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Fast so toll wie die Verleihung des ersten Preises bei einer Hundeschau, dramatisch besser als Oscar, Bambi und die Goldene Himbeere: Die Gorilla-Crew (zumindest der Teil, der dran gedacht hat) verleiht auf's Feierlichste persönliche, ganz subjektive Auszeichungen für den Kram, den die einzelnen Mitglieder der Rotte besonders toll fanden. Und schon gehts los! Jochen macht den Anfang. Jochen Ecke
Filme Die meisten Filme, die mich in diesem Jahr interessiert haben, erschienen in ihrem Heimatland schon 2007 oder sogar noch früher. Das soll uns nicht kümmern – die deutschen DVDs kamen eben erst 2008 auf den Markt. Florent Siris Film über den Algerien-Krieg Intimate Enemies ist nach wie vor eine äußerst beeindruckende Übung in filmischer Subjektivität. Bei Pen-ek Ratanaruang flirren und wabern die Identitäten ähnlich verwirrend im wunderbaren Ploy. Johnnie To und Wai Ka Fai lassen dagegen ihren Mad Detective einen ebenso schizophrenen Blick auf eine absurd-komische Welt werfen. Und Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull habe ich mittlerweile fünf Mal gesehen – ein weitaus geistreicherer und generell reicher Film als die meisten von uns Anfang des Jahres wahrhaben wollten. Comics Am meisten Grund zum Feiern gibt in diesem Jahr die Rückkehr von Warren Ellis. Nachdem der britische Romantiker-Zyniker sich über Jahre hinweg in's formale Experiment geflüchtet hatte, bot er mit Doktor Sleepless endlich den definitiven Nachfolger zu Transmetropolitan. Seine Freakangels waren beinahe genauso grandios. Und um auf der britischen Schiene zu bleiben, aber mit einem Schuss Nostalgie: die Reprint-Reihe um Judge Dredd mit dem ambitionierten Titel Complete Case Files ist sublim. Bücher 2008 habe ich praktisch nichts an aktuellen Neuerscheinungen gelesen; Neil Gaimans Graveyard Book habe ich allerdings an einem äußerst kurzweiligen Nachmittag angefangen und auch gleich beendet. Der Dschungelbuch-Riff ist wahrscheinlich das Beste, was Herr Gaiman seit Jahren geschrieben hat. Ansonsten gab's Reprints, hauptsächlich aus der Hardboiled-Ecke – diverse Lew Archer-Geschichten von Ross Macdonald, beispielsweise. Und die wundervollen weird tales des fin de siècle-Mystikers Arthur Machen. Spiele Gespielt hab ich nicht viel, wie immer. Gefallen hat mir Lost Odyssey, vor allem, weil es narrativ so vieles wagt:in welchem Spiel dürfen wir beispielsweise eine ganze Weile lang einfach nur äußerst betrübt eine Beerdigungs-Zeremonie vorbereiten? Weitaus weniger emotional, dafür aber mit kurzweiligem Hack’n’Slay-Faktor: die Massenschlachten von The Last Remnant hatten es mir nach einer längeren Einspielphase doch sehr angetan.
 Ruben Schmitt
Filme Einen innigen Liebling habe ich im Film-Jahr 2008 nicht gefunden. Womöglich habe ich zu wenig gekostet. Superbad tut beim Schauen weh - und zwar an den Backenmuskeln. Sich nicht sicher zu sein, was man da eben gesehen hat und ob dies überhaupt real ist - so fühlt man sich nach Southland Tales. Die Diskussionen halten bis heute an. Wunderbare Geschichten hört und sieht man in Hellboy II: Die Goldene Armee. Games Sind Videospiele überhaupt dazu da, beendet zu werden? In meinem Falle zumindest immer weniger. Auf der Wii gab es mit Pro Evolution Soccer 2008 eine riesige Innovation in Sachen Denken und Lenken - und keiner hat es gemerkt. Wieso fühlt sich eine Saison in Madden NFL 09 irgendwie nicht weniger echt an als das, was man jeden Sonntag im Fernsehen sieht? Vielleicht weil beides eine große Show ist? In all den gemalten Landschaften von The Force Unleashed darf man den Action-Painter geben. Wonne. Belletristik Die traurige Bilanz von drei zu Ende gelesenen Büchern ist ein Schandfleck, bei dem nicht sicher ist, wie lange ich noch damit leben kann. Crooked Little Vein ist von Warren Ellis. Dies ist die Stärke des Buchs. Dies ist die Schwäche des Buchs. Joe Haldeman schrieb in The Forever War zwar über den Vietnam-Krieg, doch vereint das Science Fiction-Werk nach wie vor Relevanz und geschmierte Unterhaltung. Forever Free schließlich ist letztendlich nur eine Hülse von einem Buch - der Weg bis zu dieser Erkenntnis ist für den Leser jedoch ein geheimnisvoller und mitreißender. Comics Für jeden erworbenen guten Comic gibt es mindestens einen schlechten und einen durchschnittlichen. Mindestens. Nicht jedoch diese. Body Bags: One Shot ist frisch gepresster Spaß ohne Fruchtfleisch, das in den Zähnen hängen bleibt. Wieso muss sich Jason Pearson immer für Jahre versteckt halten? Grant Morrisons Opus - bestehend aus Doom Patrol Vol. 1 und 2, Batman: R.I.P., Final Crisis und vor allem Superman Beyond - ist an sich zwar mehr als ein Werk, aber sich dermaßen seiner Selbst bewusst, dass es hier nicht zu leugnen ist. Mit Antoine Sharpe: The Atheist erbringen Hester, McCrea und Volley den nicht mehr für möglich gehaltenen Beweis, dass atmosphärischer Horror in Comics funktioniert. 