Autor: Mike Mignola, John Arcudi, Zeichnungen: Guy Davis, Farben: Dave Stewart, deutsche Übersetzung: Frank NeubauerErschienen bei: Crosscult Preis: 19,80 € B.U.A.P. #5: Die Universelle Maschine bei Amazon.de Die Universelle Maschine stellt bereits den zweiten Durchbruch für die Hellboy Spin-Off-Reihe B.U.A.P. – Büro zur Untersuchung und Abwehr Paranomaler Bedrohungen – dar. Wir erinnern uns: Vor einiger Zeit haben wir euch den Band Die Froschplage wärmstens ans Herz gelegt. Der markierte nicht nur die Ankunft von Meisterzeichner Guy Davis als regulärer B.U.A.P.-Zeichner, sonder brachte auch den Wandel der Kurzgeschichtensammlung mit wechselnden Autoren und Zeichnern zu einer laufenden Serie mit festem Team und durchgehender Handlung: Während der rote Superstar Hellboy sich in seiner eigenen Reihe vor allem mit seinem persönlichen Schicksal herumschlägt haben die Jungs und Mädels von der B.U.A.P. mit gröberen Problemen zu kämpfen. Roger, Abe Sapien, Liz Sherman, Captain Daimio, Kate Korrigan und Johann Kraus schlugen sich mit Mutantenfröschen herum, bekamen es mit der schwarzen Flamme zu tun und konnten zumindest vorerst die unmittelbare Bedrohung durch das riesige Monstrum Katha-Hem abweren – doch der Preis dafür war hoch. Für die furiose Rahmenhandlung bietet Die Universelle Maschine jetzt erst einmal eine Verschnaufpause. Und warum bezeichnen wir das jetzt als zweiten Durchbruch? Ganz einfach: Nach unserer bescheidenen Ansicht ist Die Universelle Maschine der B.U.A.P.-Band, der nicht nur mit der mächtigen Mutterserie Hellboy gleichzieht, sondern diese sogar noch in vielen Belangen übertrifft.  
Denn die Mischung ist den Autoren Miko Mignola und John Arcudi aufs vortrefflichste gelungen. Abe Sapien brütet über seine immer noch (zumindest in Deutschland) mysteriöse Vergangenheit, Johann, Liz und Captain Daimio erzählen sich gegenseitig ein paar für sie selbst äußerst prägende und für den Leser ebenso äußerst aufschlussreiche Episoden aus ihrem Leben und Kate, die bisher meist hinter den Kulissen aktiv war reist in das kleine französische Dorf Ableben und was sich dort zuträgt können wir guten Gewissens zu den Höhepunkten der comicalischen Schauerliteratur rechnen. Und Roger? Was ist mit unserem erklärten Lieblings-Homunculus? Glaubt uns, wir täten euch keinen Gefallen, wenn wir euch irgendetwas erzählen würden. Die Universelle Maschine fängt genau die leichte Melancholie und Tragik, den unterschwelligen und sich schließlich kathartisch entladenden Horror ein, der auch viele der besten Hellboy-Kurzgeschichten auszeichnet – nur das wir es hier eben nicht mit einer Kurzgeschichte, sondern einer umfangreichen, abgeschlossenen Graphic Novel zu tun. Der typische Hellboy-Pulp-Faktor wird dabei ein gutes Stück zurückgefahren: Anstatt verrückten Nazi-Köpfen und Kriegaffen lesen wir hier von Geistern, dem tragischen Schicksal eines Wendigo (das später noch einige Auswirkungen auf die B.U.A.P. haben soll...) und einem unheiligen Pakt der vor Hunderten von Jahren geschlossen wurde. Großartiger Stoff für Gruselfreunde. 
Und auch wenn wir es schon oft betont haben muss es hier ein weiteres Mal gesagt werden: Guy Davis ist ein absolutes Ausnahmetalent, jedes seiner Panels hätte es verdient in einen Rahmen gepackt und in eine Galerie gehängt zu werden, so gut ist das Artwork. Ebenfalls betont werden muss aber auch die Qualität der Übersetzung. Frank Neubauer zeigt eindrucksvoll, wie es richtig geht. Jede Sprechblase ist perfekt auf den Punkt gebracht, die sprachlichen Eigenheiten bestimmter Figuren wurden exzellent ins Deutsche übertragen und der Tonfall des englischen Originals wurde perfekt im deutschen wiedergegeben. Liebe Crosscultisten, haltet euch Frank Neubauer weiterhin warm! Hätte er an Mike Mignolas und Christopher Goldens Roman Baltimore gearbeitet wäre die deutsche Fassung sicher weit stimmiger und weniger ungelenk ausgefallen. Die Universelle Maschine hat der B.U.A.P. endgültig einen Logenplatz auf der Ehrentribüne der amerikanischen Comic-Elite gesichert. Aufgepasst Leute, das hier ist echte Pflichtlektüre – selbst wenn ihr bisher nichts von der B.U.A.P. gelesen habt sollte spätestens dieser Band Grund genug für euch sein, die Serie in euer Comicregal aufzunehmen und ihr einen echten Ehrenplatz einzuräumen. Und als eifrige Leser der US-Fassung können wir eines schon mal vorweg nehmen: Auch die kommenden Bände halten locker dieses Niveau. Und jetzt genug geredet: Kauft das Ding, lest es und erzählt es weiter – solch gute Comics bekommt man nicht alle Tage! Text Copyright 2008 Thomas Nickel Lost Girls, Excerpts and Cover Art Copyright Dark Horse / Crosscult |