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von Fabian Käufer Rock Band rockt – das steht außer Frage. Seit ich mir Anfang 2008 die US-Version für die PlayStation 3 gekauft habe, durfte kein anderes Spiel länger in meiner Konsole verweilen. Und dabei habe ich das Mikrofon und die Gitarre kaum benutzt. Der Star ist das tolle Schlagzeug, auf das ich Stunde um Stunde begeistert eingeprügelt habe, ohne dass es bisher gezickt oder gar – wie in Foren oft beklagt – den Geist aufgegeben hätte. Und wenn Freunde zum kollektiven Musizieren vorbeikommen, können sich meine anderen Multiplayer-Games den Rest des Abends frei nehmen. Aber was habe ich vor dem Kauf mit mir gehadert! 170 Dollar kostete das Rock Band-Bundle in den USA. Beim momentanen Dollar-Kurs nicht wirklich viel, dank hoher Versand- und Zollkosten war der tatsächliche Preis für willige Importeure aber deutlich höher. Die Preise lagen bei allen einschlägigen Händlern weit jenseits der 200 Euro. So viel Geld gibt ja kaum ein zurechnungsfähiger Mensch für ein einziges Spiel aus – Zubehör-Bonus hin oder her. Dank guter Kontakte zu einem Hamburger Spieleladen habe ich mein US-Rock Band schließlich für exakt 200 Euro erstanden. Ein Preis an der Schmerzgrenze. Eine dicke Opfergabe für meine Musikspiel-Leidenschaft. Ich war mir bewusst, dass es das Ganze in ein paar Wochen oder Monaten in Deutschland billiger geben würde. Egal, ich war glücklich. Die Monate gingen dahin, eine PAL-Version von Rock Band ließ sich nicht blicken. Jetzt, ein halbes Jahr nach dem US-Release, hat Electronic Arts zumindest den Termin genannt: Ab Ende Mai wird es Rock Band auch in Europa geben. Sogar mit ein paar Bonussongs! 
Alle glücklich? Mitnichten. Haken eins: Vorerst erscheint Rock Band in Europa nur für die Xbox 360. PS2-, PS3- und Wii-Musikanten werden erst im Sommer bedacht. Das zweite, deutlich größere Problem: 169 Euro soll der Spaß kosten. Nun mag man im ersten Moment denken: Es ist normal, dass in PAL-Gefilden der gleiche Euro-Betrag fällig wird, den Amerikaner in Dollar abdrücken müssen. Aber die bekommen dann auch das Spiel dazu. Ja, tatsächlich: Was Electronic Arts hier zum Beinahe-Preis einer Xbox 360 Arcade in die Läden stellt, ist das Krachmachtrio aus Mikro, Gitarre und Schlagzeug – welches ohne die dazugehörige Software nutzlos ist. Das Spiel selber schlägt mit weiteren 69 Euro zu Buche. Mehr als doppelt so viel, wie beispielsweise für eine neue SingStar-Episode ohne Mikrofon gezahlt werden muss. Selbst der beliebte Verweis auf die in europäischen Ländern anfallenden Steuerzuschläge rechtfertigt den völlig überzogenen Preis für die Software absolut nicht.
Rock Band mag in den USA ein Megahit sein, aber zu den geplanten Konditionen wird sich dieser Erfolg hier nicht wiederholen lassen. Die Hardcore-Fans, die seit Monaten auf das Spiel warten, werden trotzdem zuschlagen – das weiß auch Electronic Arts. Der exorbitante Preis macht Rock Band trotz Musikspiel-Hype aber zum absoluten Nischenprodukt. Ein niedrigerer Preis, unter Umständen nahe an der Subventionierungsgrenze, wäre die bessere Wahl. Denn in Rock Band steckt gewaltiges Langzeitpotenzial: Schon heute stehen auf den amerikanischen Download-Plattformen von Sony und Microsoft Dutzende neuer Songs zum Kauf bereit. Doch nur, wenn auch viele Zocker Rock Band besitzen, lässt sich langfristig mit Download-Content und neuen Editionen gutes Geld verdienen. SingStar und Guitar Hero zeigen, dass und wie dieser Weg erfolgreich beschritten werden kann. Verwunderlich bis ärgerlich, dass Electronic Arts die nötige Weitsicht bei Rock Band anscheinend fehlt. Einen Kommentar von Entwicklerseite findet ihr übrigens hier - nett, dass jemand auf die Beschwerden eingeht, allzu überzeugend klingt das alles dennoch nicht. Text Copyright Fabian Käufer Bilder Copyright Electronic Arts |