1 mit Stern. Musik Brillanz und Exzellenz sind die Schlagwörter für all die Musik, die ich 2008 zum ersten Mal hören durfte. Und doch haben hier nur drei Alben Platz. R.E.M.s Accelerate ist eine lang verdiente Rückkehr zur Form, heiser und liebenswert. Das neu aufgelegte Lightbulb Sun zeigt, dass Porcupine Tree bereits einen Longplayer vor In Absentia an der Perfektion kratzten. Lediglich Gavin Harrison fehlte wohl zum absoluten Glück. Und in Degradation Trip Vol. 1 & 2 hat Jerry Cantrell ein doppelseitiges, ewiges Meisterwerk geschaffen - getragen durch unfassbares Songwriting und persönlichen Ausdruck, der seinesgleichen sucht.
Bettina Herbig
Spiele Auch wenn ich nicht unbedingt derart tief in der Materie stecke, wie so manch anderer Gorilla, ein oder zwei Spiele hätte ich da doch, die mir im letzten Jahr gefallen haben. Da wäre zum einen Star Wars – The Force Unleashed. Ist vielleicht mal abgesehen von der Spielerei mit der Physicengine nichts bahnbrechend neues, hat mir aber dennoch viel Spaß gemacht, aber nicht in der DS-Version! Und dann gab es ja da noch den Lego-Indy. Ein nettes, spaßiges kleines Spiel. Mir hat’s gefallen. Filme The Dark Knight, Iron Man, Hellboy 2, Indy 4 – soll mal keiner sagen, dass 2008 nicht Potential vorhanden war. Aber bei all den Eyecatchern sollten wir nicht die kleinen, leiseren Filme vergessen: Juno: Es geht doch! Endlich mal ein Teenagemom-Film, der in erster Linie nicht in den Schwierigkeiten und Problemen dieser Thematik schwelgt und diese trotzdem gekonnt in den leisen Zwischentönen löst. The Darjeerling Limited: Hach ja! Wes Andersons Brüder-Trio auf Selbstfindungstrip in Indien. Ein rundherum Wohlfühlfilm – auch wenn da noch die Sache mit der giftigsten Schlange der Welt war... Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels: Schon im Sommer wurde mir aber die definitiv beste Therapie für mein Schlangentrauma aus Darjeerling Limited präsentiert: wenn du im Treibsand steckst und jemand wirft dir eine Schlange zu, um dich da raus zu ziehen, rede dir ein, dass es ein Seil ist! Ganz klar, dass mir als Anhängerin der Disziplin der Abenteuer-Archäologie Indys viertes Kinoabenteuer nicht nur deshalb gefallen hat.
Ausblick auf den Rückblick: Kenneth Branagh hat 2008 auch noch Die Zauberflöte ins Kino gebracht. Okay, habe ich leider noch nicht gesehen, aber ist ja mittlerweile auch auf DVD raus und ich denke mal, das wird mir gefallen – muss gleich mal kaufen gehen… Bücher Jetzt hatte ich 2008 so viel Zeit zu lesen, dass es mir wirklich schwer fällt, mich hier auf nur drei Bücher zu beschränken. Also gut, ich versuch’s mal. Heute ziehst du aus: Rabenschwarze Komödie über einen selbsterklärten Gewinnertypen, der auf seine charmante, aber aufdringliche Art mit jedem in seiner näheren Umgebung aneckt. Fremdschämen inklusive. Die souveräne Leserin: Alan Bennett nimmt uns mit, wenn die englische Königin die Welt der Bücher für sich entdeckt. Wer hätte gedacht, dass das solche Auswirkungen haben kann! SPQR - Die Feinde des Imperators: Und kurz vor Jahresende kam der von Fans lang erwartete neue Fall für Römer-Sherlock Decius. Cäsars Kalenderreform, Astronomen gegen Astrologen und umgekehrt, politische Intrigen, die die historische Zukunft des Reiches auf den Weg bringen und Decius mittendrin. Lesen! TV Ich möchte jetzt nicht wirklich noch einmal Marcel Reich-Ranitzki bemühen, aber was Serien im TV angeht… Nun ja, es lebe die DVD. Rome - Staffel 2: Der Imperator ist tot, es lebe der Imperator! Na ja gut, dazwischen gibt’s noch einen kleinen Bürgerkrieg, die politische Elite geht sich gegenseitig an die Gurgel und am Ende gewinnt der kleine Unsympath. Doctor Who: Okay, ja, das lief sogar im TV – aber mal ehrlich: wenn man das englische Original haben kann, in dem der Herr Doktor noch besserwisserisch daher kommt? David Tennant hat der Serien definitiv seinen Stempel aufgedrückt. Musik Ja, es gab viel nettes 2008. Gabriela Cilmi zum Beispiel mit ihrem Album Lessons to be Learned oder auch Amy Macdonald mit This is the Live. Außerdem habe ich noch Triphop in Form von Massive Attack für mich entdeckt. Tja und dann gab es ja noch Chinese Democracy, das Album, auf das die Welt 15 Jahre gewartet hat und das mittlerweile das teuerste Album aller Zeiten ist. Wenn man mich fragt, klingt genau so, wie Guns’n Roses vor eben jenen 15 Jahren schon geklungen haben. Aber vielleicht haben sie ja eine Zeitmaschine gebaut und sind damit dann 15 Jahre in die Vergangenheit… Lassen wir das. Aber das Beste war doch Viva la Vida von Coldplay.
