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Batman & Robin

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Batman & RobinUSA (1997)

Regie: Joel Schumacher, Drehbuch: Akiva Goldsman, Kamera: Stephen Goldblatt, Musik: Elliot Goldenthal, mit: George Clooney, Chris O'Donnell, Arnold Schwarzenegger, Uma Thurman, Alicia Silverstone, Pat Hingle, John Glover, Elle Macpherson, Vivica A. Fox, Vendela Kirsebom Thomessen

Erschienen bei: Warner Bros.
Preis: ca. 25 € Batman & Robin (Special Edition, 2 DVDs) bei Amazon.de

 

Das war in etwa der Dialog:

 „So Thomas, dann fang ich jetzt mal mit dem nächten Artikel an, endlich Batman Begins!“
„Äh... Anni, da kam aber noch ein anderer Film zwischen.“
„Was? Nein.“
„Doch. Batman & Robin.“
„Was ist ein Robin?“
„Quatsch nicht rum. Du wolltest über die ganzen Filme schreiben, jetzt kannst du dich nicht drücken. Abmarsch, schreib was über Batman & Robin.“
„Aberaberaber... kann ich nicht einfach einen Link zu dieser Review von Harry Knowles auf die Seite stellen? Den hier? Der hat doch alles gesagt!“
„Nein.“
„Sklaventreiber.“


So, also, das muss jetzt sein. Ihr müsst da jetzt durch, und ich auch. Ich verspreche auch hoch und heilig, Euch diesmal mit kilometerlangen Inhaltsangaben zu verschonen. Ist das ein Wort?

Chris O'Donnell erklärte in einem Interview über den Film, er habe sich gefühlt wie in einem Spielzeug-Werbespot. Er hat nicht unrecht mit dieser Behauptung, denn während Batman Forever noch (nach Aussage von Schumacher) „bescheiden“ daherkam, wurde in der Fortsetzung alles mit Zeug vollgeknallt, was ging. Ebenso meint Schumacher, er habe sich vor Anfragen von Schauspielern gar nicht retten können. Da muss man natürlich auch einiges bieten, damit man so eine Äußerung rechtfertigen kann.

Hat Schumacher dummerweise nicht getan. Wer die düstere Seite an Batman liebte, die Frank Miller so wunderbar in seinen Comics hervorbringt und die Michael Keaton in Tim Burtons Filmen hervorgrübelte, für den ist Batman & Robin ein Tiefschlag. Wer liebenswerte Schurken und zumindest im Ansatz gut durchdachte Charaktere schätzt, der ist entsetzt über das, was Schumacher den Figuren aus dem Batoversum angetan hat. Wer einfach nur eine schlüssige (oder ist das auch schon Luxus?) Geschichte erzählt haben möchte, auch der muss arge Abstriche machen. Wer sich einfach nur mit Neonlicht, riesigen Spielzeugen und den schlechtesten Sprüchen der Welt umgeben möchte, gut, den kann ich nicht aufhalten. Ebenso jene wahnsinnigen Hardcore-Fans, die einfach alles gesehen haben müssen, wo das Batman-Logo drauf ist und zu allem eine Meinung haben müssen, kommen um Batman & Robin nicht herum. So wie ich zum Beispiel. Das Leben kann verflucht hart sein.

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Die Geschichte des Films basiert auf der Mister Freeze-Folge Heart of Ice der Zeichentrickserie Batman: The Animated Series, zuerst ausgestrahlt im September 1992. Die tragische Geschichte des Wissenschaftlers Dr. Victor Fries lässt eine winzige TV-Folge zu einem herzzerreißenden Drama werden: Um seine todkranke Frau zu retten, friert er sie künstlich ein, um unterdessen in Ruhe nach einem Gegenmittel für ihre Krankheit zu forschen. Dabei nutzt er verbotenerweise die Geräte seiner Forschungsfirma, obwohl sein Chef das Projekt bereits vor Wochen gecancelt hat. Kaum entdeckt sein Vorgesetzter Fries' Arbeit, zieht er ihm den Stecker und seine Frau ist rettungslos verloren, ebenso wie Fries, der bei dem Kampf um sein Projekt und der darauf folgenden Detonation für's Leben gezeichnet wird: Er kann nur noch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt überleben, was zu der lustigen Anzugkombination und dem Helm führt. Der vor Verzweiflung und Trauer wahnsinnig gewordene Fries schwört Rache an der Firma und droht, ganz Gotham in eine Eiswüste zu verwandeln.

Schumachers Fries (Arnold Schwarzenegger) hingegen sammelt Diamanten für seine Eiskanone (vermutlich einfach, weil man die so schön aus Juweliergeschäften mopsen kann) und irgendwie auch das Gegenmittel für Nora Fries' Krankheit. Mit der tragischen Figur der TV-Serie hat er nichts mehr gemeinsam. Mit seinen Krachbumm-Auftritten, seiner absoluten Unfähigkeit zur Schauspielerei und Sprüchen, die sich sogar noch unterhalb des Austin Powers-Niveaus befinden, karikiert er sich auf peinlichste Weise selbst und verkommt zu einem nicht so wirklich ernstzunehmenden Mad Scientist. Gähn.

