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Gorilla des Monats

bernie 
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Nada Surf - Lucky

LuckyNada Surf: Lucky (USA, 2008)
Plattenfirma:
City Slang
Tracks: 11
Erscheinungsdatum:
1. Februar 2008
ASIN: B0010YOYMK
Preis: ca. 14€ Lucky bei Amazon.de
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Gewisse Kollegen behaupten ja, die Musik von Nada Surf hätte sich mal wieder nicht verändert - das sind aber die gleichen, die auch Charlie Wilson's War fär einen tollen Film halten, den die Welt gebraucht hat. Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall: Mit jedem Album entwickeln sich die Jungs aus New York ein Bisschen weiter, und dabei stets weg vom Garage-Sound hin zu fließender, gut produzierter Indiemusik. Mit High/Low hat das hier nichts mehr zu tun. Aber auch nicht mit The Weight Is a Gift.

Insbesondere nicht mit The Weight Is a Gift. Dieses war in erster Linie eine Stunde geballter positiver Einergie, das lyrische Ich schien im Aufbruch, verkündete: "I'm gonna have a party". Rund zwei Jahre später ist die These eine andere: "They say if you're not lonely alone boy there's something wrong". Und darum dreht sich die ganze Scheibe: Um die Vergänglichkeit, das Alleinsein, die Langeweile, stellenweise sogar den Tod. Eigentlich hat auf Lucky niemand so richtig Glück gehabt, höchstens endet er als "lucky mess", wenn der Anruf, auf den man längst aufgehört hat zu warten, doch noch kommt. Zwar gibt es auch hier zwischendurch Anflüge von Freude, doch um sie zu finden, muss man sich erst durch die Zweideutigkeit der meisten Texte kämpfen, die einiges an Abstraktheit gewonnen haben. Oft wird man dabei feststellen, dass die Botschaft eben doch nicht "beautiful beat lift me up from distress", sondern schlicht und ergreifend "I do not want to be in this song" lautet - lasst mich allein, lasst mich in ruhe, das "to find someone you love you gotta be someone you love" von der letzten Platte hat offensichtlich doch nicht geklappt, sonst müsste das lyrische Ich sich auf Lucky nicht ständig vornehmen, sich doch nochmal zu verändern.

Das alles dürfte aber wohl nur einen kleinen Teil der Nada Surf-Hörer interessieren, es schreibt schließlich nicht jeder gleich seine Magisterarbeit über ihre Texte . Was nun den Klang angeht, so ist auch hier eine Steigerung bemerkbar. Die Musik folgt dem Inhalt, ist ruhiger, geschlossener, erwachsener vielleicht. Geschrammelt wird eigentlich überhaupt nicht mehr, jeder hat seine Instrumente zu spielen gelernt, jeder einzelne Song hat etwas zu bieten, meist einen Refrain, den man tagelang nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Eine neues Lied auf Französisch gibt es allerdings nicht. Und auch den großen Hit, der der Band dieses Mal den endgültigen Durchbruch bringen könnte, sucht man leider auch hier vergebens.

Es ist allerdings durchaus möglich, Lucky zusammen mit den anderen Scheiben von Nada Surf auf Endlosschleife zu schalten ohne großartige Sprnge zu erleben. Und eine solche Art von Kontinuität ist doch manchmal auch sehr angenehm. Bleibt abzuwarten, wie sich die Musik live anhört, in wenigen Tagen kommt die Band, das erste Mal seit dem City Summer Slang und einigen Festivals, nach Europa auf Tour. Solange bleibt Lucky ein Album für alle Jahreszeiten, besonders gut für den aufkeimenden Frühling: Als hintergrundrauschende Frühstücksmusik genauso gut verwendbar wie zum Grübeln bei Kerzenlicht. Wer extra positiven Input haben will, liest sich das Booklet durch. Dort definieren nämlich diverse Menschen in verschiedenen Sprachen ihr Konzept von "Glück gehabt" und die Band selbst diskutiert darber, ob denn der Titel überhaupt zum Album passt.

Erhältlich ist die Platte übrigens (noch) in zwei Versionen: Die Limited Edition bringt eine zweite CD mit, auf der sich zwei nette Akkustik-Versionen von "Whose Authority" und "I Like What You Say", zwei der spannendsten Songs der Platte befinden. Die beiden anderen Tracks, "I Wanna Take You Home" und "Everyone's On Tour" sind nette B-Seiten, die es zurecht nicht aufs Album geschafft haben. Große Fans wollen sie natürlich trotzdem, alle anderen können beruhigt einige Euro weniger ausgeben.

Text Copyright Darina Goldin 2008
Cover Copyright  City Slang

 
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