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Seite 2 von 4 Am Anfang stand das Koma Die Weissbleich-Geschichte begann mit Quevis - das alter Ego von Zeichner und Texter Levin Kurio. Die gezeichneten Tatsachenberichte extensiver Saufparties konnte Kurio dem breiten Partyvolk erfolgreich andrehen und den Grundstein für das kommende Imperium legen.    Cover-Kunst Marke Weissbleich: Feine Details wie der Banner Junge Union Treffen bei Waxis Bier-Stampede in der Mitte eröffnen sich erst aufmerksamen Zuschauern.
Aus den simplen Party-Abenteuern wurden mit der Zeit immer abgedrehtere Geschichten mit halb-biografischem Charakter, wenn man Kurio Glauben schenken darf. Als die Protagonisten dann schließlich in den letzten sechs Heften die Kunst des Rumwanzens und Abmarmelns im großen Stil praktizierten, war die Zeit längst reif für Größeres - erste Ausgaben von Weissblechs Weltbeste Comics erschienen, und illustre Titel wie Drogengeile Teenyschlampen sorgten für flüssige Durchverkäufe. Die neuen Horrortitel knüpften an die auf der ersten Seite beschriebenen US-Prä-Comics Code Klassiker an, und die Koma-Comix sorgten für die großen Lacher. Wie schreibt Kurio selbst auf seiner Seite? ...wer liebt es nicht, an einem verregnetem Winterabend in seinem Lieblingssessel den sanften Grusel eines Horrorcomics zu genießen, oder im Sommer mit nem Bier und breitspassigen Saufcomics am Strand zu liegen - na, und wer Pornos nicht mag, ist nicht ehrlich! Kurzum, die Koma-Comics wurden bald eingemottet, der Verlag wuchs und zog vom ländlichen Kükelühn in die Nähe von Kiel um und setzte weiterhin auf die Mischung aus Horror, Pornographie und die unachahmliche Schreibe von Levin Kurio, dessen Texte den kurzen Horror-Stories die nötige Portion Ironie mit auf den Weg geben, ohne sie dabei ins Lächerliche zu ziehen. Denn insbesondere Kurios eigene Geschichten bestechen durch feinste Wortwahl - und dazu noch jede Menge davon. Auf www.weissblechcomics.com ist zu lesen: Weil moderne Autoren oftmals denken, filmisches Erzählen sei voll geil bei Comics, sind sie ebenfalls der Ansicht, Captions und Gedankenblasen seien schlechter Stil, wahrscheinlich weil es so etwas beim Film auch nicht gibt! Na, sollen sie doch Filme schreiben, denn gerade in Captions und in Gedankenblasen liegt einer der Vorteile von Comics, geben sie uns doch die Möglichkeit, langweilige Handlungsteile zusammenzufassen, die Stimmung in den Bildern durch flankierende Beschreibungen von z.B. Gerüchen, Gedanken und Charakterisierungen zu verstärken und einen Einblick in die Gedankenwelt unserer Protagonisten zu haben.Eine Charakterisierung durch Taten und Worte darzustellen, ist schwer und kommt insbesondere bei Kurzgeschichten nicht immer an! Nicht vergessen: wir haben maximal 10 Seiten, um einen komplexen Sachverhalt darzustellen, warum also keine Captions?! Uns sollte jedes adequate Mittel recht sein!
Tatsächlich mag dieser Stil einem Leser, der heute vor allem durch Comics von Warren Ellis oder Alan Moore gerpägt ist, zunächst antiquiert und geschwätzig erscheinen. Moderne Autoren lassen oft in erster Linie Bilder und Dialoge sprechen, auf Captions und Gedankenblasen verzichten sie fast vollständig. Tatsächlich aber funktioniert diese klassischere Erzählweise nach wie vor hervorragend - dies zeigen nicht nur die Comics von Kurio und Konsorten, auch die im Hause Dark Horse neu aufgelegten Conan-Geschichten die Roy Thomas und Barry Windsor-Smith, die in den frühen 70er Jahren für Marvel schrieben und zeichneten, wirken heute noch so frisch wie eh und je - Kurio und seine Mannen sind in guter Gesellschaft. Bevor wir aber zum aktuellen Weissblech-Stoff übergehen, kommen wir nicht ohne einen Blick auf die Einstiegsdroge aus - die Koma Comix. Was haben wir damals in Erlangen gelacht, als wir das erste mal in den lieblos zusammengenballerten Paperback (drei Einzelhefte mit Heisskleber in 'nen Umschlag gepappt) schauen durften. Was haben wir bei den Lustigen Komabüchern gewiehert, was haben wir wissend bei Die jungen Rentner genickt...  Wem kommt diese Szene nicht aus jungen Lustige Taschenbücher-Jahren bekannt vor? Gleich klingelt Onkel Quevobert und es geht auf zur Schnapssuche...
Teilweise erkennt man nicht zuletzt an Art und Häufigkeit der Soundwords den Einfluß des jungen Brösel. Iim Gegensatz zu dem hat Kurio allerdings erkannt, wann es genug mit der breiten Unterhaltung war und sich zu neuen Ufern aufgemacht. Auf die Dauer hätten sich die Koma-Comix trotz grandiosem Witz in Wort und Bild totgelaufen. Die famosen Ausgaben 21-26 gibt es bis heute noch auf der Verlagsseite zu bestellen - zugreifen wird wärmstens empfohlen. Mittlerweile ist Weissblech nicht nur zu feinerem Papier und voller Kolorierung gewechselt, auch Kurios eigener Stil hat sich verändert. Der Basis-Charme von Weissblech ist dagegen derselbe geblieben. Wir haben den Meister in Erlangen auf dem Comic-Salon getroffen, ihn gebeten, den schicken Gorilla auf der Startseite zu zeichnen, und gleich das komplette Programm des ersten Halbjahres 2006 mitgenommen. Auf der kommenden Seite stellen wir euch die Titel im Detail vor.
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