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Gorilla des Monats

bernie 
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Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates
FFCC System: Nintendo DS
Japan (2007), Executive Producer: Akitoshi Kawazu, Director: Mitsuru Kamiyama, Character Design: Toshiyuki Itahana,  Musik: Kumi Tanioka

Entwickler: Square Enix
Erschienen bei: Square Enix
Preis: ca. 40 € Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates bei Amazon.de

Die Final Fantasy Serie kennt heute weltweit fast jeder - nicht nur diejenigen, die Videospiele als ihr Hobby sehen. Vor allen Dingen Frauen konnten die tiefgründigen, romantischen Geschichten der letzten Episoden begeistern, weshalb aufgrund des Erfolgs schon vor vielen Jahren Ableger der Serie entwickelt wurden. 2003 wurde die Marke mit Final Fantasy: Crystal Chronicles auf dem GameCube um einen weiteren Spin-off erweitert.

Dabei haben es Ableger oft schwer: Sie müssen sich von der etablierten Reihe unterscheiden, sollten aber deren über Jahre gefestigten Qualitätsstandard entsprechen. Das Team um den Director Kazuhiko Aoki hat sich dabei redlich Mühe gegeben, sich entsprechend weit von dem Final Fantasy-Konzept zu entfernen und den neu entstandenen Crystal Chronicles-Ast der Final Fantasy-Familie zu rechtfertigen. Heraus kam ein sehr einfach zu erlernendes, aber umfangreiches und schwieriges Action-Rollenspiel mit einem völlig neuen Mehrspielerkonzept - statt mit herkömmlichen Controllern wurden über spezielle Kabel Gameboys an die Konsole angeschlossen und dienten als Eingabegerät mit eingebautem Display

Viele Käufer konnte man mit dem Konzept allerdings nicht begeistern. Das Action-Abenteuer, bei dem die Story nicht mit Videos und opulenten Szenen präsentiert wird (stattdessen darf man selbst viel lesen und forschen, um die Hintergründe zu verstehen) und zudem ein durchdachtes, aber fast unerschwinglich teures Multiplayer-Konzept präsentierte, wusste die Fanbasis nicht zu begeistern. Man lechzte nach einem "richtigen" Final Fantasy für eine Nintendo-Konsole, und nicht nach einem experimentiellen Ableger. Einige treue Fans konnte der durchaus gut gemachte Titel aber um sich scheren (der Verfasser dieses Reviews ist einer davon) und für Square Enix waren das anscheinend genug, um gleich drei Nachfolger entwickeln zu lassen.

Soviel zur Vorgeschichte dieses Reviews. Wird Ring of Fates diesmal mehr Fans begeistern können oder verliert sich das Spiel in einem Zwiespalt an Zugeständnissen an die Masse und die alten Fans? 

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Auf dem Papier sieht das Paket, das Ring of Fates bietet, sehr beeindruckend aus. Das Action-Adventure kommt sowohl mit einem vollwertigen Singleplayer-Modus als auch einem freien Multiplayermodus an, den man mit Freunden oder, wenn solche gerade nicht zur Verfügung stehen, auch alleine spielen kann. Garniert wird das Ganze von einem Online-Figurentausch, dem Mog-Trade. Einen online-Mehrspielermodus hat man sich dagegen gespart.

Spielerisch gesehen ist Ring of Fates eine solide Weiterentwicklung des Original-Konzepts. In der Welt dieses Action-RPGs existieren vier Rassen, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Vom klassischen Schwertschwinger (Clavats) über magiebewanderte Wesen (Yukes) hin zu beweglichen Bogenschützen (Selkies) und kleinwüchsigen Alchemisten (Lilties) ist alles dabei. Jede Rasse hat dabei noch eine Sonderfähigkeit, welche an einigen Stellen des Spiels benötigt wird, um in den Dungeons bestimmte Hindernisse auszuschalten. Man bewegt sich in Echtzeit durch große Level, schwingt die Waffen oder nutzt (endlich verfügbare) Magiekristalle, um Monster zu schaden oder Freunde zu heilen. Gelegentlich werden die Verliese sehr sprunglastig und verlangen vom Spieler viel Geschicklichkeit. Die Steuerung ist jedoch präzise und durchdacht und sorgt deshalb nicht noch zusätzlich für Frustration.

Die in der Welt verteilten Monster oder Schatztruhen hinterlassen neben den obligatorischen Heilkräutern und Magiekristallen auch Baupläne und Materialien für Ausrüstungsgegenstände. Diese können in der zentralen Stadt angefertigt werden und sind, einmal ausgerüstet, auch am Träger sichtbar. Wurde das Spiel ein- oder zweimal durchgespielt, werden Gegenstände und Monster in den Levels neu gesetzt, der Schwierigkeitsgrad zieht dabei jeweils rasant an.