Thomas Nickel
Spiele Was war denn hier los? Auf einmal bringen sie alle gute Spiele raus, selbst chronische Langeweile-Publisher wie Electronic Arts hauen auf einmal mit Titeln wie Dead Space und Mirrors Edge auf die Kacke, Sega kehrt mit Valkyria Chronicles zu alter Form zurück und Nintendo macht die Wii zum Musikinstrument und Sportgerät - und bringt mit Warios neuem Abenteuer den Flair der guten, alten 2D-Zeit zurück. Ein grandioses Spielejahr. Valkyria Chronicles: Lieber Leser, wir müssen reden - da bringt Sega das schönste, originellste und frischeste Strategiespiel und keiner kaufts, stattdessen geht Recycling-Käse wie Final Fantasy Tactics A2 oder Disgaea 3 über die Ladentheken. Das kann doch nicht sein! Leute, schaut euch zumindest die kostenlose Demo dieses Meilensteins an! Danke Sega, dass ich dieses Jahr dieses Meisterwerk spielen durfte! Mega Man 9: Unglaublich, was Capcom da geleistet hat. Mit der mutigen Entscheidung, technisch radikal Abrüstung zu betreiben, haben die Japaner ihrem Vorzeigehelden den Spielspaß zurück gegeben und den Spielern wieder einen Teil ihrer Selbstachtung. Mega Man 9 ist hart, fies und gemein - und unglaublich motivierend. Es macht einfach nur Spaß sich durch die fantastisch designten Levels zu beißen.
Dragon Quest 4: Bis auf Lost Odyssey und Persona 4 (das ich bisher noch nicht lang genug gespielt habe) ein recht schwaches Jahr für JRPGs. Aber auch in einem starken Jahr würde die DS-Konvertierung des NES-Klassikers ganz oben mitspielen. In Sachen Charme und Spieldesign stinken 95% aller modernen Rollenspiele gegen den RPG-Opa von Yuji Horii und seinen Jungs ab. Filme Ein sehr gutes Jahr, das wirklich für jeden Geschmack etwas bot - selbst die großen Blockbuster überzeugten dank Batman, Hellboy und Indys famosem Comeback. Und wer hätte gedacht, dass mir mit Iron Man eine Marvel-Verfilmung gefällt? Trotzdem sind das meine Filme des Jahres: The Darjeeling Limited: Gleich ganz zu Beginn des Jahres kam The Darjeeling Limited von Wes Anderson in die Kinos - problematisch für andere Filme, da so die Messlatte schon abnorm hoch gelegt war. Ein Film, den ich immer wieder sehen kann - wenn der Abspann läuft, dann fühlt man sich einfach gut. Juno: Im Grunde gilt das gleiche wie für The Darjeeling Limited - einfach ein echter Wohlfühl-Film mit großartigen Schauspielern, einem einfach nur tollen Soundtrack (zu süßlich? nicht doch!!) und vor allem einem sehr guten, schlagfertigen Humor. Und Michael Cera hat sich spätestens hier als der perfekte Film-Scott Pilgrim qualifiziert. Death Proof: Okay, das ist geschummelt - Death Proof lief schon im letzten Jahr, aber ich hab ihn erst dieses Jahr gesehen. Schande über mich, dass ich ihn im Kino verpasst habe. Die endlosen Labereien der Mädels könnte ich mir stundenlang anhören und Stuntman Mikes Blick in die Kamera in der Mitte des Films ist unvergesslich. Und die Musik... so haben April March und ich uns kennen gelernt. Bücher In Sachen Belletristik bin ich nicht so an vorderster Front dabei wie Kollegin Sander - trotzdem finde ich natürlich schnell drei Bücher die mir dieses Jahr besonders gut gefallen haben. Imperium: Das wohl erste Drittel der Cicero-Biographie von Robert Harris hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Und das nicht nur, weil ich mehr als nur eine kleine Schwäche für das Setting habe. Ciceros politische Karriere ist einfach zu faszinierend. Die "His Dark Materials"-Reihe von Philip Pullman: