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Gorilla des Monats

bernie 
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Krass am Kiffen
Weissblech 2006
Interview mit Levin Kurio

Weissblech Heute

Auf dem Comic-Salon in Erlangen konnten wir dank härtester Verhandlungen ("Kriegen wir 'nen Presserabatt?" - "Klar das is mal´n Wort - die anderen wollen immer gleich alles umsonst haben!") den Preis für das Programm des ersten Halbjahres 2006 auf geldbeutelfreundliche 20 Euro drücken. Dafür lest ihr jetzt ausführlich, was uns zu den Todeskickern vom FC Mord oder dem grausen Schwanzkrabbler so einfällt. Wenn ihr die guten Stücke selbst lesen wollt und kein Laden in eurer Nähe Weissblech führt, geht einfach zur Verlagsseite - dort könnt ihr alle hier vorgestellten Comics bestellen.

horror9Hammerharte Horror-Schocker 9

Autoren: Levin Kurio, Boris Koch, Zeichner: Karsten Schreurs (Cover), Levin Kurio, Klaus Schwerwinskil

Erschienen bei: Weissblech Comics , Preis: 3,90 Euro

Ausgabe 9 der Horrorschocker deckt ein ziemlich breites Spektrum an Stoffen ab - mit zwei Geschichten komplett aus der Feder von Levin Kurio und einer von Boris Koch und Klaus Scherwinski wird für fast jeden Geschmack etwas geboten. Kurios Burg der Blutbarone kommt dabei am wenigsten ernst daher. Eine finstere Burg in letzten Eck Europas, abergläubische Dorfbewohner die gerne mal einen wütenden Mob bilden, und das ungewöhnlichste Monster Marke Eigenbau seit langem sorgen zwar auch für den ein- oder anderen leichten Schauer. Insbesondere aber das Ende wird eher für allgemeine Heiterkeit sorgen Drama Marke Frankenstein gibts hier nicht. Ganz anders kommt da die zweite Geschichte - Sie kommen Nachts - daher. Auf gerade mal sechs Seiten führt Kurio den Leser in eine seltsame Traumwelt in Orange und Lila und beendet die Geschichte mit einem echten Tiefschlag. Hier ist nichts von den netten Albernheiten der Blutbarone zu finden, der Horror funktioniert nach den klassischen Mustern der Kurzgeschichte, die Reduzierung der Farben schafft dazu eine wunderbar kranke Stimmung.

Ebenso wie die Geschichten von Kurio setzt auch das Seemansgarn von Texter Koch und Zeichner Scherwinski auf einen sehr klaren Erzählstil. Grafisch kommt die Geschichte dagegen völlig anders daher. Die ganze Story ist in gedämpften Grün- und Brauntönen gehalten, die Figuren, die sich bei Kurio durch die starken Inks deutlich vom Hintergrund abheben, verschmelzen hier fast mit den Szenarien und bilden so eine wunderbare Interpretation des Inhalts der Geschichte auf grafischer Ebene. Im Gegensatz zu Kurio verzichtet Koch fast völlig auf die Captions und setzt weniger stark auf Dialog. Das sehr gelungene Artwork von Scherwinski zeigt, dass deutsche Zeichner sich keinesfalls vor der internationalen Konkurrenz verstecken müssen.

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nane

 

Horror10Hammerharte Horror-Schocker 10

Autoren: Levin Kurio, Boris Koch, Zeichner: Levin Kurio, Klaus Schwerwinski, Carsten Dörr 

Erschienen bei: Weissblech Comics , Preis: 3,90 Euro

von Jochen Ecke

Das Cover der zehnten Ausgabe der Hammerharten Horror Schocker löst bei mir gleich zweierlei Gefühl aus: fassungsloses Kopfschütteln und beflissentliche Demut ob der sagenhaften Dreistigkeit. Demut, weil man selbst noch nie so etwas Genial-Dämliches den eigenen Denkknochen entrissen hat. Ein Haufen Zombie-Fußballer im scharlachroten Laibchen rennt da keinesweigs hüftsteif über das Feld - und das Dreschleder, das ist: Der Kopf des einzig lebendigen Spielers. Dazu noch in bester BILD-Zeitungstradition die Tagline: "Die Todeskicker vom FC Mord!" Wie soll der Heftinhalt das noch toppen?

Indem er Fußball tatsächlich unheimlich macht. Oder besser: Indem Autor Boris Koch in der lead story nicht wirklich eine Geschichte über Fußball schreibt, sondern eine über eine Dorfgemeinschaft. Fußball ist höchstens dann unheimlich, wenn man wie ich in der Schule immer die von den Klassen-Schwarzeneggers übermäßig gedroschenen Bälle auf den Kopf bekommen hat. Das ist tatsächlich blanker, nervenfetzender Terror. Ansonsten hat das Spiel wohl kaum Grusel-Potential. Kleinstädte und Dörfer dagegen bekanntermaßen schon. Weil sie ihre eigenen Gesetze, inzestuösen Klüngel und Hackordnungen haben.

