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Gorilla des Monats

bernie 
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Virtual Console Vol. 62

Gute Nachrichten: Diese Woche gibt es zwei Spiele auf der Virtual Console. Schlechte Nachrichten: Beide sind schlecht. Eins so halbwegs, das andere so richtig, richtig schlecht. Naja, einen Vorteil hat das ganze aber dennoch: Ihr spart Geld für Wii-Punkte, ich darf zünftige Verrisse schreiben und dabei auch noch ordentlich Abschweifen. Tja, das nennt man dann positives Denken!

 
Super R-Type

Super R-TypeSystem: SNES
Japan (1991)

Entwickler:  Irem
Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€)

Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen... das Super Nintendo bzw. das Super Famicom ist frisch in Japan erschienen und die Spieler haben sich frisch von Killer-Starttiteln wie Super Mario World und F-Zero erholt - Zeit für neue Spielekost. Und was kommt da besser als ein grafisch fulminanter Horizontalshooter vom damaligen Genre-König Irem? Dummerweise kam alles ein wenig anders: Super R-Type entpuppte sich als Ruckelorgie erster Güte und langsam wurde den Spielern und Kritikern klar, dass das SNES mit seinem langsam getakteten Prozessor von Natur aus nicht unbedingt für furiose Action-Infernos geeignet ist - eine Annahme, das erst von Konami mit Parodius und Super Probotector und Compile mit Super Aleste widerlegt wurde.

Aber zurück zu Super R-Type. Im Prinzip ist das Spiel garnicht mal so verkehrt - das Level-Design ist ansprechend, die Hintergründe und Gegner schön detailliert gezeichnet und der Soundtrack geht gut ins Ohr. Und selbst mit den Ruckeleien könnte man eigentlich Leben, hätte Irem nicht einen großen, großen spielerischen Faux Pas eingebaut: Verliert ihr ein Leben - was hier sehr, sehr schnell gehen kann - setzt euch das Spiel zurück an den Level-Anfang. Egal, ob ihr von der ersten Gegnerwelle, oder vom mächtigen Boss am Ende der Stages getroffen wurdet. Daher solltet ihr für Super R-Type eine sehr, sehr hohe Frust-Resistenz mitbringen. Oder noch besser: Spart euch den Download direkt und greift lieber zum Original für die PC-Engine oder das furiose R-Type 3 auf dem SNES. 

Super R-TypeSuper R-Type

 

Operation Wolf

Operation WolfSystem: NES
Japan (1989)

Entwickler:  Taito
Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€)

Meine Damen und Herren, hier haben wir einen untrüglichen Beweis für die Willkür und Absurdität der deutschen Jugendschutz- und Indizierungs-Maschinerie. Als Operation Wolf Ende der 80er Jahre erschien waren die deutschen Behörden über das simple Dschungel-Geballer entsetzt - ab auf den Index mit dem Brutalinski-Quatsch! 2008 juckt das alles dagegen kein Schwein mehr, europäische Freigebastellen haben dem Spiel eine simple ab 12-Freigabe verpasst und schon bietet es Nintendo auf der durch und durch familienfreundlichen Wii an. Wie sich die Zeiten doch ändern... da können wir froh sein, dass deutsche Prüfstellen nach wie vor eisern auf Spieleverbote schwören und konservative Politiker weiterhin nach Verschärfungen keifen.

Worum ging es? Ach ja, Operation Wolf. Das Ego-Geballer auf eine Horde Terroristen in einem beliebigen Urwald hatte in der Arcade durchaus seinen Charme - die Grafik war für damalige Verhältnisse angenehm detailliert, von sich reden machte Operation Wolf aber vor allem durch die auf das Gehäuse montierte Uzi mit der der Spieler seine Gegner unter Beschuss nahm. Auf dem NES ist davon nichts mehr übrig - die Grafik ist auf das nötigste reduziert und die dicke Maschinenpistole mußte dem NES-Zapper weichen. Und selbst der fehlt jetzt im Virtual Console-Release - hätte Nintendo zumindest die Möglichkeit eingebaut, mit der Wiimote zu zielen hätte das Spiel noch einen minimalen Charme, so bleibt nur ein grafisch müder Lightgun-Shooter ohne Lightgun. Daher spart euch die Wii-Punkte und hofft nächste Woche auf bessere Kost.

Operation WolfOperation Wolf

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Text Copyright 2008 Thomas Nickel
Screenshots Copyright Taito, Irem
 
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