Den ersten Band habe ich zwar schon 2007 gelesen (haben mir die Sega-Jungs nach nem Event noch mit auf den Weg gegeben), den Rest dann 2008. Und ich muss sagen, das waren echt tolle Bücher. Bester Band war aber eindeutig der zweite, der dritte hatte für mich dann doch ein paar Längen. Ein Kompliment gibt's auch für das Tiefschlag-Ende. The Dresden Files: Genau wie die Dark Materials-Reihe hab ich auch Jim Butchers Dresden Files-Reihe auf 'ner längeren Zugfahrt kennen gelernt. Gut, letzten Endes ist es eine etwas weniger bittere und böse Variante des Vertigo-Comics Hellblazer, die Mischung aus Noir und Fantasy ist aber trotzdem so stimmig, dass man begierig Seite um Seite verschlingt. Comics Was ist denn da los? Zwei meiner drei Comics des Jahres stammen aus dem deutschsprachigen Raum? Man fasst es nicht! Vor noch einem Jahr hätte ich mir das nicht träumen lassen! Xoth - Die unaussprechliche Stadt: Ich habe keine Ahnung, welchen unheiligen Pakt Anna-Maria Jung mit Cthulhu, Nyarlathothep, Azatoth oder den ganzen anderen Typen aus H.P. Lovecrafts Grusel-Pantheon eingegangen ist - aber anders kann ich mir nicht erklären, wie sie bei ihrem ersten großen Werk Xoth so tolle Arbeit abliefern konnte. Der Comic sieht toll aus, ist clever, die Protagonisten sind sofort sympathisch und alte Pop-Kultur-Pulp-Fans finden an jeder Ecke witzige Anspielungen. Deswegen sag ich euch allen nochmal: KAUFT. DAS.
Didi & Stulle: Die zwei feisten Eber aus Berlin haben mich amüsiert wie kaum ein Comic bisher und werden heute noch rauf und runter-zitiert: "Kieka - een Ei!" - "Uff jedn". "Du alta Schwerenöter." Und sind wir ehrlich: Die Idee mit dem Economy-Band ist an Dreistigkeit kaum zu übertreffen und dabei auch noch abnorm witzig. Feine Sache, auch für Nicht-Berliner wie mich. The Savage Sword of Conan: Ach, was ist das schön. Im Grunde sind die Conan-Stories alle irgendwie gleich und dazu noch latent frauenfeindlich, unnötig brutal und bei Licht betrachtet schon ziemlich trashig. Und bei Crom, was kann ein gestandener Leser von einem Comic mehr erwarten? Außerdem: Ein großes Plus für das beste Preis-Leistungsverhältnis! Musik Irgendwie ein schwaches Jahr für mich - ehrlich gesagt krieg ich keine drei aktuellen Alben zusammen. Musik hab ich aber natürlich trotzdem gehört: Death Proof hat mich auf die gute April March gebracht, über diesen Umweg habe ich dann auch Nouvelle Vague kennen gelernt und außerdem hab ich in diesem Jahr nähere Bekanntschaft mit Nancy Sinatra und Lee Hazlewood und ein paar ihrer psychedelischeren Stücke gemacht. TV Ja, im Grunde ist Fernsehen in Deutschland eine Zumutung, grenzt an Körperverletzung und sollte unter allen Umständen vermieden werden - aber hey, dafür haben wir ja die DVD, die uns mit den ganzen schönen Sachen versorgt, die in kultivierteren TV-Landschaften rund um den Globus laufen. Rome - Season 2: Die Geschichte von Octavians Aufstieg zum de-facto Herrscher der Welt steht der ersten Rome-Staffel Qualitativ in nichts nach - tolle Kulissen, hervorragende Schauspieler und jede Menge Drama machen auch die zweite Rome-Box zum Pflicht-Programm. Familie Feuerstein: Bei 8 Euro pro Staffel konnte ich nicht nein sagen - die guten, alten Feuerstein-Episoden schaut man natürlich nicht atemlos am Stück, sondern legt immer mal wieder eine ein, um abzuschalten. Die steinstarken Sprüche sind einfach zeitlos. Und nein, ich bin nicht verrückt geworden, ich habe noch alle Steine auf der Schleuder.
