System: PS3, Xbox360 USA (2008), Art Director: Steve Beran, Story: Alexander Barrentine, Justin Gray, Jon Greenberg, Jimmy Palmiotti, John Vogel Entwickler: Midway Erschienen bei: Midway Preis: ca. 60 € Mortal Kombat vs. DC Universe bei Amazon.de Es gibt kaum einen besseren Weg, kurzzeitig für Furore im Fandom zu sorgen und gleichzeitig eine Wagenladung Geld einzufahren, als ein großes Cross-Over Event. Hat schon vor Jahren geklappt als sich die Marvel- und DC-Helden im Comic gegenseitig vermöbelt haben. Auf Konsole treffen jetzt die Mortal Kombat-Schläger auf Superman, Batman und ihre zahlreichen Spandex-Kollegen.
Im Bat-Cave stimmt was nicht – auf einmal steht da ein schwarz-gelb gekleideter Ninja. Batman, ganz der Detektiv, der er ja ist, fackelt nicht lange – hier werden keine Fragen gestellt, hier wird nicht versucht rauszufinden, was passiert, sofort werden die Fäuste ausgepackt und der dunkle Ritter und Zombie-Ninja Scorpion hauen sich ordentlich die Hucke voll. Das ist in etwa die Qualität des Scripts mit dem man uns im Story-Modus konfrontiert: Zwei Figuren treffen sich, tauschen Platitüden aus und dann geht’s zur Sache. Im Grunde wie ein Porno, nur eben mit Prügeleien statt fröhlichem Krawemsern. 
Gut, um Grunde ist das ja nichts Schlimmes – in den 90ern hat Capcom eine ganze Latte exzellenter Prügeleien in die Spielhallen gestellt, in denen sich die einschlägigen Marvel-Helden mit den Stars des Capcom-Universums geprügelten. Die hatten aber zwei Vorteile: zum einen hatten die Capcom-Titel gar kein Interesse daran, eine großartige Geschichte zu erzählen, zum anderen basierten die auf der exzellenten "Street Fighter"-Engine, angereichert mit fulminanten Over-the-top-Attacken. Hier sieht das anders aus: spielerisch hat Midway alle Fortschritte der letzten Mortal Kombat-Episoden ad acta gelegt und setzt dagegen auf die 2,5D-Variante der alten, in unserem schönen Land Zensuristan samt und sonders indizierten ersten Mortal Kombat-Episoden.
Damit sind sie natürlich voll im Zeitgeist, Capcom macht mit Street Fighter IV letzten Endes auch nichts anderes. Dummerweise ist das Mortal Kombat-Spielsystem aber bei weitem nicht so komplex, flexibel und dynamisch, wie das von Street Fighter. Das Ergebnis: die Kämpfe fühlen sich meist enorm steif und unflexibel an. Oft läuft alles auf mechanisches Abspulen der immer wieder gleichen, halbwegs Erfolg versprechenden Manöver hinaus, gepaart mit der Hoffnung, der KI-Gegner möge auf die simplen Tricks hereinfallen – das macht er auch recht regelmäßig, wenn er nicht gerade einen unerklärlichen Talent-Boost bekommt und den Spieler auf einmal von der Platte fegt.

Unterm Strich ist Mortal Kombat VS. DC-Universe eigentlich ein Spiel der letzten Generation. Unflexibles Kampfsystem, simpler Story-Modus und trotz Unreal3-Engine eher durchschnittliche Grafik... Bei einer Lizenz in dieser Größenordnung (immerhin warten hier Superstars wie Superman, Batman, der Joker und Catwoman auf ihren Einsatz) hätte da einfach mehr drin sein müssen. So ist's vor allem ein Fall für alte Mortal Kombat-Fans, die freuen sich über das Vertraute Spielgefühl und den leicht trashigen Charme der Mortal Kombat-Crew. DC-Leser, die gerne mal mit Batman und Co. antreten wollen, sind dagegen vom miesen Script geschockt – wer weiß, was begabte Autoren wir Frank Miller oder Grant Morrison aus den hier auftretenden Superhelden und Superschurken herausholen können, der schüttelt nur traurig den Kopf und investieren das Geld lieber in ein paar gute Paperbacks.
Text Copyright Thomas Nickel 2009 Bilder Copyright Midway, DC-Comics |