Wie kommen also die Zombies auf den dörflichen Bolzplatz? Ungefähr so: In unserem handlungstragenden Kaff wird seit Jahr und Tag als größtes Event ein und dasselbe Fußballspiel ausgetragen. Dafür werden die All Stars vergangener Jahrzehnte einfach wieder ausgebuddelt. Die Idee des Zombie-Fußballspiels liefert dabei eine erstaunlich unheimliche und präzise Zusammenfassung des Motivkomplexes "Dorfgemeinschaft im Horrorgenre": Es steht für die ewige Wiederkehr, die Lust am Stillstand, und den perversen Drang, die Stasis mit allen noch so abgründigen Mitteln zu erhalten. Zu sehen, wie ein junger, hoffnungsfroher, vor allem natürlich lebendiger Spieler unwissentlich die ganz große Kaff-Karriere vom gefeierten neuen Spieler bis zum untoten Stürmer-Star macht, ist so tatsächlich ganz schön grauenhaft.

Der Rest der Storys in der Ausgabe halten das Niveau sehr respektabel, aber sie kriegen natürlich nicht ganz so genialische Konzepte wie die "Todeskicker" aufs Papier. Muss ja auch nicht. Handwerklich überaus saubere Kurzgeschichten sind das, die aus den auf dem Revers getragenen Klischees tatsächlich meist ein Maximum an Schauer pressen. Als i-Tüpfelchen gibt's sogar oft noch ein bisschen Subversion. Die beste Klo-Lektüre, die man sich eigentlich vorstellen kann.

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nane

  

zombieWeissblechs Weltbeste Comics #16:             Zombie Terror

Autoren: Levin Kurio, Sebastian Metschl, Zeichner: Levin Kurio, Sebastian Metschl, Farben: Klaus Schwerwinski, Jannis Kresse

Erschienen bei: Weissblech Comics , Preis: 3,90 Euro

Der Zombie ist so eine ultimative Figur des Horror-Genres. Zombies sind unheimlich, bedrohlich und vollkommen skrupellos. Aber die Zombies sind auch tragisch, traurig, und irgendwie hat man Mitleid mit ihnen. Und dann sind Zombies auch noch Monster, die  ein normaler Mensch ohne besondere Fähigkeiten unschädlich machen kann – solange es nicht zu viele werden.

Weissblech Comics Zombie-Terror liefert auch gleich drei verschiedene Ansätze, wie man den untoten, stinkenden Schlurfer verarbeiten kann. Die erste Geschichte, geschrieben und gezeichnet von Levin Kurio, hat den Chjarme einer  klassischen Folge Twilight Zone – eine kleine Erdloch-Rauch-Party weckt in einigen bereits verfallenden Ex-Polizisten alte Ordnunghüter-Instinkte. Was fast schon im klassischen Koma-Stil beginnt, nimmt schnell eine dramatische Wende...

Das kann man von der zweiten Geschichte nicht behaupten – Kurios Schneewittchen-Interpretation ist ein herrlich-albernen Schenkelklopfer mit ordentlich Gewalt, Gepimper und  natürlich klassischem Zombie-Spaß. Die Zeichnungen und die tolle Mimik der Figuren tun dabei ihr übriges – schon beeindruckend, dass Kurio auf sieben Seiten mehr Lacher unterbringt als Otto Waalkes in seinem ganzen Sieben Zwerge-Film. Die dritte Story fällt da leider etwas ab – die Handlung ist nicht unbedingt die originellste, die Zeichnungen von Bäsh sind auch eher Geschmackssache. Dem Spaß tut das aber keinen Abbruch – unterhaltsam ist die Geschichte allemal und rundet das faulige Zombie-Trio ordentlich ab.

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 nane

 

extraHorror-Schocker Extra Album #1

Autoren: Levin Kurio, Rainer F. Engel,  Zeichner: Carsten Dörr, Klaus Schwerwinski, Heiner Stiller, Rainer F. Engel

Erschienen bei: Weissblech Comics Preis: 10 Euro

von Jochen Ecke

"Ob der Spott oder die NACKTEN BRÜSTE der Nymphe - eines davon brachte das Blut des Peleus zum Kochen ..."