Anna-Selina Sander
Film The Dark Knight: Es gibt kaum etwas besseres als einen Batman-Film von Christopher Nolan, außer vielleicht einem zweiten Batman-Film von Christopher Nolan! Ich als glühende Anhängerin des Dunklen Ritters war in diesem Jahr einfach wunschlos glücklich. Be kind, rewind: Auch dieser Film hat mir so gut gefallen, dass er sich seinen Platz im Gorilla Rocher-Ranking verdient hat. 90 Minuten Lächeln im Gesicht! The Spiderwick Chronicles: War ebenfalls eine erfreuliche Überraschung angesichts der Enttäuschung, die ich regelmäßig gegenüber der Verfilmung von Kinderbüchern empfinde. Ohne Überlänge, energiegeladen und straff erzählt, mit einem sehr guten jungen Schauspieler in der Hauptrolle - ein schöner Fantasyschinken!  TV Da muss ich in diesem Jahr etwas in die Retrokiste greifen, da ich mehr Zeit vor Büchern als vor der Flimmerkiste verbringe. Meine Neu- und Wiederentdeckungen in diesem Jahr:
Batman - The Animated Series: Eine Investition, die sich wirklich lohnt, ist die in die wunderschönen amerikanischen DVD-Boxen dieser preisgekrönten Serie. Tolle Dramaturgie, sehr liebenswerte Synchronsprecher und einfach Batman-Fanservice in Reinkultur. Gerüchte über eine deutsche Veröffentlichung 2009 sind gerade wieder frisch gestreut worden, aber noch mag keiner so recht dran glauben. Coupling: Ich bin ja traditionell kein Freund des Ausreizens der Männer/Frauen-Thematik, aber wenn's erstens aus England kommt und zweitens so angenehm schamlos ist wie hier (und das ohne das Zeigen primärer Geschlechtsorgane!), dann bin ich dafür doch wirklich gern zu haben. Futurama: Die Veröffentlichung der neuen Specials hat mich erneut mit den DVD-Boxen den Fernseher belagern lassen, und die Liebe bleibt einfach. Mittlerweile würde ich die Weltraumcrew aus dem Jahr 3000 auch beinahe jeder Simpsons-Episode vorziehen. Musik: Auch hier bin ich wenig mit neuen Werken in Berührung gekommen, daher ist meine Auswahl ein kleiner Mix aus Neuem und Bewährtem. Farin Urlaub - Die Wahrheit übers Lügen: Zweifelsohne mein Album des Jahres, den Platz hat sich der König der stilvollen Punkreime nebst seiner formidablen Band wirklich verdient.
Ash - 1977: Soeben erschienen in einer gigantischen 3-CD-Re-Edition, vollgepackt mit seltenem Material, kranken B-Seiten und den beiden bombigen Live-Aufnahmen "Live at Reading" und "Live at the Wireless". Okay gut, das ist eher was für Fans, aber die werden ihre Freude dran haben. Alle anderen können die CD aber auch wunderbar als Zeitreise in ihre Teenagerjahre benutzen. Erwähnt werden müssen hier noch die beiden gigantischen gleichnamigen Konzerte in London, bei denen das Album nebst einer Auswahl von Best-of-Stücken und B-Seiten gespielt wurde. Das wird schwer zu toppen sein! Die Toten Hosen - Unplugged im Wiener Burgtheater: Das Ding ist zwar mittlerweise asbach uralt, aber keine andere CD war so oft in meinem Player oder in MP3-Form unterwegs auf meinen Ohren wie dieses Album. Ein Akustik-Liveset der größten Gassenhauer der Düsseldorfer Urgesteine, das mir immer wieder die Tränen in die Augen treibt. Unbedingt anhören! Bücher Das ist gemein. Sven Regener - Der kleine Bruder: Der Mittelteil der Lehmann-Trilogie, nach dem aber bis zum Abschlussband noch Platz genug ist, um eine Tetralogie oder sogar noch mehr zu machen, hat mich sogar noch mehr begeistert als die beiden anderen Bände. Ein Artikel folgt hoffentlich bald. Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind: Ich liebe es. Ich liebe es, ich liebe es, ich liebe es.
Hanif Kureishi - Das sag ich dir: Hanif Kureishi ist nicht nur ein Autor, der aus einer Vorstadt ein Universum voller Menschen machen kann, von denen man niemals glauben würde, sie alle an einem Platz zu finden, weil sonst die Erde explodieren würde oder so, sondern ist auch ein unheimlich netter Kerl. Dafür hat er sich einen Platz im Ranking verdient. Comics Jeph Loeb/Tim Sale - Batman: The Long Halloween: Kein neuer Titel, dafür ein Klassiker, der zeitlich irgendwo kurz nach Frank Millers Year One oder auch Batman Begins anzusiedeln ist. Düstere Zeichnungen untermalen die spannende Storyline, die sich mit der Suche nach einem Serienkiller über ein ganzes Jahr hinstreckt. Super Einstiegsdroge! Jiro Taniguchi: Vertraute Fremde: Diese anrührende japanische Graphic Novel ist die Geschichte eines Mannes, der am Ort seiner Kindheit in die Vergangenheit und seinen jugendlichen Körper zurückversetzt wird, und nun die Chance erhält, seinen Vater davon abzuhalten, seine Familie zu verlassen, hat mich sehr mitgerissen. Leise, aber eindrucksvoll. Alan Moore: The Killing Joke / Ed Brubaker: The Man Who Laughs: (beide 2008 als Neuauflagen mit Neukolorierungen erschienen) Die ganze Welt liebte in diesem Jahr den grünhaarigen Irren mit dem freundlichen Lächeln, und diese zwei Comics sind, so noch nicht bekannt, das beste Futter für Jokerfreunde. Brubaker erzählt das erste Treffen zwischen Batman und Joker, Moore hingegen erforscht die Beziehung der beiden Widersacher eingehender. Beide sind Meilensteine im Batman-Universum.
