Autor, Zeichnungen, Farben: Fil (Philip Trägert)Erschienen bei: Reprodukt Preis: 7€ Didi & Stulle: Einen drin bei Amazon.de Die beiden Eber aus Berlin sind ungeschlacht, zu 50% schwer übergewichtig und beide nicht allzu helle. Dafür kennt einer von ihnen Gott persönlich und sie erleben Abenteuer im Alben-Format, in 12-Stunden Comic-Marathons oder zu unserer großen Freude, in fast schon avantgardistischen Economy-Ausgaben! Zeit für alle Nicht-Berliner, Didi & Stulle kennen zu lernen. Didi (bürgerlich Dieter Kolenda) ist ein Eber der feistesten Sorte. Fett, latent homosexuell, nicht wirklich hell im Kopf, mit leichtem Hang zur Gewalttätigkeit und der unschönen, aber durchaus unterhaltsamen Tendenz, seinen Kumpel Stulle (bürgerlich Andreas Stullkowski) in die Pfanne zu hauen. Stulle ist eher klein, und na ja... wir möchten nicht sagen clever... aber zumindest doch etwas heller als Didi. Gemeinsam machen die beiden schweinischen Rabauken schon seit Jahren das Berliner Stadtmagazin zitty unsicher. Kein Wunder, dass der Großteil der eher im südlichen Teil der Republik angesiedelten Gorilla-Autoren noch nie von Didi & Stulle gehört hat. Das änderte sich, als eine Berliner Gorilla-Sympathisantin uns auf das derbe Duo aufmerksam machte. Nach einem spontanen „wos is jetz des?“ war es dann auch um uns geschehen und der Beweis war erbracht: Auch Nicht-Berliner können sich über Fils (bürgerlich Philip Trägert) auf's Vortrefflichste amüsieren. Auch wenn uns so "Oberbayern" natürlich so mancher Gag verschlossen bleibt – warum sieht beispielsweise die Hölle aus wie die Perleberger Straße in Berlin Moabit? 
Bilder Anklicken für eine größere Leseprobe. So oder so, Didi & Stulle bieten abwegigen Humor vom feinsten, in keinem Band aber mehr davon als im Economy-Sonderband: Dort hat Fil nochmal die Strips des ersten regulären Bands Einen Drin auf wunderbar schlampige Weise neu gezeichnet und einfach die Pointen weggelassen oder abgeschwächt. Das Ergebnis ist eine aberwitzige Abfolge abstrusester Situation und Non-Sequitor-Humor bei dem selbst ein Ralph Wiggum neidisch würde. Tatsächlich war dem Autor dieser Zeilen bei der ersten Lektüre die Natur des Economy-Bandes nicht bewusst und bereits da bog er sich vor Lachen – wenn das mal kein gutes Zeichen ist!
 <--FAHRT MIT DER MAUS ÜBER DAS BILD UM DIE ECONOMY-FASSUNG ZU SEHEN! Dann gibt es da noch die regulären Bände und diverse 1/2-Bände – die wurden in 12-Stunden Zeichen-Marathons gemeinsam mit anderen Künstlern wie beispielsweise Mawil geschaffen und zeigen Didi & Stulle nochmal von ganz anderen Seiten. Natürlich sollte der Leser eine gewisse Sympathie für Alltagsphilosophie und für die von Fil hervorragend wieder gegebene Berliner Mundart („Kieka, een Ei!“) mitbringen.Und natürlich für Humor der etwas derberen Art - aber das versteht sich ja von selbst. In Didi & Stulle mal reinzulesen ist in Comicläden im Süden der Republik vielleicht etwas schwer, bei den günstigen Preisen - ein Band kostet zwischen 3 und 7 Euro - kann man aber tatsächlich auch locker mal bei Amazon reinschneien und einen Probeband erwerben. Oder aber, man geht direkt zur Reprodukt-Seite - da gibt es Leseproben satt. Auf alle Fälle legen wir euch die beiden derben Eber aus Berlin ans Herz - wir haben uns mit Didi & Stulle auf's Vortrefflichste amüsiert und wir sind uns sicher, das wird euch nicht anders ergehen! Text Copyright Thomas Nickel 2008 Bilder Copyright Reprodukt |