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Nur zwei Spiele? Das scheint etwas wenig. Relativiert wird dieser Eindruck aber durch die Qualität der beiden Titel: Das Actionspiel Mega Man 3 und der üppige RPG-Koloss Phantasy Star 4 gehören zweifelsohne zum besten, was man jemals auf NES bzw. Mega Drive spielen konnte. Mega Man 3 System: NES Japan (1990), Director: Keiji Inafune, Music Composer: Yasuaki Fujita
Entwickler: Capcom Preis: 500 Wii-Punkte (entspricht 5,-€) Unter Mega Man Fans herrscht seit Jahren ein erbitterter Zwist: Welche Episode ist besser? Mega Man 2 oder Mega Man 3? Gleich vorweg: Eine Antwort darauf haben auch wir nicht. Aber wir können mit Fug und Recht behaupten, dass beide absolut hochwertig sind. Teil 3 ist grafisch noch eine Spur hübscher als der liebevoll gestaltete zweite Teil, hat mindetens genauso gute Musik und ebenso sympathisch-witzige Bosse wie Mega Man 2. Naja, bis auf Topman mit seiner erschreckend nutzlosen Waffen. Dafür feiert hier Rush seinen ersten Großen Auftritt und ersetzt die etwas einfallslos benannten Items 1, 2 und 3 des Vorgängers. Ebenfalls neu hier ist Mega Mans Slide-Manöver - eine recht praktische Bewegung und nicht so Balance-zerstörend wie der in Teil 4 eingeführte Charge-Schuss.
Und so empfehlen wir den Download von Mega Man 3 dringend. Gut, dass es wieder einmal in 50HZ läuft ist sehr schade, zumal die Fans seit Mega Man 9 wissen, wie flott und dynamisch sich die Serie eigentlich spielt - aber man kann zur Not auch drüber weg sehen. Wer einen Cube oder eine PS2 besitzt und die Möglichkeit hat, Importe zu spielen, der holt sich zwar lieber die Mega Man Anniversary Collection, alle anderen sollten aber Teil 3 auch dringend anspielen. Gemeinsam mit Mega Man 2 und jetzt eben dem neuen Mega Man 9 bildet es die absolute Krönung der Kult-Reihe. Mega Man 3 sieht toll aus, klingt gut, ist sehr herausfordernd, aber stets fair - was will man mehr?  
Phantasy Star 4 - End of the Millenium System: Mega Drive
Japan (1994), Director: Rieko Kodama, Toru Yoshida, Skript: Akinori Nishiyama, Charakter-Design: Toru Yoshida, Musik: Izuho Numata, M. Nakagaki Entwickler: Sega Preis: 800 Wii-Punkte (entspricht 8,-€) EIN INTERVIEW MIT RIEKO KODAMA FINDET IHR HIER. Phantasy Star 4 ist ohne jede Übertreibung das Kronjuwel der Reihe und eines der besten 16-Bit-Rollenspiele überhaupt. Der vierte und letzte Teil der original Phantasy Star-Serie muss den Vergleich mit seinen Zeitgenossen auf dem SNES keinesfalls scheuen. Während Phantasy Star 4 spielerisch die Brücke zwischen modernen, vergleichsweise zugänglichen RPGs und den sperrigeren älteren Genrevertretern schlägt, ist es die Handlung, die den Spieler hier ans Pad fesselt. Denn Phantasy Star 4 ist tatsächlich das Ende der Serie - hier werden nicht nur die ersten drei Teile in einen gemeinsamen Kontext gesetzt und komplett miteinander verbunden, die Geschichte wird auch tatsächlich aufgelöst und beendet. Nach dem Abspann ist im Grunde kein Platz und auch kein Bedarf mehr für weitere Abenteuer im Algol-System. Gut, einerseits ist das natürlich schade für den Spieler, aber aus einer inhaltlichen Perspektive ist es eine hervorragende Entscheidung, eine Serie tatsächlich einmal enden zu lassen anstatt sie ad nauseam weiterzuführen. Und wenn der Abschluss dann auch noch so gelungen ausfällt, ist der Abschied von Algol auch nicht ganz so schwer. 
Grafisch ist Teil vier eine direkte Fortführung des zweiten Teils - die Experimente mit Architektur und Kampfsystem des dritten Teils sind ad acta gelegt, dafür wurde der Detailgrad gehörig nach oben geschraubt. An allen Ecken und Enden protzt das 24Mbit starke Modul mit liebevollen Details. Bücherregale, Teppiche, hier wetzt ein kleines Monster durch die Gänge... So mögen wir unsere 16-Bit-RPGs. Auch der Soundtrack hat sich gewaschen. Zahlreiche Tracks, die trotz technischer Limitierung hervorragend ins Ohr gehen und ordentlich Stimmung machen untermalen das Abenteuer. Die Soundeffekte sind angenehm kernig ausgefallen. Das Highlight der Präsentation sind allerdings die Zwischensequenzen. Hunderte von individuellen Bildern erzählen die Handlung weiter und wirken so fast schon wie die Videosequenzen der damals gerade aufkommenden CD-Konsolen - auf Modul ist dieses Stilmittel in diesem Umfang unseres Wissens nach einzigartig. Überhaupt ist das Spiel in Sachen Narrative eine dramatische Steigerung zu den Vorgängern - die Figuren sind hervorragend geschrieben und tragen den ebenfalls exzellenten Plot. Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen hört die Charakterentwicklung nicht an dem Punkt auf, an dem die Figur der Party beitritt. Dank ausführlicher Dialoge - sowohl plot-bedingten, als auch optionalen - bleiben die Figuren über etliche Spielstunden hinweg interessant. Ein besonderer Leckerbissen ist Phantasy Star 4 natürlich für Serienkenner. Anspielungen auf die ersten drei Teile, bekannte Gesichter bei Freund und Feind und lang erwartete Antworten auf offene Fragen machen es zum idealen Abschluss der Serie. Auf Virtual Console ist der Klassiker für 8 Euro zu haben. Und das Beste: Das Spiel motiviert heute noch wie damals - wo man für die früheren Episoden doch eher die rosarote Nostalgiebrille aufsetzen sollte, fühlt sich Teil 4 heute immer noch frisch an. Und das ist eine mehr als reife Leistung für ein mehr als zehn Jahre altes Spiel, das vor allem von seinem Plot lebt. Der Fairness halber sei aber dennoch angemerkt: Das Spiel ist auf der Sega Mega Drive Collection enthalten (allerdings mit Emulationsschwächen), wird auf der kommenden Sammlung für Xbox360 und PS3 drauf sein und dann gibt es natürlich noch die leider Japan-Exklusive Phantasy Star Complete Collection - da findet ihr die am besten emulierte Fassung des Spiels. All diese anderen Fassungen kommen in 60HZ daher, auf Virtual Console gibts wieder mal die 50HZ Bremse. Aber das nur am Rand. Ein Meisterwerk ist das Spiel trotzdem.  
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