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Gorilla des Monats

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Castlevania - The Dracula X Chronicles
Dracula X ChroniclesSystem: Sony PSP
Japan
(2007), Producer: Koji Igarashi, Character Design / Illustration: Ayami Kojima, Musik: Michiru Yamane

Entwickler: Konami
Erschienen bei: Konami
Preis: ca. 40 € Castlevania - The Dracula X Chronicles bei Amazon.de

Jeder weiß es mittlerweile, trotzdem wollen wir es hier noch einmal betonen: Castelvania in 3D funktioniert momentan einfach nicht, sowohl die beiden N64-Spiele, als auch die beiden PS2-Abenteuer konnten nicht ansatzweise mit den famosen 2D-Episoden konkurrieren. Und jetzt endlich konnte der bekennende 2D-Enthusiast Koji "IGA" Igarashi seinen Vorgesetzten klarmachen, dass die Serie nicht nur auf dem Nintendo DS in zwei Dimensionen bestehen kann und das auch Spieler außerhalb Japans endlich die Chance haben sollten, die legendäre PC-Engine-Episode Rondo of Blood zu erleben. Und um den Schein der Allmacht des mächtigen Polygons zu waren gibt’s eben diesen PC-Engine-Klassiker jetzt als 2,5D-Remake für Sonys PSP.

Gehen wir also noch mal kurz auf das Original ein. Das war damals ein wahres Brückenspiel und stellt das exakte Mittelstück zwischen den alten, linearen und knallschweren Castlevania-Episoden und den neuen Teilen mit ihren großen, verschachtelten Schlössern und den RPG-Einlagen. Auch wenn man es auf den ersten Blick für ein streng lineares Action-Jump’n’Run halten mag, so stellt der aufmerksame Spieler schnell fest, dass sich weitaus mehr hinter dem Spiel verbirgt. So haben die meisten Levels mehrere Wege die man beschreiten kann. Oft sind die aber nicht sofort ersichtlich und werden nur durch ausdauerndes Experimentieren entdeckt. So ist es durchaus möglich, dass ein nicht allzu aufmerksamer Spieler Rondo of Blood wie ein gewöhnliches Jump’n’Run durchläuft und dabei dann auch nur einen Bruchteil des Spiels zu sehen kriegt.

Dracula X

Nur wer hinter jeder Wand, jeder Kerze und jedem Schalter nachschaut, der findet die zahlreichen Geheimnisse – alternative Bosse, Abzweigungen in völlig neue Unterlevels oder gefangene Damen die wie im Falle von Maria sogar als zweiter spielbarer Charakter zur Verfügung stehen oder euch mit neuen Talenten versorgen... Entdeckernaturen mit guten Reflexen werden sich hier sichtlich wohl fühlen. Wer jetzt aber ein relativ einfaches Abenteuer wie das tolle Castlevania – Symphony of the Night erwartet, der hat sich geschnitten – bereits der erste Level wirft euch hartnäckige Gegner mit teilweise überraschen komplexen Bewegungsmustern entgegen, spätere Levels werden nur mit ordentlich Ausdauer und der richtigen Wahl der Extrawaffen besiegt, den dicken Bossen kommt ihr nur mit der richtigen Taktik bei. Und bis ihr die raus habt zieht euch so mancher Levelwächter zum wiederholten Male einen Scheitel.

Zum Glück ist Maria recht schnell gefunden und macht das Spiel oft weit einfacher – sie steuert sich flexibler als Peitschen-Held Richter, beherrscht einen sehr praktischen Doppelsprung und ihre Attacken treffen nicht nur Gegner die direkt vor ihr stehen. Gut, dafür steckt sie auch ein paar weniger Treffer als Richter ein, trotzdem stellt das Mädel im rosa Rüschen-Outfit durchaus eine Art Easy-Modus dar. Trotzdem wird es sich der ehrgeizige Spieler keinesfalls nehmen lassen, die komplexen Stages mit beiden Figuren durchzuspielen –in der heutigen Zeit in der selbst die aktuelle Inkarnation der ehemals knackschwere Devil May Cry-Serie mit wenig Übung recht locker durchgespielt werden kann ist es schön, wieder mal ein wirklich herausforderndes, aber dennoch wirklich faires Actionspiel vorgesetzt zu bekommen.