Peter Clausen Spiele 2008 - das Jahr der Widersprüche. Während die Software auf den HD-Konsolen ein audiovisuelles Feuerwerk sondergleichen abliefert, widmet sich die stetig wachsende Heerschar der Casual Gamer lieber dem, in Hardcorekreisen umstrittenen Angebot auf Nintendos Wii. Vom Mainstream unbemerkt haben die Downloadportale auf allen Konsolen mittlerweile eine neue Evolutionsstufe erreicht und bieten inzwischen hervorragende Spiele für quasi jeden Geschmack, die in den Regalen des modernen Einzelhandels oft keinen Platz mehr hätten. Bedeutungsarme Floskeln hin oder her, dieses Jahr war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Besonders interessant waren für mich die folgenden Titel: Valkyria Chronicles: Ganz ehrlich: Ich bin kein großer Freund von Strategie-RPGs. Tatsächlich kann ich die Anzahl der Titel aus diesem Genre, bei denen ich bis zum bitteren Ende dabeigeblieben bin, an einer Hand abzählen. Insofern war ich mir auch nicht wirklich sicher, ob sich das Risiko, dieser Sparte mit Valkyria Chronicles mal wieder eine Chance zu geben, auszahlen würde. Es hat sich ausgezahlt. Tausendfach. Valkyria Chronicles ist ohne den Hauch eines Zweifels mein Spiel des Jahres. Anstatt den Spieler mit endlosem Grinding zu Tode zu langweilen setzt Segas innovatives Kriegsabenteuer auf spielerische Innovationen. Nicht hohe Levels oder gute Waffen, sondern eine gehörige Portion Strategie und Erfindungsreichtum entscheiden über Sieg oder Niederlage. Wer experimentiert und seine Umgebung genau erforscht, kann seine Feinde mit dem richtigen Trick oft kinderleicht zur Strecke bringen. Aber bis man ausreichend Rafinesse entwickelt hat, ist eine Menge Kopfarbeit fällig. Vom grandiosen Interface, der sympathisch unschuldigen Abenteuerstory und den liebenswürdigen Charakteren will ich lieber gar nicht erst reden. Lest euch dazu lieber unsere Review durch und denkt, sofern ihr es noch nicht getan habt, ernsthaft darüber nach diesem Geheimtipp eine Chance zu geben. Es lohnt sich! Braid: Jonathan Blows clever designter Puzzle-Hüpfer mit integrierter Rückspulmechanik ist wahrscheinlich das prätenziöseste Spiel des vergangenen Jahres. Vielleicht sogar aller Zeiten. Aber so absurd die fragmentierte Handlung über die metaphorische Suche nach einer geheimnisvollen Prinzessin auch sein mag, kann sie dem famosen Leveldesign nicht schaden. Was Entwickler Jonathan Blow mit Braid wirklich sagen wollte, weiß ich immer noch nicht, aber irgendwie bringt Braid einen doch immer wieder zum Nachdenken ... und wenn sich die Gedanken in erster Linie "nur" um die vorbildliche Anwendung gewisser Spielmechaniken drehen, dann sei es eben so. Metal Gear Solid 4: Das zweitprätenziöseste Spiel des Jahres (irgendwie schleicht sich hier ein roter Faden ein)! Metal Gear Solid 4 ist ein unglaublich ambitioniertes Projekt, dass nach allen Regeln der Kunst versucht handlungslastige Spiele einen gigantischen Schritt nach vorne zu bringen. Aber wie nicht anders zu erwarten, gelingt dieses lobenswerte Vorhaben nicht immer. Die Story ist, wie immer, dermaßen komplex und dermaßen verworren erzählt, dass selbst beinharten Afficionados der Serie mitunter der Kopf dröhnt. Keine Frage, die Zwischensequenzen sind beeindruckend, die Charaktere sind inzwischen zu alten Freunden geworden, und der Meta-Humor zaubert einem immer wieder ein breites Lächeln aufs Gesicht. Selbst das Gameplay ist, wenn man denn tatsächlich mal spielen darf (und je weiter man im Spiel voranschreitet, desto seltener ist einem diese Chance vergönnt), absolut hervorragend. Allein die Möglichkeit sich auf die Seite bestimmter Parteien im Schlachtfeld zu schlagen und damit neue Verbündete oder Feinde zu gewinnen, eröffnet spielerisches Neuland, das auf der vorherigen Konsolengeneration außer Reichweite war. Metal Gear Solid 4 ist ein schizophrenes Spiel. Mal humorvoll und selbstironisch, kurz danach todernst und pseudophilosophisch. Im Prinzip ist also alles wie gehabt. Aber obwohl Kojima die Schwächen der Serie immer noch nicht ausgemerzt hat, feuert er in den Momenten, in denen seine Vision funktioniert, wirklich aus allen Rohren. Und WENN es funktioniert, ist Metal Gear Solid 4 absolut grandios. Und dafür lohnt es sich dann auch immer wieder, durch den virtuellen Morast zu waten.
