit der er sich die Wachmänner vom Hals halten konnte und anschließend, angesichts der absoluten Hoffnungslosigkeit seiner Lage, Celine kurzerhand als Geisel nahm.

lebelife

In ihrem bescheidenen Refugium angekommen, weiß Robert nun überhaupt nicht, wie es weitergehen soll. Also erklärt Celine, froh, ihrem Vater vorerst entkommen zu sein, ihm kurzerhand, was er zu tun hat: Drohanrufe, nicht zu niedrige Lösegeldforderungen, Übergabeverhandlungen - das ganze Programm läuft nach ihren Instruktionen. Das Stockholm-Syndrom linst in einer besonderen Variation schon keck um die Ecke.

Soweit der erste Erzählstrang des Films.

Ein paar Stockwerke weiter oben, in einem blütenweißen Großraumbüro, instruiert Chief Gabriel gleich zu Anfang des Films zwei seiner engsten Mitarbeiter, Jackson (Delroy Lindo) und O'Reilly (Holly Hunter). Sie sollen einen Cupidenjob übernehmen und Robert und Celine miteinander verkuppeln – die ganze Geschichte wird quasi von den beiden Engeln gesteuert, die nur ihren Job erfüllen wollen, dabei aber ohne Rücksicht auf Verluste und die Nerven ihrer beiden Schützlinge vorgehen. Sie schleichen sich bei Naville als Kopfgeldjäger ein und erhalten den Auftrag, Celine zu befreien und Robert so schnell wie möglich zu beseitigen. Beste Arbeitsvoraussetzungen!
Jackson und O'Reilly sind ohne Zweifel die heimlichen Highlights des Films. O'Reilly hat so eine manische, fast wahnsinnige Art, aufzutreten, wirkt aber gleichzeitig eiskalt und professionell, Jackson dagegen sieht ständig aus, als wolle er nur noch eins: in Rente gehen und endlich seine Ruhe haben. Zusammen ergänzen sich die beiden wunderbar und machen jede ihrer Szenen zu einem Brüller.

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Die vier treffen nun immer wieder zusammen, bis Robert und Celine endlich die erlösenden drei Worte zueinander sagen und der Job erfüllt ist. Aber bis dahin passiert noch so einiges. Zum Beispiel natürlich die Entwicklung der verwöhnten Celine zum menschlichen, emotional intelligenten Wesen, jede Menge Schießereien und Verfolgungsjagden, Banküberfälle und erste Eifersüchteleien. Und auch als sich die beiden Engel schon am Ziel glauben, dreht sich der Spieß noch einmal um.

Der Film ist eine spitzenmäßge Großpackung bester Unterhaltung, er ist weder platt noch kitschig, es fließt tatsächlich ein bisschen Blut, er ist laut und brachial und nebenbei auch noch tierisch witzig. Der Stempel auf dem Cover, der mir „100% Kult“ entgegenbrüllte, lag da wirklich nicht so falsch.

Text Copyright Anna-Selina Sander 2007
Bilder Copyright Universal

 
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