Der Story-Modus hat aus den "Fehlern" des Vorgängers gelernt. Zumindest hat man die Punkte, die im Erstling kritisiert wurden, weitgehend ausgeräumt: In diesem Modus, der zeitlich weit vor dem ersten Crystal Chronicles liegt, verfolgt man die Geschichte der Geschwister Yuri und Chelinka, die gegen ein aus dem Ruder gelaufenes Regime in der Residenzstadt Rebena Te Ra kämpfen (Den geneigten Fans glitzern beim Klang dieses Namens die Augen!). Handwerklich gibt es nichts zu kritisieren - Videos, gesprochene Dialoge, schön in Szene gesetzte Sequenzen in Spielgrafik und eine geschickt positionierte Kamera beweisen, dass die Entwickler sehr wohl auch Dramaturgie beherrschen. Leider wirkt die Geschichte selbst etwas abgehackt, nicht ganz ausgearbeitet und aufgesetzt. Sie ist nett, gelegentlich auch ein bisschen mitreißend, aber letztendlich nur Beiwerk. Die wahre Stärke der Geschichte ist wieder das hintergründige Schicksal der Welt, aber das lässt sich wieder nur durch fleißiges Durchsuchen von Büchern in Regalen, Plaudereien und aufmerksames Beobachten der einzelnen Level herausfinden. Man kann dem Spiel jedoch nicht mehr vorwerfen, dass eine gut präsentierte Geschichte fehlt. 

Im Einzelspielermodus steuert man eine vierköpfige Party, bei der aus jeder Rasse ein Repräsentant vertreten ist. Das bedeutet, dass jedes Hindernis vom Spieler gelöst werden kann, sofern der entsprechende Charakter in der Party vorhanden ist - und das sind sie bereits nach wenigen Stunden Spielzeit. Der Spieler-Charakter wird mit Hilfe des Touchscreens gesteuert, die anderen drei Helden werden dabei von einer (mitunter kreuzdummen) KI übernommen. Zum Glück kann man mit Tastendruck die Party wieder hinter sich vereinen.

All denjenigen Spielern, die beim Erstlingswerk der Crystal Chronicles-Macher am unglaublich schweren Endboss verzweifelt sind, sei gesagt, dass man den ersten Durchgang des Spiels ohne große Mühen schaffen kann.

Kernpunkt ist wie schon beim Vorgänger immer noch der Multiplayerbereich. Dieser (zeitlich nach dem Ende der Einzelspielergeschichte eingeordnete) Modus verhält sich entsprechend ähnlich: Man erstellt einen Charakter und läuft mit Freunden durch die Dungeons. Das Konzept ist mittlerweile besser gelöst - man muss nicht mehr mitbringen als seinen eigenen DS und das Spiel, also nichts anderes als bei vielen anderen Mehrspieler-Abenteuern. Innerhalb eines Gebiets kann man sich völlig frei bewegen, eigene Gegner besiegen und nach Schatztruhen ausschau halten, die Mitspieler noch nicht gefunden haben. Will man weiter in den jeweiligen Level vordringen, ist aber Teamarbeit gefragt - nur zusammen geht es einen Raum weiter. Gibt es einmal über den Inhalt einer Schatztruhe Meinungsverschiedenheiten, können sich die Spieler auch gegenseitig verprügeln - allerdings nur geringfügig und nie tödlich. Fehlt es an der Motivation, lange Level zu lösen, so tritt der güte König in Erscheinung und bietet eine ganze Reihe abwechslungsreicher Missionen. Diese können sowohl kooperativ als auch kompetitiv ausfallen, die Spannweite reicht von "Besiege Monster in der Arena" bishin zu "Lösche Feuer in einem Dorf".

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Es besteht auch die Möglichkeit, alleine durch den Multiplayermodus zu wandern. Dabei hat man Zugriff auf seine selbst erstellten Charaktere. Das bietet sich an, um alleine auf Level- und Itemfang zu gehen, wenn man sich länger nicht mit den Freunden treffen kann, mit denen man in der Regel Crystal Chronicles spielt.

Im Mehrspielermodus hat man unter Umständen nicht alle Klassen zur Verfügung, um alle auf die Spezialfähigkeit einer Rasse ausgelegten Rätsel lösen zu können. Um den Spielfluß nicht zu unterbrechen, haben sich die Entwickler entschieden, die spezifischen Rätsel der in der Party fehlenden Klasse jeweils "vorgefertigt" zu lösen. Will heißen, dass eine Party, die aus Clavats und Selkies besteht, Lilty- und Yuke-Rätsel bereits aufgelöst vorfindet.

Audiovisuell bietet das Spiel keinen Grund zum Tadel. Die Grafik ist für den DS sehr sauber und detailliert, die Musik stimmig, hervorragend komponiert und angenehm vertont. Und gelegentlich verwöhnt ein angenehm unkomprimiertes Video die Augen. Leider rauscht der Ton immer noch ein wenig. Diese Krankheit aus GBA-Tagen wird man wohl länger nicht los bei Nintendo.

Was lässt sich nun für ein Fazit ziehen? Die Fans des Vorgängers werden auch den neuen Teil lieben, da alles drin ist, was den Erstling ausgemacht hat. Sinnvolle neue Aspekte wurden hinzugefügt, einige Fehler ausgemerzt. Auch Freunde von Multiplayer-Rollenspielen und Action-Adventures werden auf ihre Kosten kommen - nicht nur die Abenteuer von Link sind es wert, erlebt zu werden. Einzelspielern wird ein Probespiel empfohlen... die KI macht nicht immer Spaß und der Story-Modus ist nach wenigen Stunden abgehakt - wer dann nicht von der Spielmechanik begeistert ist, der wird es auch kein zweites Mal spielen und viele Vorteile des Spiels bleiben ungenutzt.

Letztendlich ist auch Ring of Fates polarisierend, wenngleich nicht so stark wie der mit Ecken und Kanten versehene Vorgänger. Einige werden es lieben, aber einen großen Durchbruch im Massenmarkt wird das teilweise schwere, Einarbeitungszeit verlangende Spiel nicht finden.

Text Copyright Florian Auer 2008
Bilder Copyright Square Enix

 
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