Filme Und wieder ein Jahr, in dem ich viel zu wenig Filme gesehen habe. Warum verpasse ich nur immer so viele interessante Sachen, die ich oft erst Jahre später nachhole? Oh, richtig. Weil mir meine bizarre Obsession für britisches Fernsehen oft nicht die Zeit lässt, um ausreichend in Richtung Hollywood, Hong Kong oder sonstwohin zu schielen. So ist es halt. Indy IV war, entgegen den Unkenrufer sauertöpfischer Online-Schreihälse, grundsolide Unterhaltung mit einem guten alten Freund in der Hauptrolle. Kein zeitloser Klassiker, aber weit von der Katastrophe entfernt, zu der viele diesen Streifen bereits vor seiner Premiere erklärt hatten. Und auch aus dem Hause Apatow gab es wieder ein paar wirklich nette Streifen zu sehen. In Forgetting Sarah Marshall (dessen deutschen Titel ich hier allein schon aus Protest nicht nennen werde) konnte Jason Segel abermals in seiner Paraderolle des sitzengelassenen Verlierers brillieren, während Kollege Seth Rogen mir mit Pineapple Express allen Ernstes eine Stoner-Komödie schmackhaft machen konnte. Saubere Arbeit! Ein wirklicher Film des Jahres war trotzdem nicht dabei. Schauen wir mal, was 2009 so bringt. Bücher: Da sieht man's mal! Da hat der Clausen schon einen Magister in Literaturwissenschaft und trotzdem rührt er 2008 kein halbes Dutzend Romane an. Hey, ich habe dieses Jahr viel gearbeitet! Und außerdem ... wollte ich mich in meiner Freizeit lieber geistlosen Vergnügungen wie Videospielen widmen. Moment mal! Der obige Absatz wirft wohl kein besonders gutes Licht auf mich. Sei's drum. Zumindest zwei Bücher haben mich im vergangenen Jahr richtig begeistert, keiner von beiden lässt sich jedoch in die Sparte "Roman" einordnen. Charlie Brooker's Screen Burn: Charlie Brooker ist das britische Äquivalent zu Oliver Kalkofe. Zynisch, verbittert und treffsicher feuert er etliche Salven Verbalmunition auf die niveaulose Fernsehlandschaft ab und gibt uns damit genau das Lächeln zurück, dass uns vom trivialen TV-Programm geraubt wurde. Aber da hören die Gemeinsamkeiten mit dem Kollegen Kalkofe auch schon auf. Schließlich kommt Brooker aus einer Fernsehlandschaft, die, all dem hirnlosen Trash zum Trotz, hin und wieder auch beeindruckend hohe Qualität produziert. Und vielleicht liegt es daran, dass der ehemalige Spielejournalist auch nach Jahren in der Branche immer noch nicht seinen Biss verloren hat und nach wie vor die zahllosen Probleme des Mediums so hervorragend auf den Punkt bringt. Und zwar nicht nur in seiner Fernsehsendung "Screen Wipe" sondern auch in seiner Zeitungskolumne "Screen Burn", deren erste Jahre in diesem handlichen Sammelband zusammengefasst wurden. Bösartig, ehrlich und mit jeder Menge Schmackes verpasst Brooker der modernen Medienlandschaft einen festen Tritt in die Weichteile! The Writer's Tale: Doctor-Who-Chefautor Russel T. Davies spielt in diesem etwa 500seitigen Email-Interview mit offenen Karten. Über ein ganzes Jahr hinweg weit er den Journalisten Benjamin Cook in seine Ansichten zum Drehbuchschreiben, seine Inspirationen, seine Frustrationen, seine Selbstzweifel und sogar ebenso alltägliche wie faszinierende Anekdoten des erfolgreichsten Fernsehautors seines Landes ein. Dabei heraus kommt das faszinierende Portrait eines extrem komplexen Mannes, der sich in anderen Interviews oft hinter der Fassade eines jovialen Riesen versteckt. Egal ob man sich nun für Doctor Who interessiert oder nicht, The Writer's Tale ist eine absolute Pflichtlektüre für Film und TV-Afficionados. Selten gab es eine Möglichkeit, die Branche aus einer so intimen Nähe zu beobachten und dabei festzustellen, dass sich eines der talentiersten Mitglieder seiner Zunft mit den gleichen Problemen herumschläft, die wohl jeder von uns kennt. Comics Angel: After the Fall: Joss Whedons grüblerischer Vampir ist zurück - und zwar besser als je zuvor. Wo die offizielle Comic-Fortsetzung von Buffy the Vampire Slayer nur selten die Atmosphäre der TV-Serie emuliert, macht das Sequel des Spin-Offs genau da weiter, wo die Serie vor gut fünf Jahren (ist es wirklich schon so lange her?) aufgehört hat. Keine Frage, neue Abenteuer mit Buffy und den Scoobies waren mehr als willkommen, aber