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An Halloween steht das Virtual Console-Update unter einem gruseligen Stern. Drei NES-Klassiker mit entsprechender Konnotation warten auf mutige Spieler: Castlevania III: Dracula´s Curse ist zurecht ein (leider etwas kastrierter) Kult-Hit, Devil World ein überraschend unbekannter Miyamoto-Titel und Ghosts´n´Goblins wird Euch in den Wahnsinn treiben. Castlevania III: Dracula´s Curse System: NES Japan (1993), Director: H. Akamatsu, Planner: I. Urata, Programmer: S. Kitamoto, H. Akamatsu, Y. Okuda, Character Design: I. Urata, T. Fujimoto, N. Tokagushi, K. Ogawa, Sound: Y. Sasaki, J. Funamashi, Y. Morimoto
Entwickler: Capcom Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€) Ja, das ist ein richtig, richtig großer Klassiker. Für manch einen Fan gar das beste Castlevania überhaupt. Koji "IGA" Igarashi, der bärtigen Hutträger, der seit ein paar Jahren das Sagen bei der traditionsreichen Serie hat, bezeichnet es immer wieder als einen der Titel, die ihn am meisten beeinflusst haben. Neben Eurem Belmont-Sprite habt Ihr drei Mitstreiter: Magierin Sypha, Pirat Grant und Draculas Sohn Alucard - der Alucard, der später im famosen Symphony of the Night die Hauptrolle spielen sollte. Lineares Durchspielen gibt es nicht mehr, Ihr wählt regelmäßig, welche Abzweigung Ihr nehmt und erlebt so jedes mal andere Levels. Bis Ihr wirklich alles gesehen habt, ist einiges zu tun. Und das Sightseeing lohnt, bietet Castlevania 3 doch ein paar der beeindruckendsten Szenarien, die wir auf dem NES je gesehen haben. Soweit so gut - im Grunde empfehlen wir Castlevania 3 aber auch vorbehaltlos, wollen Eure Aufmerksamkeit aber dennoch auf die beiden Videos hier lenken.
Na, den Unterschied bemerkt? Oben ist die japanische Famicom-Fassung zu sehen, unten die Version, die wir im Westen bekommen haben. Neben den üblichen Zensuren - nackte Statuen wurden eingekleidet, die Oberweite der Medusa musste ebenfalls weichen - klingt vor allem die Musik eine ganze Ecke blechiger. Das liegt daran, dass in der Japan-Fassung ein feiner Spezialchip verbaut war, der dem Famicom akustisch auf die Sprünge half. Technisch war das auf dem NES leider nicht drin, daher wurde die Musik entsprechend reduziert. Auch technische Spielereien fielen so flach, sogar am Spielprinzip selbst wurde Hand angelegt: Dank veränderten Schadenswerten, die Euch die Gegner zufügen, und anderen Rücksetzpunkten, ist die West-Fassung ein Stück schwieriger als das Japan Original. Da ist es natürlich schade, dass Nintendo nicht die Chance genutzt hat, die grafisch und akustisch überlegene Famicom-Fassung auf Virtual Console zu bringen. Aber drehen wir dem Spiel keinen Strick draus, gut ist es allemal. Aber es könnte eben besser sein.  
Ghosts'n'Goblins System: NES Japan (1986), Producer: Tatsuya Minami
Originaltitel: Makaimura Entwickler: Capcom Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€) Ein Klassiker ist Ghosts'n'Goblins allemal: Das erste Abenteuer von Arthur, der sich durch untote Horden kämpft, um die Prinzessin mit dem ungewöhnlichen Namen Prin-Prin zu retten, ist nicht zu unrecht kult. Und wir wollen uns auch garnicht mal so sehr über den abartig, gnadenlos, blasphemisch, unaussprechlich, unsagbar (okay, wir haben wohl zuviel XOTH! gelesen) hohen Schwierigkeitsgrad beklagen. Der war bei Capcoms Ritter-Zombie-Reihe schon immer drin. Etwas problematischer ist unserer Ansicht, dass das Spiel für uns irgendwie redundant wirkt.
Denn zum einen gibt es auf der Virtual Console mit Ghouls'n'Ghosts und Super Ghouls'n'Ghosts bereits zwei dramatisch bessere Nachfolger, die das Original in jeder Beziehung in den Schatten stellen. Grafisch und spielerisch haben die 16-Bit-Varianten (logischerweise) einfach mehr zu bieten als das doch arg simple NES-Gehüpfe. Zum anderen ist das Arcade Ghosts´n´Goblins auch auf der ersten Capcom Classics Collection vorhanden. Und da macht es unserer bescheidenen Meinung nach ebenfalls eine bessere Figur. Letzten Endes also ein Download, den Ihr euch durchaus mal schenken könnt. Wer mit Arthur auf Untoten-Jagd gehen will, der hat weitaus bessere Alternativen zur Auswahl.  
Devil World System: NES Japan (1993), Designer: Shigeru Miyamoto Entwickler: Nintendo Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€) Damals in den 80er Jahren erschien Devil World, bei dem auch der große Shigeru Miyamoto seinen talentierten Hände im Spiel hatte, nicht in den USA - für die dortige Nintendo-Niederlassung war das alles dann doch ein wenig zu heikel. Denn Devil World hat allemal das Zeug, bei diversen religiösen Gruppierungen anzuecken. Spaß beiseite... nachdem die ersten Takte der 8-Bit-Variante von Tschaikowskys Nussknacker-Suite verklungen sind, beginnt eine sehr amüsante Pac Man-Variation: Als knubbeliges Sprite müsst Ihr ein Labyrinth von Kugeln säubern, die könnt Ihr aber nur aufnehmen, wenn Ihr ein Kreuz mit Euch herumtragt.
Die sind im ganzen Level verteilt und erscheinen immer wieder von neuem. Und praktisch dabei: Mit Kreuz könnt Ihr auch auf die Gegner schießen, die dabei auf euch Jagd machen. Die Besonderheit dabei: Am oberen Rand turnt ein blauer Dämon mit rotem Umhang herum und verschiebt das Spielfeld - das gilt es zu beachten, wollt Ihr dabei nicht aus Versehen zerquetscht werden. Und Smash Bros. Brawl-Fans kommt der blaue Geselle womöglich gar bekannt vor, für die famose Wii-Episode hat Nintendo den gehörnten Rüpel extra aus dem Archiv geholt! Kurzum: Devil World ist ein amüsantes Geschicklichkeitsspiel, das nur auf den ersten Blick wie Pac Man aussieht, tatsächlich aber ein paar sehr nette eigenständige Ideen zu bieten hat. Kann man sich schon holen.   Verwandte Artikel: Wii Virtual Console Check-Archiv Text Copyright 2008 Thomas Nickel Screenshots Copyright Konami, Capcom, Nintendo |