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Gorilla des Monats

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The Goon: Krudes Zeug

goon

USA (2004 / 2008)

Autor, Zeichnungen: Eric Powell, Farben: Dave Stewart

Erschienen bei: Crosscult

ISBN: 393648094X
Preis: 14,80€The Goon Grobes Zeug bei Amazon.de

Selten war der Titel eines Comics treffender gewählt. Denn Eric Powells The Goon: Krudes Zeug bietet genau das im Überfluss: Krudes Zeug - unnötige Gewalt, Zombies, Monster, tote Affen, sprechende Kettensägen, Riesenratten, organisiertes Verbrechen und alles andere, wovor einen die Eltern immer gewarnt haben weil es so unanständig viel Spaß macht. Aber krude ist nicht nur der Inhalt, sondern auch die Machart. Denn dieser erste Band des groben Goons beinhaltet praktisch ausschließlich Powells Entwicklungsphase. Quasi seine Adoleszens in Sachen Comic. Und die überzeugt vielleicht, wie er auch selbst in seinem Vorwort offen zugibt, nicht durch die "ruhige, fesselnde Erzählkunst eines arrivierten Autoren", aber dafür jede Menge abstrus-pubertären Spaß. Und dafür, da sind wir doch immer zu haben!

goongoon


Aber wer oder was ist der Goon eigentlich? Nun, im englischen ist ein "Goon" ein angeheuerter Schläger, zumeist im Umkreis des organisierten Verbrechens zu finden. Groß, kräftig, im idealfall auch nicht allzu hell erledigen die Goons die Drecksarbeit für ihre Auftraggeben und haben im Idealfall auch noch eine Menge Spaß dabei. Und genauso ein Typ ist der Goon der dem Comic seinen Namen gibt. Er selbst erklärt, er arbeitet für einen Mob-Boss namens Labrazio (zu dem wir euch hier auf keinen Fall mehr erzählen wollen) und legt sich bevorzugt mit dem Zombie-Priester, dem Chef des Zombie-Syndikats an. ImSchlepptau hat er dabei meist seinen ebenso kleinwüchsigen wie psychopathischen Kameraden Franky. Was für ein Team...

goon Wie bereit mehrfach gesagt ist The Goon krudes Zeug. Eric Powells verzichtet auf den zum Beispiel bei Mike Mignolas Hellboy stets subtil vorhandenen echten Horror, er hat auch kein allzu großes Interesse an der Art von Charakterzeichnung, die beispielsweise Garth Ennis' Preacher auszeichnet. Powells Goon will einfach nur breit-spaßig unterhalten. Und das tut er allemal. Spätestens wenn der Zombie-Doktor in der ersten Ausgabe einem Schimpansen mit dem Baseballschläger einen Scheitel zieht, dann schlägt der örtliche Gutmensch vom Dienst den Goon vielleicht erschreckt zu, der amüsierte Pop-Kultur Afficionado schnalzt dagegen erfreut mit der Zunge und blättert begierig weiter.

Und dieser Afficionado ist auch der Mensch, dem wir den Goon empfehlen. Er ist nicht so hintergründig wie Hellboy, nicht so tragisch wie The Walking Dead und nicht so prachtvoll gezeichnet wie B.U.A.P. Aber der Goon unterhält ganz einfach auf wunderbar krude Art und Weise. Und wer das schätzt, der ist bei dem Goon und Franky bestens aufgehoben.

Text Copyright Thomas Nickel 2008
Bilder Copyright Eric Powell

 
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