In der Eröffnungsgeschichte des ersten Extra-Albums der Horror Schocker brodelt so einiges. Levin Kurios Nacherzählung der Herkunftsgeschichte des Achilles ist voller kompromisslosem Pathos und Melodrama, und entsprechend heftig kochen auch die körpereigenen Säfte der Protagonisten. Das liegt nicht nur am zugegebenermaßen epischen Busen der Nymphe Thetis, sondern auch an der Homer'schen Vorlage, die Kurio geschickt und sehr unterhaltsam rafft. Schade ist dabei nur, dass er nicht ganz so viel Eigenwillen wie sonst einbringt und sich ein bisschen zu werkgetreu durch die vorgegebenen Plot Points hangelt. Vollends deutlich wird die Notwendigkeit der Neufassung erst am Ende, als Kurio seine Rahmenhandlung zum wichtigsten Element macht und damit besondere Betonung auf Achilles' Hybris legt. Eine sehr hübsche Demonstration, wie man tatsächlich aus jeder Geschichte einen Horrortrip machen kann, ist das allemal. Die druckvollen, skizzenhaft-dynamischen Zeichnungen und die dem Lila sehr geneigte Kolorierung sind gewohnt ausdrucksstark.

Carsten Dörr, Zeichner der zweiten Story Der Schmutz der Gassen, hat eine ganz andere stilistische Stoßrichtung als Kurios klassischer, fiebriger Fifties and Sixties-Strich. Seine Bilder des viktorianischen Manchester leben von penibler Arbeit mit Lichtquellen und goldbraunen Farbkonzepten; seine Kompositionen sind dabei gerade, präzise, spiegeln einwandfrei und subtil die Rigidität der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts wider. So ergibt sich zusammen mit Kurios Skript über Klassenkonflikte und mörderische bürgerliche Heuchelei ein ordentlicher Kontrasteffekt zwischen schönem Schein und innerer Durchtriebenheit.

Das Fragment kehrt dann graphisch deutlich zum EC-Vorbild zurück. Wieder erzählt Kurio, diesmal mit Rainer F. Engel, eine Geschichte über menschliche Selbstüberschätzung und die Gier nach Ruhm - der Band mutet also schon fast wie ein Konzeptalbum an. Die beiden Protagonisten begeben sich hier ganz wörtlich in Lovecraft'sche Abgründe, in die vergessene Krypta eines zerstörten Klosters - und der moralisch Fragwürdigere der beiden muss einen hohen Preis für seine Begehrlichkeiten zahlen. Diesmal ist ein zweites wichtiges Motiv das Zusammenspiel von Erinnerung, Vergangenheit und bewusstem Vergessen und Verdrängen. Dazu gibt es noch ein paar irre Mönche, einen allseits bekannten irren Araber und jenseitige, mörderische Monster. Ein effektives kleines Grusel-Süppchen ergibt das letztendlich, so wie der ganze amüsante Band.

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nane

 
xxxXXX-Comics 5

Autoren: Levin Kurio, Regina Haselhorst, Fumpen, Zeichner: Levin Kurio, Regina Haselhorst, Fumpen

Erschienen bei: Weissblech Comics Preis: 6,80 Euro

Die XXX-Comics tragen ihren Namen nicht zu Unrecht – hier geht´s definitiv nicht jugendfrei zur Sache. Alle drei Geschichten drehen sich ums fröhliche Krawemsern. In Teil 4 von Levin Kurios Sexueller Devolution poppen sich zwei Studentinnen durch die Zukunft. Sie treffen den "grausigen Schwanzkrabbler" - und kommen natürlich gleich zur Sache. Bei diesem Vieh werden sogar die perversesten Manga-Zeichner neidisch...

Regina Haselhorsts Story Nympho Pop kommt da etwas weniger tentakelig daher, dafür erleben wir den Showdown zwischen der größten Pop-Schlampe der Welt und einem roten Sex-Dämon – sie kommen gleich zur Sache. Albern geht´s bei Fumpens Pinky im Kongo zur Sache – die Protagonistin trifft auf ein äußerst gut bestücktes Mitglied des Geili-Geili-Stamms, im Sinne der Völkerverständigung kommen die beiden gleich zur Sache.

Die XXX-Comics halten die klassischen Porno-Tugenden hoch – minimale Exposition, prompte Action und hier und da mal ein derber Lacher. Die drei Geschichten nehmen sich angenehmerweise selbst kein Stück ernst, und jedes Mal sind es die Frauen, die die Initiative ergreifen. Trotzdem raten wir feinfühligen Naturen eher zu anderer Comic-Kost.

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nane

 

Ihr glaubt, das war schon alles? Mitnichten! Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, um mit dem Mann hinter den Weissblech-Comics über seinen Verlag, über Comics und Horror im Allgemeinen zu reden. Auf der nächsten Seite lest ihr mehr.

 


 
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