System: PS2 Japan (2008), Director: Katsura Hashino, Art Direction: Shigenori Soejima, Music Composer: Atsushi Kitajoh, Ryota KozukaEntwickler: Atlus Erschienen bei: Atlus (USA) / Square Enix (EU) Preis: ca. 30 € Shin Megami Tensei: Persona 4 bei Amazon.de Heutzutage sind wir in unseren Ansichten, wie ein RPG auszesehen hat wahnsinnig festgefahren. Egal ob Final Fantasy, Baldurs Gate oder Dragon Quest, die großen Namen haben festgelegt, wie ein RPG auszusehen hat. Mutige Helden die vor großen Aufgaben stehen, ein unüberwindlich scheinendes Übel, eine Fantasy Welt mal mit großem, mal kleinem, mal ganz ohne Science Fiction-Einschlag... die meisten haben ein klares Bild des Genres im Kopf. Und dann kommt da immer wieder dieses blöde Team von Atlus mit einem neuen Shin Megami Tensei Spiel daher und stellt unser aller RPG-Bild gründlich und konsequent auf den Kopf. Eigentlich unverschämt, wären die „Megaten“-Titel nicht allesamt so anspruchsvoll, so innovativ, so komplex und vor allem so unverschämt motivierend! Und genau auf diese Art lässt sich auch Persona 4 am besten umreißen. Inhaltlich, designtechnisch und spielerisch ist Persona 4 der beste Beweis, dass es weder Blu-ray noch 1080p, ja nicht mal 16:9-Bild und schon gar keine Online-Sperenzchen braucht, um ein tiefgründiges, motivierendes und nicht zuletzt unheimlich stilvolles Rollenspiel-Abenteuer zu zaubern das zudem mit dem eigentlich Rollenspiel-Konzept weit mehr gemeinsam hat als meisten Square Enix-Produktionen der letzten Jahre.   Warum das? Nun, in Persona 4 spielt ihr nicht die Abenteuer eines Helden mit vorgefertiger Persönlichkeit, Motivation und fertiger Charakterentwicklung, stattdessen schlüpft ihr wirklich in die Haut eures Teenager-Helden, lebt dessen Leben und fällt dessen Entscheidungen mit all ihren Konsequenzen. Und das werden so einige sein. Denn auch wenn das Spiel damit beginnt, dass die Eltern des Helden ihn zu seinem Onkel aufs Land schicken wo sich eigentlich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen bleibt es nicht lange ruhig. Denn in Inaba findet eine seltsame Mordserie statt. Nach seltsam-nebligen Tagen werden Leichen an seltsamen, hochgelegenen Orten gefunden. Gleichzeitig macht ein okkultes Spiel unter Inabas Teenagern die Runde: Wer in regnerischen Nächten um Mitternacht in seinen ausgeschalteten Fernseher sieht, der erblickt dort seine zukünftige große Liebe. Oder doch etwas ganz anderes? Und wie kommt es, dass nur der Held und seine Freunde durch die Fernseher eine andere Welt betreten können? Und was hat diese Welt mit den Morden zu tun? Und nicht zuletzt... wer ist eigentlich der Mörder? Na wenn das nicht mal eine frische Prämisse für ein RPG ist!
Und so frisch wie sein Story-Ansatz präsentiert sich auch der Rest von Persona 4. Gut, viele Ideen sind bereits aus Persona 3 bekannt – Schulalltag, das Knüpfen von Freundschaften mit Mitschülern und anderen Leuten aus Inaba, die serientypische Fusion einzelner Personas zu neuen, mächtigeren Formen und das durchkämmen der großen zufallsgenerierten Dungeons hat man in sehr ähnlicher Form schon im Vorgänger gesehen, in Teil 4 wurden allerdings sämtliche Systeme noch weiter verfeinert und noch besser ineinander verzahnt. Positiv ist zu vermerken, dass nun nicht mehr wie in Teil 3 ein riesiger Dungeon erforscht wird, sondern zahlreiche kleinere Labyrinthe warten. Und als eine der wichtigsten Neuerungen könnt ihr jetzt all eure Mitstreiter im Kampf direkt steuern, es ist nicht mehr nötig, sich auf die KI zu verlassen. 
Bei Menüführung und Präsentation hat Atlus nochmal einen drauf gelegt, Persona 4 kommt noch stilsicherer her als der Vorgänger und ist noch eine Spur schicker inszeniert. Durch diese Detailverbesserungen hat unserer Ansicht nach Persona 4 die Nase gegenüber dem Vorgänger und seinem Update Persona 3 FES leicht vorne, letzten Endes ist das aber Geschmackssache: Während Teil 3 auf Pop, Okkultismus und High-School-Drama setzt ist der vierte Teil eher eine klassicher Murder-Mystery bei der ihr selbst den Mörder identifizieren müsst. Geschmackssache, was man da lieber spielt. Im März erscheint das PS2-Meisterstück dann auch in Deutschland, leider wohl ohne deutsche Texte und wohl auch ohne die Soundtrack-CD der US-Version aus dem Hause Atlus – schade, steht doch mit Square Enix ein Publisher hinter dem Titel der sich eine gute Lokalisation locker hätte leisten können. Wir raten aber trotzdem: Nicht von der Sprachbarriere abschrecken lassen, Persona 4 ist ein wunderbarer Ausnahmetitel der Rollenspieler ganz dringend anspielen sollten. Text Copyright Thomas Nickel 2009 Bilder Copyright Atlus
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