Autor, Zeichnungen: Bastian Baier, Robert Mühlich
Erschienen bei: Zwerchfell Verlag Preis: 20 € Der Schicksalsgnom - Die Trilogie in einem Band bei Amazon.de Was braucht ein guter Fantasy-Roman? Zuallererst einmal eine schicksalhafte Konstellation, die die Fugen der Welt gehörig durcheinander bringen könnte, meist tut es die bevorstehende Apokalypse. Einen bösen Antagonisten, der mit einem Fingerzeig ganze Landstriche verheeren und alles Leben, das ihm in den grimmigen Blick kommt, sofort auslöschen kann. Und natürlich einen Helden. Der gemeine Fantasy-Autor bedient sich hier gerne mal bei J.R.R. Tolkien und seinem Herrn der Ringe, dessen Handlung wie Protagonisten mittlerweile zum generischen Fantasy-Inventar gehören. Allenthalben toben Elben, Orks und gerne auch mal ein Hobbit durch die Regale der Buchhandlungen, um die Welten vor dem endgültigen Untergang zu bewahren. Gut, ich denke, auch Bastian Baier und Robert Mühlich haben Tolkien wie so viele ihrer und unserer Generation ausführlich studiert und für gut befunden. Anders sind die offensichtlichen Parallelen in ihrer Trilogie Der Schicksalsgnom nicht zu erklären. Aber die beschränken sich eben schon auf nahende Apokalypse, letztes Aufgebot Gut gegen Böse und dem unwahrscheinlichsten Helden, der zu finden war. 
Eric, der Gnom vom Waldrand, lebt ein beschauliches Leben, schmaucht hie und da ein Pfeifchen und lässt die Götter und die Welt an sich einen guten Mann sein. Wenn ihn nicht immer wieder diese Blähungen quälen würden. Doch für die, so erfährt er durch die Fee Annalisell, die so gar nicht wie eine Fee aussieht, geschweige denn sich wie eine benimmt, gibt es einen guten Grund: Vor Jahren hat er den letzten Funken der göttlichen Macht der Lichtgöttin Heor in sich aufgenommen. Und den sollte er schleunigst zum Melkriethorn bringen und dort Heors altem Widersacher, Melkriet, dem Gott der Düsternis, die Stirn bieten, sonst würde er, der Schicksalsträger geopfert, um die bevorstehende Apokalypse zu verhindern. Klingt kompliziert, so findet auch Eric. Aber als Schicksalsträger und potentieller Weltuntergangsverhinderer fliegen einem die Frauenherzen ja wohl geradezu im Dutzend entgegen. Und wenn man so noch seine Blähungen los wird… Warum also nicht. 
Doch halt! Was braucht der tapfere Fantasy-Recke noch? Richtig – eine Handvoll ebenso tapferer wie loyaler und mutiger Gefährten. Die werden von Eric und Annalisell mal eben im Vorbeigehen eingesammelt, auch wenn sie dabei den eigentlich extra ausgebildeten Gefährten verpasst haben. Und so müssen Eric, Annalisell, Shu, den ein dunkles Geheimnis umgibt, und der aufstrebende Barde Grégoire so allerhand haarsträubende Abenteuer bestehen, bevor es am Melkriethorn zum finalen Showdown kommen kann. Außer beim Herrn der Ringe bedienen sich Baier und Mühlich noch bei vielen Quellen einschlägiger Fantasy-Literatur oder auch der Heldensagen. So tummeln sich neben einer dunkeln Bruderschaft noch Sirenen und gar eine Unterweltfahrt in ihrer Schicksalsgnom-Trilogie. Wohlfeile Prosa sollte man dabei allerdings nur von Barde Grégoire erwarten. Eric und seine Kumpane pöbeln, rülpsen und fluchen sich ansonsten durch die Historie. Dies kann an und für sich schon unterhaltend sein, wirkt aber auf weite Strecken sehr aufgesetzt und gezwungen und löst höchsten ein wohlmeinendes Lächeln aus. Freunde des derben Humors werden aber dennoch auf ihre Kosten kommen. Den versprochenen schwarzen Humor sucht man allerdings auf den meisten Seiten des Hochglanzdruckes vergebens. Text Copyright Bettina Herbig 2008 Bilder Copyright Zwerchfellverlag |