Pamela Isley alias Poison Ivy (Uma Thurman) ist die nächstgrößere Katastrophe. Auch sie versagt im Vergleich zu der Ivy in den zahlreichen Comicgeschichten und auch in meiner heißgeliebten Animated Series glorreich. Ich verstehe nicht, warum Uma Thurman für diese Rolle von Schumacher über den Klee gelobt wurde - sie spielt lust- und leidenschaftslos, aufgesetzt und ist einfach alles andere als Ivy. Pamela Isley ist eine sehr missverstandene Figur, die sehr emotional und verletzlich ist, ihre niedlichen fleischfressenden Pflanzenfreunde liebt und eine völlig verquere Sicht auf die Welt hat. Eigentlich will sie nur in Ruhe die Rückeroberung der Erde durch die Natur in die Wege leiten und muss sich dabei mit diesem penetranten spitzohrigen schwarzen Mann herumschlagen. Diese völlig hysterische Pamela Isley und auf Teufel komm raus aufgesetzte sexy femme fatale aus Batman & Robin hat mit Ivy nichts mehr gemein. Die Frau braucht eigentlich in keiner Weise diese peinlichen Inszenierungen und Machtdemonstrationen, sie ist gefährlich und weiß das, und wer das herausfordern will, ist selber Schuld. Von selbst würde sie solche Aktionen wie diese Dschungelparty mit der entsetzlichen Versteigerung (die Kreditkarte, aaaargh, die Kreditkarte!!!) niemals starten. Thema verfehlt, Schumacher. Setzen, sechs.

Den Orkus der Charakterverschwendung stellt allerdings das dar, was der Mann aus Bane (Jeep Swenson) gemacht hat. Der starke und verflucht gefährliche Bane, der Batman in den Knightfall-Comics so gut wie zugrundegerichtet hat, wird hier in einen willenlosen Fleischberg verwandelt, der mit Ausnahme diverser Ö-Laute keine Artikulationsfähigkeiten mehr hat und für Ivy den Türöffner mimen muss. Ganz großes Tennis.

Der dunkle Ritter selbst (George Clooney) ist ein ähnliches Armutszeugnis. Der Playboy, den Bruce Wayne tagsüber mimt, muss Clooney so gut gefallen haben, dass er ihn gleich mit ins nächtliche Detektivleben übernommen hat (erwähnte ich die Kreditkarte?) und der gemeinsam mit einem Robin (Chris O'Donnell), dem man am liebsten den Mund zutackern möchte für diesen Verbalmüll, den er da rausblubbert, auf eben jener Dschungelparty als STARGAST auftritt. Puhäh!

Nicht genug mit der Ent-Batmanisierung, einen Grund brauchte Schumacher auch noch, um irgendwie Alicia Silverstone in dem Film unterzubringen. Vermutlich hat sie so lange gequängelt, bis er entnervt die Figur von Batgirl zurechtstutzte und sie zwanghaft in diesen Film reinwürgte, damit sie endlich Ruhe geben würde. Batgirl ist ja eigentlich Barbara Gordon, die Tochter des Polizeichefs (Pat Hingle), die in The Killing Joke von dem großartigen Alan Moore vom Joker die Beine weggeschossen kriegt und fortan im Rollstuhl sitzt. Schumacher machte sie zu Alfred Pennyworths (Michael Gough) Nichte, die ihn mal eben spontan besuchen kommt. Praktischerweise konnte so auch eine dramatische Geschichte um eine tödliche Krankheit von Alfred in den Film gewuchtet werden, die – oh Wunder der Drehbuchschreiberei! - natürlich die gleiche ist wie die von Nora Fries.

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Nun muss man natürlich historisch korrekt sagen, dass Schumacher sich eben mehr an den Comics der 60er Jahre orientiert hat, in denen die Schurken eben noch so eindimensional und quietschebunt waren. Aber was bitte soll das? In den 90er Jahren war so viel mehr möglich, es gab bereits geniale Geschichten und die Ansprüche an eine Verfilmung steigen doch mit sowas. Da hätte er auch gleich ein Remake der Adam West-Serie machen können. Nein, nein, Schumacher. Die Entschuldigung zieht bei mir nicht.

Guckt Euch Batman & Robin an, wenn Ihr was schönes zum Lästern braucht. Visuell ist er ja auch ganz ansprechend, Freeze und Ivy haben sehr schicke Kostüme gekriegt, die vieldiskutierten Nipple-Batsuits sind allerdings extrem over the top, aber was solls, das ist der ganze Film eigentlich.
Übrigens war Schumacher drauf und dran, noch eine Fortsetzung zu drehen, in der Scarecrow vorkommen sollte. Zum Glück hat das dann jemand anders übernommen.

Wo wir grad dabei sind:
Darf ich jetzt endlich Batman Begins schreiben?

 

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Text Copyright Anna-Selina Sander 2008
Bilder Copyright Warner Bros.

 

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