einen echten Bedarf gab es eigentlich nie. Letzten Endes hat sich das Ende der Fernsehserie so "richtig" angefühlt, dass ich diese Charaktere ohne Probleme loslassen konnte. Angel war dieser Luxus nie vergönnt. Die letzte Szene des Finales war im gleichen Atemzug perfektes Schlusswort und endlos fieser Cliffhanger. Und endlich zu sehen, wie es nach der legendären Schlacht in der Gasse weitergeht, wie Los Angeles in die Hölle gezogen wird und unser Held sich abermals die Verantwortung für alles Schlechte in der Welt auf die Schultern legt, ist eine absolute Freude. Sam & Max: Surfin' the Highway: Unglaublich! Nach all den Jahren gibt es doch tatsächlich eine Neuauflage des guten alten Sam & Max-Comics. Und endlich kann auch ich die Printabenteuer des antropomorphen Duos lesen! Was will man mehr? TV Auch in diesem Jahr konnte die britische Fernsehlandschaft mir eine Menge Unterhaltung bieten. Von Siebziger-Jahre-Klassikern wie der famosen Sitcom Dad's Army bis hin zum herrlichen Newcomer Gavin and Stacey habe ich auch 2008 wieder zahllose Stunden vor der Mattscheibe verbracht. Ganz ehrlich? Eigentlich hätten die gerade genannten Serien es in die folgende Liste schaffen sollen. Und dass zwei gewisse Doktoren, einer heißt Horrible, der andere ist namenlos, sich sowieso permanent auf den vorderen Rängen herumtreiben, bedarf inzwischen keiner Erklärung mehr. Aber da wir uns auf drei Titel beschränken (und weil ich auch nicht unendlich viel Zeit zum Schreiben habe), konzentrieren wir uns auf ein paar andere Highlights. Ashes To Ashes: Der Nachfolger zum Überraschungshit Life on Mars hatte ein schweres Erbe anzutreten. Als wäre es nicht schwer genug, die bizarre Prämisse des Vorgängers glaubwürdig fortzuführen, mussten auch noch ein neuer Hauptcharakter und ein neues Setting etabliert werden, mit denen sich Superbulle Gene Hunt von nun herumschlagen sollte. Und allen Anfangsschwierigkeiten zum Trotz hat das hervorragend geklappt. Frontfrau Keeley Hawes (Lesern dieser Seite wohl eher als Stimme von Lara Croft vertraut), etabliert im Lauf der Staffel einen Charakter, der ebenso exzentrisch wie vielschichtig ist. Und spätestens wenn sie, nach den vergleichsweise leichtfüßigen Einstiegsepisoden, die passende Chemie zu den alten Schlachtrössern Philip Glenister, Marshall Lancaster und Dean Andrews aufgebaut hat, fliegen in jeder Beziehung die Funken. Ashes to Ashes ist (bislang) weniger düster als Life on Mars, aber die Rahmenhandlung ist dermaßen großartig durchdacht, dass das Warten auf die zweite Staffel inzwischen zur echten Qual geworden ist. Das vermurkste US-Remake von Life on Mars kann da, selbst mit Harvey Keitel in der Rolle des mächtigen Hunt, nur verschämt den Kopf senken. Early Doors: Eine Comedy über eine Kneipe? Nein, Early Doors ist kein Remake von Cheers. Tatsächlich könnte es kaum weiter von besagtem Evergreen entfernt sein. Ohne Publikum und ohne One-Liner konzentriert sich das Autorengespann Craig Cash und Phil Mealy (auch bekannt durch The Royle Family) auf realistische, aber leicht überhöhte, gelegentlich absurde Situationen. Und wenn der wundervolle, charakterbasierte Humor dann auch noch durch glaubhaftes, mundanes und irgendwie unglaublich mitreißendes Drama untermauert wird, haben wir einen absoluten Klassiker seiner Zunft gefunden. Schade nur, dass Early Doors bei der TV-Ausstrahlung vom Publikum ignoriert wurde. Das ist allerdings kein Grund, diesem Geheimtipp aus dem Weg zu gehen. Wer bereit ist DVDs zu importieren, findet die Box mit beiden Staffeln dieser fantastischen Serie inzwischen für weniger als einen Zehner! Zugreifen! Curb Your Enthusiasm: Was? Peter nimmt eine amerikanische Serie in seine Bestenliste auf? Es gibt noch Zeichen und Wunder! Aber wenn besagte Serie vom ehemaligen Seinfeld-Chefautor Larry David stammt, ist das vielleicht gar nicht so verwunderlich. Seit mittlerweile sechs Jahren spielt David sich in der halb improvisierten Farce im Pseudo-Doku-Look selbst und schlachtet dabei eine heilige Fernsehkuh nach der Anderen. Da können Leute wie Bastian Pastewka noch so oft versuchen, das Konzept von Curb zu kopieren, das Original bleibt nach wie vor unschlagbar! |