Dracula X

Die 3D-Frischzellenkur ist der Grafik recht gut bekommen. Zwar ist manche Animation etwas steif geraten und die Hintergründe sehen in Capcoms ähnlichem Ultimate Ghosts'n'Goblins doch eine Spur schöner aus, trotzdem kommen die gedämpften Farben und die Gelegentlichen hübschen Grafik-Effekte der Stimmung sehr entgegen, mit ein wenig Übung spielt sich das Remake auf fast so exakt wie das 2D-Original. Vollends gelungen ist der Soundtrack-Remix – die klassischen Stücke wurden aufs wunderbarste neu arrangiert und gehen prima ins Ohr, Puristen finden unterwegs hinter verschiedenen Kerzen auf die alten Tracks versteckt die man den Levels im Menü auf Wunsch zuordnen kann. Das Anime-Intro der PC-Engine-Fassung wurde ebenfalls im Renderlook neu geschaffen und wird abermals von einem deutschen Sprecher – der allseits beliebten Stumme unseres geschätzten Grummel-Arztes Dr. House – vertont – sehr stimmungsvoll.

Bereits das Rondo-Remake würden wir euch – eine gewisses Hüpf-Grundgeschick vorausgesetzt – uneingeschränkt empfehlen, Konami hat sich aber nicht lumpen lassen und die UMD ordentlich vollgepackt, zwei weitere Spiele können unterwegs freigespielt werden: Zum einen befindet sich das Original Rondo of Blood auf der UMD – in klassischer Pixelgrafik erfreut es vor allem alte 8- und 16-Bit-Veteranen. Leider ist die Emulation nicht sonderlich sorgfältig, die Grafik wirkt stets etwas unscharf, Engine-Veteranen haben das nicht nur aus historischer Verklärung besser in Erinnerung. Willkommen ist diese Zugabe aber dennoch allemal. Zweites Bonusspiel hat es ebenfalls schwer in sich: Das bereits erwähnte Symphony of the Night, ohne Zweifel eines der besten Spiele die jemals auf der PSone erschienen sind befindet ist ebenfalls komplett mit von der Partie. Und nicht nur das, Konami hat sich noch einmal hingesetzt, die Texte neu übersetzt und die erbärmlichen Sprecher der 32-Bit-Version ausgetauscht, außerdem ist Maria auch hier spielbar – und das weit eleganter als in der missglückten Sega Saturn-Konvertierung. Da ist es auch zu verschmerzen, dass weder das Original-Rondo of Blood, noch Symphony of the Night an die Seitenverhältnisse des PSP-Bildschirms angepasst wurden und nur mit Balken links und rechts gespielt werden können.

dracula

Einen letzten Wehrmutstropfen gibt es aber dann doch: Es ist sehr schade, dass Konami die beiden Bonus-Spiele wirklich abartig gut versteckt hat – selbst wer Dracula in seiner endgültigen Form das untote Lebenslicht ausgeblasen hat wird in den seltensten Fällen auch nur eines der beiden Bonusspiele entdeckt haben, auch wir würden ohne Blick auf einschlägige Tipps-Seiten wohl noch bis zum Sankt-Nimmerleinstag suchen. Aber was solls – mit etwas Hilfe habt ihr die Bonus-Spiele schnell freigespielt und freut euch, der doch immer etwas unterernährten PSP zweieinhalb absolute Klassiker in adäquater Form füttern zu dürfen.

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Interview mit Koji Igarashi und Michiru Yamane

Text Copyright Thomas Nickel 2008
Bilder Copyright Konami

 
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