Gorilla des Monats

hairilla
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Intro
Krass am Kiffen
Weissblech 2006
Interview mit Levin Kurio

verlegerWeissblech Comics - Von Camp und Kiffern

Vor vier Jahren sah ich ihn das erste mal auf dem Comicsalon in Erlangen. Da saß er - Levin Kurio. Rothaarig und äußerst fröhlich, umgeben von Titeln wie Horror aus der Pornogruft, Drogengeile Teenieschlampen oder Koma-Comix. Seitdem hat Kurio ordentlich expandiert, die halb-biografischen Kiffer- und Rumwanzer-Comics eingestellt, und liefert neben derb-alberner Pornographie jetzt astreine Horrorkost, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht!

Ein bisschen Hintergrund zum Thema "Comics und Horror": Vor mehr als einem halben Jahrhundert mittlerweile hat der Comics Code (siehe z.B. hier) der amerikanischen Genrevielfalt den Todesstoß versetzt. Wo sich zuvor neben Superhelden zum Beispiel auch jede Menge Krimi- oder Horror-Comics tummelten, gehörte das Feld auf einen Schlag den kostümierten Vigilanten, die für Recht, Freiheit und vor allem den American Way of Life einstanden. Publisher wie EC Comics, zu deren Programmhighlights vielsagende Titel wie Crime SuspenStories, The Vault of Horror oder The Crypt of Terror  gehörten, durften dagegen direkt den Bankrott anmelden. Schöne neue Spandex-Welt...

Mit diesem kleinen, aber feinen Vorwissen wird es gleich weitaus einfacher, die Welt der Weissblech-Comics zu verstehen: Ein Blick auf die Cover der alten EC Comics und eine Weissbleich-Veröffentlichung wie Horror-Schocker zeigt sofort, worauf Verlagschef Levin Kurio hinauswill.

vergleich
Die Parallelen zwischen dem amerikanischen Klassiker und dem deutschen Indie-Comic sind nicht zu übersehen. 

Was Kurio und seine Leute da fabrizieren, ist kein einfacher Trash um des Trashs willen sondern astreine Genrekost wie sie eigentlich seit Jahrzehnten als ausgestorben gilt. Klar, da wird auch mal rumgealbert und Schnewittchens gläserner Sarg mit Fensterkit notdürftig geflickt; gerade in den derben XXX-Comics wird außerdem ordentlich rumkrawemsert. Aber daneben sind gerade in den Horror-Schockern auch immer wieder Geschichten zu finden, die nicht nur für gepflegtes Gnickern sorgen, sondern auch tatsächlich unheimlich und auch mal durchaus nachdenklich daherkommen. Also, lasst uns einen genaueren Blick auf das aktuelle Programm werfen.

abmarmeln

Das pralle Leben: Diese äußerst realistische Darstellung einer der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Gorilla-Redaktion zeichnete Levin Kurio auf dem Comicsalon 2002. 




 
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