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Gorilla des Monats

bernie 
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Prince of Persia
popSystem: Xbox360, PS3, PC

Kanada (2008)

Entwickler: Ubisoft Montreal
Erschienen bei: Ubisoft
Preis: ca. 60 € Prince of Persia bei Amazon.de

Viele Spiele dir wir heute in den Himmel loben, werden schon im nächsten Weihnachtsgeschäft vergessen sein. Nicht so "Prince of Persia": Ubisoft zieht hier alle Register und liefert eines der besten Abenteuer nicht nur dieser Konsolengeneration ab. Hier stimmen nicht nur Grafik, Sound, Steuerung und die schlicht und ergreifend wunderbare Welt, nein – Prince of Persia zieht euch in erster Linie durch die geradezu magische Chemie zwischen seinen beiden Protagonisten in seinen Bann. Wenn ihr gemeinsam mit Elika durch düster-korrumpierte Ruinen turnt oder staunend die gereinigten Gebiete bewundert, dann ist Elika nicht nur einfach ein Anhängsel. Sie ist eure Begleiterin, eure Kampfgefährtin, sie ist euer personifizierter Doppelsprung und ohne sie wäre das Abenteuer nur halb so spannend – nicht ohne Grund wurde eine Taste des Controllers alleine für die Kommunikation mit eurer schlagfertigen Gefährtin reserviert.

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Sowieso ist Elika der Schlüssel zum Spiel – denn um den bösen Gott Ahriman der gleich zu Spielbeginn entfesselt wird, wieder einzufangen seid ihr auf Elikas Kräfte und auf ihr Wissen angewiesen. An euch liegt es, sie in die jetzt durch Ahrimans Dunkelheit verdorbenen fruchtbaren Gebiete zu führen, damit sie die Dunkelheit zurücktreibt. Aber keine Angst, Prince of Persia ist keine zehnstündige Eskort-Mission: Elika kann nämlich ganz hervorragend auf sich selbst aufpassen und fällt euch und eurem Helden dabei niemals zur Last. Und da wir gerade von unserem Helden sprechen: Der hat offenbar etliche Semester auf der Errol Flynn-Schule für ganze Männer absolviert: Der namenlose Protagonist ist nicht nur ein Meister im Fechten und in Sachen Akrobatik, auch das flotte Helden-Mundwerk hat er sich bei seinen gleichsam mit Degen und Zunge flinken Vorbildern aus goldenen Hollywood-Zeiten abgeschaut.

Eine Sache gibt es in Prince of Persia übrigens nicht: Ein "Game Over"-Bildschirm bleibt euch hier komplett erspart. War in den Vorgängern der Sand der Zeit noch eure praktische, aber begrenzte Lebensvesicherung, so übernimmt jetzt Elika diese Rolle: Stürzt ihr wieder einmal unkontrolliert in tödliche Tiefen, so zieht euch Elika stets in letzter Sekunde aus dem Schlamassel. Und das befreit euch in der Praxis ungemein. Todesmutig geht ihr jeden Sprung an, macht euch keine Sorgen mehr, ob ein Fels-Vorsprung nicht vielleicht doch etwas zu weit entfernt ist... und von diesen Sorgen befreit werden die gewaltig großen Szenarien auf einmal von der potenziellen Todesfalle zur epischen Zirkus-Arena in der ihr eure Kunststücke vorführt.

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Und die gehen euch ausgesprochen leicht – manchmal gar etwas zu leicht – von der Hand. Ubisoft hat die Zugänglichkeit der Vorgänger noch einmal übertrumpft: Die Steuerung fühlt sich äußerst weich und entgegenkommend an, wenn ihr einen Fehler macht, dann passiert das gerade in den ersten stunden meist, weil ihr noch zu kompliziert denkt. Die richtige Idee, ein klein wenig Timing, und jeder Wandlauf, jede Schlitter-Aktion und jeder Reck-Schwung sitzt. Mit wenig Übung spielt ihr euch in eine fast artistische Trance und wetzt nur so durch die Szenarien. Unterbrochen wird euer Weg lediglich durch gelegentliche Begegnungen mit dem Feind.

Die Kämpfe gegen Horden von Sandmonstern wie man sie von früher kennt sind nun passé, seine Duelle führt der Held von Welt nur Mann gegen Mann beziehungsweise Mann gegen Monster. Auch hier ist die Steuerung denkbar einfach gehalten: Ein Knopf für das Schwert, einer für den Krallenhandschuh, einer für die Akrobatik und einer für Elikas magischen Beistand, gemeinsam mit der stets wichtigen Block-Funktion kriegt ihr so jeden Gegner klein. Gerissene Fechtmeister beziehen auch die Umgebung in den Kampf ein: Lockt den Gegner an eine Klippe, hüpft elegant über ihr hinweg und befördert ihr mit einer gezielten Attacke in den Abgrund. Und hat der Gegner doch mal wieder die Oberhand, so greift Elika wieder ein: Sie zieht euch in Sicherheit, der Gegner regeneriert einen Teil seiner Energie und weiter geht der Kampf.

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Und kommt ihr doch einmal partout nicht weiter, dann ist das kein Grund zu verzagen: Denn die Zeiten, in denen ihr Linear einen Palast oder eine Stadt durchforstet habt sind vorbei, die Welt des neuen Prinzen ist weit, offen und frei – mit den entsprechenden Fähigkeiten könnt ihr frei auswählen, welches Gebiet ihr als nächstes angehen wollt. Und verlaufen könnt ihr euch kaum, auf Knopfdruck zeigt euch Elika wiederum auf magische Weise, wohin der Weg euch als nächstes führt. Diese Freiheit ist es dann auch, die den neuen Prinzen endgültig in die Klassiker-Regionen katapultiert – wer dieses wundervolle, märchenhafte, dramatische, elegante und nicht zuletzt enorm spannende Abenteuer aus dem Morgenland verpasst, der tut uns ehrlich leid.

Text Copyright Thomas Nickel 2008
Bilder Copyright Ubisoft

 
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